haweha
03.01.2009, 22:43
Ich bin mit der vorhandenen, fesgestickten Zusammenfassung noch nicht so ganz zufrieden gewesen, und habe, wie sagt es sich so schön, "in der Beschaulichkeit meiner privaten Gemächer" mit einem etwas systematischeren Ansatz eine neue, ich denke weit übersichtlichere Version zu erstellen begonnen. Ist also noch nicht fertig, aber die wichtigsten Sachen habe ich weitgehend abgehandelt. Weitere Updates werde ich in Zukunft ca. wöchentlich in blauer Schrift ANfügen bzw in die bereits vorhandenen Kapitel EINfügen, damit ihr nicht ALLES aufs Neue durchsuchen müsst.
Bitte lesen!
Pflege der Gärtner-Amaryllis („Amaryllis“, Ritterstern, Hippeastrum-Hybriden)
Beschaffung, Lagerung und Eintopfung
Die Rittersternzwiebeln, welche lose ab Oktober angeboten werden, sind bereits beim Produzenten temperaturbehandelt („präpariert“) worden und zum sofortigen Antreiben vorgesehen. Sie sollten zu Hause keinesfalls trocken in der warmen Stube aufbewahrt werden. Kann man sie wirklich nicht sofort einpflanzen, so lassen sie sich immerhin noch wochenlang bei ca. 9°C zwischenlagern, um den Austrieb zu verzögern.
Bis zu ½ Jahr kann man Zwiebeln bei ca. 5°C lagern, um z.B. die Blüte für Kreuzungsexperimente mit später blühenden Sorten zu verschieben. Dann muss man allerdings damit rechnen, dass die ersten (ältesten) Blütenschäfte eintrocknen, insbesondere wenn sie schon aus der Zwiebel herausschauten, oder dass, bei empfindlicheren Sorten, die ganzen Zwiebeln absterben - besonders dann, wenn die Zwiebeln schon irgendwelche Schäden hatten.
Die Luft im Lagerraum (wie auch am späteren Aufstellplatz!) muss völlig frei von Abgasspuren aus benachbarten Feuerungsstellen z.B. von Zentralheizungen sein. Aber auch atmende Pflanzenteile, wie Gemüse und Früchte, insbesondere Äpfel sollten nicht in der Nachbarschaft aufbewahrt werden.
Zum Einpflanzen empfehle ich deutlich größere Töpfe als üblicher Weise für angemessen erachtet wird, nämlich so breite, dass sich zwischen Zwiebel- und Topfrand überall wenigstens 4 cm Zwischenraum befinden. Für blühfähige Zwiebeln, auch die kleiner bleibender Sorten, ist ein Topf-Mindestvolumen von 3 L sinnvoll. Wenn es sich um sehr kleine Zwiebeln handelt, dann wachsen die, prinzipiell, zu zweit oder dritt in einem runden 19er 3 L-Topf zusammen langfristig BESSER als einzeln in kubischen oder runden 1.5- oder 2 L - Töpfen. Frisch bezogene Zwiebeln pflanzt man letztendlich aber am besten, im Sinne einer Art von Quarantäne, alle einzeln, und bei Krankheitsverdacht tatsächlich vorläufig doch in kleinere Pötte, und wenn es sich später herausstellt, dass einzelne Zwiebeln mit Mosaikvirus befallen sind, dann kann man die entsprechenden Pflanzen auch einzeln, ohne Infektionsgefahr für die übrigen entsorgen. Auch so was muss man leider einkalkulieren.
Die Vorbehalte gegen ein zu großes Substratvolumen im Vergleich zur Pflanzengröße gelten bei einer geeigneten Gießtechnik NICHT. Das Substrat trocknet im größeren Pott nicht so abrupt aus, und man wird überdies, spätestens nach einem Kultur-Jahr, froh sein, dass man noch eine Platz-Reserve für das Wachstum der Zwiebel und ihrer Brutzwiebeln hat. Das wesentliche „1. Geheimnis“ bei der professionellen Amaryllis-Zwiebelproduktion ist übrigens der quasi unbegrenzte Wurzelraum, über den die in Grundbeeten ausgepflanzten Zwiebeln verfügen können.
