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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Antherenkultur bei Amaryllis



Bettina
07.05.2006, 11:51
Schaut mal, was ich hier gefunden habe:

http://www.gruene-biotechnologie.de/inhalte/biotech_info230.html

http://www.scheffel.og.bw.schule.de/faecher/science/biologie/genetik/95neuzucht/neue_zuechtung.htm

Wenn diese Antherenmethode auch bei Amaryllis durchführbar wäre, hätte man doch reinerbige Pflanzen, die zudem keine Klone sind so wie bei der üblichen Meristemkultur, oder?

Gruß
Bettina

hla376
07.05.2006, 22:35
Hallo Bettina,

Du bekommst bei der Antherenkultur zwar reinerbige Pflanzen, du musst aber auch in betracht ziehen das der Genotyp gleich dem Phänotyp ist. Das heißt das alle Erbinformationen sichtbar sind. Alle Lebewesen besitzen dominante und rezessive Gene, diese bilden den Genotyp. Aber nicht alle Erbinformationen treten dann auch tatsächlich auf bzw. werden nicht alle umgesetzt. Das was man am Ende sieht ist der Phänotyp, er ist das Erscheinungsbild der Gene.

Bei der Antherenkultur bekommst du Pflanzen bei denen sich auch die Nachteiligen rezessiven Gene alle ausbilden und das wirkt sich erheblich auf das Erscheinungsbild und die Lebensweise der Pflanze aus. Industriell nutzt man dies aber um herauszufinden wie sich die Gene in der Pflanze auswirken, bzw. um möglichst optimale Eigenschaften heraus zu selektieren.

Wenn du zwei reinerbige homozygote Pflanzen miteinander kreuzt entstehen völlig heterozygote Pflanzen bei denen es zu einer extremen Leistungssteigerung dem sogenannten heterosiseffekt kommt. Das ist nur bei der F1-Hybride (der ersten Tochtergeneration) der Fall. In den nächsten Generationen geht dieser Effekt wieder verloren. Deshalb passiert es dir vielleicht auch das du dir im Supermarkt Tomatensamen kaufst. Auf der Packung steht die Sorte und der Begriff F1-Hybride. Du baust sie an und bekommst extrem wüchsige und Ertragreiche Pflanzen. Du willst sie nächsten Sommer wieder anbauen und um den Geldbeutel zu schonen säest du die Samen aus den Früchten wieder aus. Aber plötzlich bekommst du nur verkrüppelte und schwache Pflanzen raus.

Diese Technik ist eine tolle Erfindung um die Leistung bei Pflanzen zu steigern, fast wie doping, aber andererseits sind die Landwirte von den Saatgutfirmen völlig abhängig da sie ihre Samen nich wieder aussäen können.

Ich hoffe ich konnte helfen
Grüße
Christopher

haweha
08.05.2006, 00:08
http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/smiley9.gif Hi Christopher:

Uff, der Heterosis-Effekt trägt, wie soll ich's sagen, nicht zur Lösung der Fragestellung bei. (Denn dann wäre die Folge-Frage unausweichlich: WIE verdopple ich den (haploiden) Chromosomensatz anschließend, um wieder fruchtbare Plantz' zu erzielen - gegrüßet seist Du, Colchizin)
Außerdem habe ich, Brüder und Schwestern http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/pop.gif stantepede die frohe Kunde parat, DASS derselbige Effekt erst nach mehreren Generationen zur Gänze verloren geht. F2-Saatgut ist gut im Schwange und wird reichst angepriesen! ;)

Bei der Antherenkultur würde man aus den normalen TETRAploiden haploide Ama's erhalten, welche immerhin, Diploid und damit immer noch mischerbig sind bzw. sein können...nunja.
ZÜCHTUNG mit Diploiden ist schwierig, viele sind steril oder wenigstens selbst-steril...

Die Saatgutgewinnung von Rittersternen ist Sooooooo ergiebig und reicht um ganze Gewäxxhäuser zu füllen, bleim' wer dabei.

Liebe Grüße
Hans-Werner

hla376
10.05.2006, 13:37
Hi Hans Werner, ich bitte um Entschuldigung wenn nicht alles so korrekt war wie ich es verfasst habe, ich habs eben nur im Unterricht mitbekommen und das nicht sehr ausführlich!

Grüße
Christopher

haweha
10.05.2006, 20:06
Hi Christopher:

Du bist in dem Falle nur das Endglied in einer "Info-Kette"
"Schuld" haben ganz Andere.
Nämlich diejenigen Pappenheimer & Kupferstecher, diewelche wissenschaftliche Informationen aus ersten Händen saugen, aber an die falsche Stelle in ihrem mikroprofessoralen Zentrum internalisieren, anstatt se vernünfig zu reflektieren und einzuordnen.
Die Story von dem totalen Zusammenbruch des Heterosis-Effektes in der allernäxxten Filialgeneration, ist so'n Beispiel für plakative Schwarz-Weiss-Malerei, in der Art "wie (v)erklär' ich's dem Volk", dasselbige mit so so unzulässig grob vereinfachten Info's damit abba für doof verkaufend.

Liebe Grüße, kichernd
Hans-Werner