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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Töpfe nehmt Ihr für Eure Schätze?



Campo
18.11.2009, 15:05
Hallo,

ich hätte gerne mal ein paar Anregungen in Sachen Töpfe für die Hippeastren...

Ich habe zur Zeit fast alle meine Zwiebeln in Tontöpfen untergebracht, da ich Angst habe, dass sie mir sonst umkippen - gerade während der Blüte.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man am Topf fühlen kann, wie feucht er ist und er saugt das Wasser aus dem Untersetzer immer so schön auf!

Wie macht Ihr das denn so? Langsam wachsen mir die Töpfe über den Kopf und ich frage mich, ob das nicht effektiver geht!

Bin auf Eure Antworten gespannt!

Viele Grüße,

Manja

Betonklotz
18.11.2009, 15:42
Ich benutze seit eh und je Plastiktöpfe. Habe jetzt aber vermehrt gelesen dass Tontöpfe besser für die Pflanzen wären da Gase und Mineralien durch den Ton wandern können. Schädliche Substanzen könnten heraus- und Sauerstoff herinströmen. Ob das aber wirklich bewiesen ist wage ich mal zu bezweifeln.
Ich denke es hat auch viel damit zu tun wie man gießt und was für ein Substrat man benutzt. Für Sämlinge in großer Stückzahl kommen nur Balkonkästen in Frage. In geringerer Stückzahl machen sich kleinere rechteckige Töpfe ganz gut, für ausgewachsene Pflanzen bevorzuge ich höhere Töpfe. Allerdings habe ich auch nur jeweils einen Topf por Sorte. Das spart erstmal Platz und dadurch hoffe ich diesen absolut gleiche Bedingungen bieten zu können, so dass sie hoffentlich alle auf einmal blühen. Ich finds immer sehr viel bombastischer wenn mehrere Stiele gleichzeitig in voller Blüte stehen. Die beiden Töpfe vorn auf dem zweiten Bild sind eigentlich "Ampeltöpfe", nur habe ich sie nicht aufgehängt. Das würd ich gern machen wenn ich einen Ampeltopf mit einem vernünftigen Untersetzersystem finde.

http://i199.photobucket.com/albums/aa118/betonklotz/Hippeastrum/IMGP3202.jpg

http://i199.photobucket.com/albums/aa118/betonklotz/Hippeastrum/winterruhe.jpg

Irisfreundin
18.11.2009, 20:30
Ich habe umgekehrt gelernt, dass Tontöpfe schlecht für empfindliche Pflanzen sind, weil durch die Verdunstung im Wurzelbereich Verdunstungskälte entsteht. Wobei dieser Effekt umso größer ist, je wärmer es ist.

Gruß
Hannelore

Campo
18.11.2009, 21:37
@ Hannelore
Das habe ich noch nicht gehört. Dann wären Tontöpfe ja nicht so toll...


@ Betonklotz
Vielen Dank für die Fotos und Deinen Bericht!
Fallen die Plastiktopfe nicht um, wenn die Hippeastren blühen?
Ich habe festgestellt, dass das Kokohum in den Plastiktöpfen (ein paar habe ich auch) viel länger feucht bleibt, als in Tontöpfen. Das hat sicher Vor- und Nachteile!
Diese hohen viereckigen Töpfe sehen auch sehr praktisch aus! Wo gibt es die denn?

Citrus
18.11.2009, 22:31
...Fallen die Plastiktopfe nicht um, wenn die Hippeastren blühen?
Ich habe festgestellt, dass das Kokohum in den Plastiktöpfen (ein paar habe ich auch) viel länger feucht bleibt, als in Tontöpfen. Das hat sicher Vor- und Nachteile!
Diese hohen viereckigen Töpfe sehen auch sehr praktisch aus! Wo gibt es die denn?


Hallo Manja,

Die hohen viereckigen Töpfe bekommst am ehesten bei Palmen- oder Kakteenhandlungen.

Stimmt, das Substrat bleibt generell in Plastik länger feucht als in Ton, da letztere ja durch die poröse Wand auch Wasser verdunsten.

Ob Plastik oder Ton - ich glaub fast, das ist quer durch die verschiedenen Pflanzenliebhabergruppen schon fast so was wie ein Glaubensstreit ;)...