Auf dem Topfboden zunächst ein passend ausgeschnittenes Stück Plastik-Fliegengitter einlegen, damit das Substrat bzw. die Drainage-Schicht nicht durch die Abzugslöcher herausrieseln kann. Nicht obligatorisch, aber m.E. sehr von Vorteil ist eine großzügige Drainage-Schicht aus Seramis oder Blähton-Schüttgut bis zu ca. 1/3 der späteren Gesamt-Substrathöhe. Dagegen hat es sich nach meiner Erfahrung nicht bewährt, Seramis alleine, als Substrat, zu verwenden, weil dieses von oben zu tief austrocknete und der Zwiebelboden zu trocken wurde.
Nach meiner Erfahrung bringt es auch keinen Vorteil, die Wurzeln der Zwiebel vor dem Einpflanzen in Wasser einzuweichen. Stattdessen schneide man von der Zwiebel nur diejenigen Wurzeln ab, die völlig vertrocknet sind, ohne dabei lebende Wurzeln zu beschädigen. Die Zwiebel mindestens zur Hälfte, eher bis zu 2/3 in reines Kokosfaser-Substrat einpflanzen, aber ohne die Wurzeln zu knicken. Hierzu die Zwiebel mit der einen Hand zuerst recht tief in den noch in den (bis auf die evtl. Drainage-Schicht) leeren Topf halten, mit der anderen Hand rundherum Substrat einfüllen und vorsichtig, nicht hart festdrücken,und dabei die Zwiebel allmählich etwas nach oben ziehen. Hierdurch werden die Wurzeln geradegezogen. Mit der freien Hand ab und zu gegen die Topfwände klopfen - dann setzt sich die Erde um die Wurzeln noch besser. Füllen, Ziehen und Klopfen so lange fortsetzen, bis dass Substratschicht- und Zwiebelhöhe stimmen. Das Substrat dann oberflächlich gut festdrücken, damit die Zwiebel festsitzt.
Nun den Topf auf einem Block erhöht in ein Plastikwännchen stellen und vorsichtig, aber reichlich angießen, damit die Erde sich um die Wurzeln gut setzt. Mehrmals wässern, bis dass schließlich unten ordentlich Wasser rausläuft. Dabei aber den Zwiebelhals möglichst nicht nassmachen! (Kein Wasser in das Herz der Zwiebel) Den Topf dann schrägstellen (dann läuft das überschüssige Wasser weit vollständiger ab) und das Wasser gut abtropfen lassen. Dann den Topf mit Untersetzer an einem mäßig warmen Platz aufstellen (Topftemperatur durch Zentralheizung bis 26°C ist günstig - die Lufttemperatur darf niedriger sein - Zugluft aber vermeiden); der Aufstellplatz sollte vor allem HELL sein.
Töpfe an Westfenstern, speziell in hohen Etagen, sollten mit Aluminiumfolie umwickelt werden. Hierdurch wird eine Überhitzung durch die tiefstehende Nachmittagssonne zuverlässig verhindert. Nicht nur schwarze Töpfe absorbieren gut das Licht, und können so durch die waagerecht einstrahlende Nachmittags-/ und Abendsonne gefährlich aufgeheizt
werden, sondern auch die terrakottafarbenen!
Zum Schutz gegen das Eindringen von Trauermücken bzw. deren Larven empfiehlt es sich, die Substratoberfläche gründlich mit Provado einzusprühen. Der darin enthaltene Wirkstoff Imidacloprid wirkt einige Wochen, und die Substratbehandlung schützt überdies auch gegen einen Befall mit Narzissenfliegen, womit man beim Aufstellen im Gewächshaus, von April bis Juli rechnen muss. Jeden Monat einsprühen; dann ist man auf der sicheren Seite.
Achtung: Mit dem ersten Gießen zuwarten, evtl. 2 Wochen, bis dass das Substrat oberflächlich d.h die obersten paar cm tief einigermaßen gut ausgetrocknet ist. Die frischgepflanzten Zwiebeln nehmen zunächst eine gewisse Menge Wasser auf und werden härter (turgeszent); der weitere Wasserverbrauch ist dann aber in der ersten Zeit, wegen der noch fehlenden Blätter, sehr gering. Für frischgepflanzte Rittersterne gilt (deshalb): „Water well once then sparingly“ und das so lange, bis schließlich später eine schnellere Austrocknung beobachtet werden kann, die den höheren Wasserverbrauch der sich entwickelnden Blattschöpfe anzeigt.
