PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rezepte mit Unkraut



Tora
18.09.2006, 12:57
Hallo!

Hier mal ein paar (erprobte) Rezepte für jene, die ihr Unkraut lieber aufessen als vernichten möchten... (Ich hab jetzt mal Sachen rausgesucht, die man auch zu dieser Jahreszeit noch findet).

Brennesselspinat
(für 4 Personen)

800 g Brennesseln (die Blätter, ohne Stiele)
1/2 L Milch
3 EL Butter
1/8 L süße Sahne
3 Eigelb
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, (Muskat nach Geschmack)

Die Blätter gründlich waschen (empfindliche Personen sollten dabei Gummihandschuhe tragen!), in reichlich kochendem Salzwasser 5-10 Minuten kochen, abseihen, gut abtropfen lassen (evtl. ausdrücken, sie brennen jetzt nicht mehr) und pürieren (geht am besten in einer Küchenmaschine).
Aus Butter und Mehl eine leichte Mehlschwitze herstellen, mit Milch aufgießen, Brennesseln und fein gehackten Knoblauch zufügen. Kurz aufkochen lassen. Die Eigelb mit der Sahne verquirlen und einrühren. Damit wird der Brennesselspinat legiert. Anschließend mit den Gewürzen abschmecken.

Sauerampfer-Cremesuppe
(ohne Mengenangabe, kann beliebig angepasst werden)

Sauerampfer in beliebiger Menge (für 2-3 Personen etwa 3 gute Hand voll)
1-3 EL Butter
eine kleine, feingehackte Zwiebel oder feingehackter Knoblauch (1-2 Zehen) nach Geschmack
Kartoffeln (am besten mehlig kochende, etwa 2-3 mittelgroße)
Flüssigkeit (Wasser oder Gemüsebrühe)
ein guter Schuß Sahne
Salz, Pfeffer
(wenn gewünscht) Saure Sahne

Den Sauerampfer waschen und in gröbere Stücke zerschneiden. Die Butter in einem Topf zerlassen, den Sauerampfer zugeben (Knoblauch oder Zwiebeln vorher in der Butter anschwitzen). Außerdem die geschälten, zerkleinerten Kartoffeln zugeben. Alles mit Kochflüssigkeit (Wasser, Brühe) auffüllen, etwa so hoch, daß es 5 bis 10 cm über dem Gemüse steht. Dann aufkochen, mit Deckel verschließen und kochen, bis die Kartoffeln weich und leicht zerfallen sind (etwa 30 Minuten). Anschließend wird die Suppe püriert (geht am besten mit einem Stabmixer, Küchenmaschine tut es aber auch). Nun wird die Suppe noch mit den Gewürzen und der süßen Sahne abgeschmeckt. Man kann auch noch einen Klecks Saure Sahne auf die Teller geben.
(Dieses Rezept kann man übrigens auch mit Brennessel machen, geht genauso gut).

Kartoffel-Gratin mit Gänsefuß-Blättern
(für 4 Personen)

400 g Kartoffeln (gewaschen, geschält und in feine Scheiben geschnitten)
Blätter von Gänsefuß in gewünschter Menge (etwa 4 Handvoll, kann aber auch mehr sein, fällt beim Kochen sehr zusammen)
Für den Guss
2 Eier
200 ml süße Sahne
Salz, Pfeffer, Paprika (scharf), evtl. Muskat
ungefähr 100 g geriebener Käse (Pizzakäse, Emmentaler oder so, Menge kann nach Geschmack verändert werden)
Öl oder Butter für die Form

Die Form mit dem Fett ausstreichen. Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Die Gänsefuß-Blätter gut waschen und in kochendem Salzwasser kurz blanchieren. Abtropfen und ausdrücken. Den Guss aus Sahne, Eiern und Gewürzen (ohne Paprika) anrühren. In die Form zunächst eine Lage Kartoffeln schichten, diese mit Paprika würzen, dann die Gänsefuß-Blätter darüber geben (müssen etwas auseinander gezupft werden), etwas von dem Guß und etwas Käse darüber verteilen. So fortfahren, bis Kartoffeln und Gänsefuß-Blätter verarbeitet sind (wichtig: Die oberste Lage sollen Kartoffeln sein!). Mit dem restlichen Guss und einer Schicht geriebenem Käse abschließen. Möglichst mit Deckel (damit das Gratin nicht zu schnell braun wird) in den Ofen geben und dort mindestens 45 Minuten (besser aber 1 oder 1 1/2 Stunden, kommt immer auf die Dicke und Sorte der Kartoffeln an) backen. Kann man auch kalt essen.
(Und kann man übrigens auch mit Blättern von Brennesseln, Gutem Heinrich, Melde oder Franzosenkraut machen. Letztere haben aber einen etwas merkwürdigen Eigengeschmack, deshalb würde ich damit lieber erstmal experimentieren und entweder nur eine kleine Menge Gratin herstellen oder die Blätter unter eine andere Sorte Blätter mischen. Alle Blätter können auch miteinander gemischt werden).