Ab jetzt nur noch von unten gießen! In den Untersetzer, und mit Augenmaß, so viel wie das Substrat aufnimmt, aber nur so viel, dass langfristig die obersten paar cm Substrattiefe völlig trocken bleiben. Eine (wieder) dunkel werdende Substratoberfläche zeigt chronische Überwässerung an! Dann stockt langfristig das Wachstum.
Diese Saison (Herbst 2008) wird übrigens von Blumengeschäften, Markthändlern, aber auch von diversen Bau- und Lebensmitteldiscountern eine wahrlich überraschende Fülle von Sorten in Form bereits eingetopfter Zwiebeln angeboten. Vor dem Einkauf sollte man überprüfen, ob die Zwiebel matschige Stellen hat und ob der Austrieb rote Striche und Flecke aufweist. Die Blattränder - speziell da wo sie gerade aus der Zwiebel hervorkommen - hierauf genauestens kontrollieren! Damit kann man sich später viel Ärger ersparen. Vorsichtig sollte man auch sein, wenn die Töpfe im Winter bis zum Verkauf offensichtlich im Eiskalten gelagert werden.
Diese Pflanzen befinden sich gewöhnlich in sehr kleinen Töpfen (13er / 0.9 L). Trauermücken bzw. deren Larven im Topfsubstrat werden zum Ausgleich gewöhnlich in reicher Zahl mitgeliefert.
Umtopfen in frisches Substrat und in angemessenere Gefäße (19er / 3 L), gleich nach dem Einkauf macht der Pflanze keine Probleme und hat um so mehr Sinn, als die Zwiebeln kommerziell oft recht lieblos in diese Töpfchen eingepröfft worden sind.
Die freigelegte Zwiebel gründlich inspizieren und alles lose und faulige äußere Schalenmaterial sorgfältig entfernen, und auch abgestorbene Wurzeln (erscheinen „hohl“) abziehen. Unter größtmöglicher Schonung der neuen, ziemlich brüchigen Wurzeln (allsoweit schon welche entwickelt wurden) In frisches Substrat umtopfen (s.o.), angießen, abtropfen lassen und aufstellen.
Übrigens lohnt es sich auch, abgeblühte, lose abgegebene Pflanzen (z.B. vom Nachbarn) neu einzutopfen und weiter zu kultivieren. Die Wiederblüte von gut gepflegten, fest eingewurzelten Pflanzen in der nächsten Saison ist gewöhnlich weitaus schöner als das, was aus der frisch gepflanzten Ware mit ihrem halbvertrockneten, unzureichenden Wurzelwerk produziert werden kann.
Bitte lesen!
Pflege der Gärtner-Amaryllis („Amaryllis“, Ritterstern, Hippeastrum-Hybriden)
Beschaffung, Lagerung und Eintopfung
Die Rittersternzwiebeln, welche lose ab Oktober angeboten werden, sind bereits beim Produzenten temperaturbehandelt („präpariert“) worden und zum sofortigen Antreiben vorgesehen. Sie sollten zu Hause keinesfalls trocken in der warmen Stube aufbewahrt werden. Kann man sie wirklich nicht sofort einpflanzen, so lassen sie sich immerhin noch wochenlang bei ca. 9°C zwischenlagern, um den Austrieb zu verzögern.
Bis zu ½ Jahr kann man Zwiebeln bei ca. 5°C lagern, um z.B. die Blüte für Kreuzungsexperimente mit später blühenden Sorten zu verschieben. Dann muss man allerdings damit rechnen, dass die ersten (ältesten) Blütenschäfte eintrocknen, insbesondere wenn sie schon aus der Zwiebel herausschauten, oder dass, bei empfindlicheren Sorten, die ganzen Zwiebeln absterben - besonders dann, wenn die Zwiebeln schon irgendwelche Schäden hatten.
Die Luft im Lagerraum (wie auch am späteren Aufstellplatz!) muss völlig frei von Abgasspuren aus benachbarten Feuerungsstellen z.B. von Zentralheizungen sein. Aber auch atmende Pflanzenteile, wie Gemüse und Früchte, insbesondere Äpfel sollten nicht in der Nachbarschaft aufbewahrt werden.
Zum Einpflanzen empfehle ich deutlich größere Töpfe als üblicher Weise für angemessen erachtet wird, nämlich so breite, dass sich zwischen Zwiebel- und Topfrand überall wenigstens 4 cm Zwischenraum befinden. Für blühfähige Zwiebeln, auch die kleiner bleibender Sorten, ist ein Topf-Mindestvolumen von 3 L sinnvoll. Wenn es sich um sehr kleine Zwiebeln handelt, dann wachsen die, prinzipiell, zu zweit oder dritt in einem runden 19er 3 L-Topf zusammen langfristig BESSER als einzeln in kubischen oder runden 1.5- oder 2 L - Töpfen. Frisch bezogene Zwiebeln pflanzt man letztendlich aber am besten, im Sinne einer Art von Quarantäne, alle einzeln, und bei Krankheitsverdacht tatsächlich vorläufig doch in kleinere Pötte, und wenn es sich später herausstellt, dass einzelne Zwiebeln mit Mosaikvirus befallen sind, dann kann man die entsprechenden Pflanzen auch einzeln, ohne Infektionsgefahr für die übrigen entsorgen. Auch so was muss man leider einkalkulieren.
Die Vorbehalte gegen ein zu großes Substratvolumen im Vergleich zur Pflanzengröße gelten bei einer geeigneten Gießtechnik NICHT. Das Substrat trocknet im größeren Pott nicht so abrupt aus, und man wird überdies, spätestens nach einem Kultur-Jahr, froh sein, dass man noch eine Platz-Reserve für das Wachstum der Zwiebel und ihrer Brutzwiebeln hat. Das wesentliche „1. Geheimnis“ bei der professionellen Amaryllis-Zwiebelproduktion ist übrigens der quasi unbegrenzte Wurzelraum, über den die in Grundbeeten ausgepflanzten Zwiebeln verfügen können.
Auf dem Topfboden zunächst ein passend ausgeschnittenes Stück Plastik-Fliegengitter einlegen, damit das Substrat bzw. die Drainage-Schicht nicht durch die Abzugslöcher herausrieseln kann. Nicht obligatorisch, aber m.E. sehr von Vorteil ist eine großzügige Drainage-Schicht aus Seramis oder Blähton-Schüttgut bis zu ca. 1/3 der späteren Gesamt-Substrathöhe. Dagegen hat es sich nach meiner Erfahrung nicht bewährt, Seramis alleine, als Substrat, zu verwenden, weil dieses von oben zu tief austrocknete und der Zwiebelboden zu trocken wurde.
Nach meiner Erfahrung bringt es auch keinen Vorteil, die Wurzeln der Zwiebel vor dem Einpflanzen in Wasser einzuweichen. Stattdessen schneide man von der Zwiebel nur diejenigen Wurzeln ab, die völlig vertrocknet sind, ohne dabei lebende Wurzeln zu beschädigen. Die Zwiebel mindestens zur Hälfte, eher bis zu 2/3 in reines Kokosfaser-Substrat einpflanzen, aber ohne die Wurzeln zu knicken. Hierzu die Zwiebel mit der einen Hand zuerst recht tief in den noch in den (bis auf die evtl. Drainage-Schicht) leeren Topf halten, mit der anderen Hand rundherum Substrat einfüllen und vorsichtig, nicht hart festdrücken,und dabei die Zwiebel allmählich etwas nach oben ziehen. Hierdurch werden die Wurzeln geradegezogen. Mit der freien Hand ab und zu gegen die Topfwände klopfen - dann setzt sich die Erde um die Wurzeln noch besser. Füllen, Ziehen und Klopfen so lange fortsetzen, bis dass Substratschicht- und Zwiebelhöhe stimmen. Das Substrat dann oberflächlich gut festdrücken, damit die Zwiebel festsitzt.
Nun den Topf auf einem Block erhöht in ein Plastikwännchen stellen und vorsichtig, aber reichlich angießen, damit die Erde sich um die Wurzeln gut setzt. Mehrmals wässern, bis dass schließlich unten ordentlich Wasser rausläuft. Dabei aber den Zwiebelhals möglichst nicht nassmachen! (Kein Wasser in das Herz der Zwiebel) Den Topf dann schrägstellen (dann läuft das überschüssige Wasser weit vollständiger ab) und das Wasser gut abtropfen lassen. Dann den Topf mit Untersetzer an einem mäßig warmen Platz aufstellen (Topftemperatur durch Zentralheizung bis 26°C ist günstig - die Lufttemperatur darf niedriger sein - Zugluft aber vermeiden); der Aufstellplatz sollte vor allem HELL sein.
Töpfe an Westfenstern, speziell in hohen Etagen, sollten mit Aluminiumfolie umwickelt werden. Hierdurch wird eine Überhitzung durch die tiefstehende Nachmittagssonne zuverlässig verhindert. Nicht nur schwarze Töpfe absorbieren gut das Licht, und können so durch die waagerecht einstrahlende Nachmittags-/ und Abendsonne gefährlich aufgeheizt
werden, sondern auch die terrakottafarbenen!
Zum Schutz gegen das Eindringen von Trauermücken bzw. deren Larven empfiehlt es sich, die Substratoberfläche gründlich mit Provado einzusprühen. Der darin enthaltene Wirkstoff Imidacloprid wirkt einige Wochen, und die Substratbehandlung schützt überdies auch gegen einen Befall mit Narzissenfliegen, womit man beim Aufstellen im Gewächshaus, von April bis Juli rechnen muss. Jeden Monat einsprühen; dann ist man auf der sicheren Seite.
Achtung: Mit dem ersten Gießen zuwarten, evtl. 2 Wochen, bis dass das Substrat oberflächlich d.h die obersten paar cm tief einigermaßen gut ausgetrocknet ist. Die frischgepflanzten Zwiebeln nehmen zunächst eine gewisse Menge Wasser auf und werden härter (turgeszent); der weitere Wasserverbrauch ist dann aber in der ersten Zeit, wegen der noch fehlenden Blätter, sehr gering. Für frischgepflanzte Rittersterne gilt (deshalb): „Water well once then sparingly“ und das so lange, bis schließlich später eine schnellere Austrocknung beobachtet werden kann, die den höheren Wasserverbrauch der sich entwickelnden Blattschöpfe anzeigt.
Ab jetzt nur noch von unten gießen! In den Untersetzer, und mit Augenmaß, so viel wie das Substrat aufnimmt, aber nur so viel, dass langfristig die obersten paar cm Substrattiefe völlig trocken bleiben. Eine (wieder) dunkel werdende Substratoberfläche zeigt chronische Überwässerung an! Dann stockt langfristig das Wachstum.
Diese Saison (Herbst 2008) wird übrigens von Blumengeschäften, Markthändlern, aber auch von diversen Bau- und Lebensmitteldiscountern eine wahrlich überraschende Fülle von Sorten in Form bereits eingetopfter Zwiebeln angeboten. Vor dem Einkauf sollte man überprüfen, ob die Zwiebel matschige Stellen hat und ob der Austrieb rote Striche und Flecke aufweist. Die Blattränder - speziell da wo sie gerade aus der Zwiebel hervorkommen - hierauf genauestens kontrollieren! Damit kann man sich später viel Ärger ersparen. Vorsichtig sollte man auch sein, wenn die Töpfe im Winter bis zum Verkauf offensichtlich im Eiskalten gelagert werden.
Diese Pflanzen befinden sich gewöhnlich in sehr kleinen Töpfen (13er / 0.9 L). Trauermücken bzw. deren Larven im Topfsubstrat werden zum Ausgleich gewöhnlich in reicher Zahl mitgeliefert.
Umtopfen in frisches Substrat und in angemessenere Gefäße (19er / 3 L), gleich nach dem Einkauf macht der Pflanze keine Probleme und hat um so mehr Sinn, als die Zwiebeln kommerziell oft recht lieblos in diese Töpfchen eingepröfft worden sind.
Die freigelegte Zwiebel gründlich inspizieren und alles lose und faulige äußere Schalenmaterial sorgfältig entfernen, und auch abgestorbene Wurzeln (erscheinen „hohl“) abziehen. Unter größtmöglicher Schonung der neuen, ziemlich brüchigen Wurzeln (allsoweit schon welche entwickelt wurden) In frisches Substrat umtopfen (s.o.), angießen, abtropfen lassen und aufstellen.
Übrigens lohnt es sich auch, abgeblühte, lose abgegebene Pflanzen (z.B. vom Nachbarn) neu einzutopfen und weiter zu kultivieren. Die Wiederblüte von gut gepflegten, fest eingewurzelten Pflanzen in der nächsten Saison ist gewöhnlich weitaus schöner als das, was aus der frisch gepflanzten Ware mit ihrem halbvertrockneten, unzureichenden Wurzelwerk produziert werden kann.