Plastik hat (mindestens!)ein paar echte Vorteile: preisgünstig, leicht, gut zu reinigen, bei 4eckigen T. Platzersparnis, und die Wurzeln hängen sich nicht am Material so fest was das umtopfen erleichtert, bzw. die Verletzungsgefahr der Wurzeln herabsetzt.

Trotzdem (;)) bleib ich für grössere Pflanzen beim Tontopf weil: wird nicht so schnell vom Wind verweht, gefällt mir optisch besser, ...und fängt nach 2 Sommern an der Sonne auch nicht an zu stinken, wie viele Plastikwaren. :D

In wie weit die Verdunstungskälte (bei Sommerstand) den Hippeastrenwurzeln zusetzt oder nicht, das kann ich nicht sagen, sehe nur, dass die Zwiebeln in beiderlei Gefässen i.A. gut gedeihen.

haweha
18.11.2009, 22:41
Ich hatte diverse Hippeastren in Tontöpfe wieder-eingepflanzt (aus Bequemlichkeit, weil ich die in denen gekauft hatte). In meinem neuen Domizil in Solingen sind die Pflanzen allgemein erheblich schlechter gewachsen, und die in den Tontöpfen gleich fast gar nicht. Ich habe keine Zweifel mehr daran, dass für diese Pflanzen Plastiktöpfe erheblich günstiger sind. Ich habe aber noch nie festgestellt, dass Plastiktöpfe oder -Balkonkästen stinken; es handelt sich um eine Ausnahme.

Campo
18.11.2009, 23:28
Das spricht ja dann eher gegen Tontöpfe. Liegt das eventuell daran, dass sie nicht so eine konstante Bodenfeuchtigkeit bieten können?

Was macht Ihr, damit die blühenden Pflanzen in den Plastiktöpfen nicht umfallen?

Betonklotz
19.11.2009, 02:47
Nichts. Meine Töpfe sind so groß gewählt dass sie fest stehen. Ich kann noch mal Photos hereinstellen wenn ich meine neuen Zwiebeln eintopfe. Ich benutze mal ein anderes Substrat als Kokosfaser womit ich jetzt nur noch gearbeitet habe. Dazu dann mehr wenn ich morgen hoffentlich alles zusammen habe.
Obwohl das Kokoshum jetzt nicht wirklich schwer ist, hat es bis jetzt auch alles gut geklappt. Auch die Seramis-Drainage ist nicht bedeutend schwerer, eher im Gegenteil. Wie du auf dem zweiten Bild siehst habe ich ja die Oberfläche des Substrats bei den meisten Töpfen mit Aquariumkies bedeckt. Das hat gut gegen die Trauermücken geholfen. Die Kokosfasern wurden etwas verdichtet, geschadet hats anscheinend nicht.

Micc
19.11.2009, 11:07
Gegen das Kippen der Plastiktöpfe lege ich manchmal große Rheinkiesel oder andere Steine auf das Substrat. Oder ich mache als erste Aktion beim Eintopfen eine Drainage aus schwerem mineralischem Zeugs in die Pötte. Ein paar Zentimeter Kies kann bei weniger hohen Pflanzen schon was bringen.

Bei den ganz harten Fällen bleibt dann noch ein schwerer Übertopf, in den man ein Abflussloch bohrt oder den man auch wieder drainiert.

:)
Michael

haweha
19.11.2009, 17:18
Wenn die Töpfe umfallen dann sind se sowieso zu klein gewählt.
Habe zur Topfgröße schon in meinem Kompendium geschrieben :rolleyes:

http://www.exoten-forum.de/vb/showthread.php?t=27001

Bettina
19.11.2009, 20:29
Was macht Ihr, damit die blühenden Pflanzen in den Plastiktöpfen nicht umfallen?

Manja,
Du kannst Dir neben dem Beschweren mit Kiseln oder einem Keramik-Übertopf auch dadurch helfen, in dem Du die Plastiktöpfe in einen Blumenkasten stellst, dann fallen sie garantiert nicht um. Und schöner aussehen tut's dann auch. :)

Gruß
Bettina

Campo
23.11.2009, 00:05
Guten Abend;

vielen Dank für Eure Antworten! Dann probiere ich jetzt auch Plastiktöpfe aus!

Viele Grüße,

Manja

Betonklotz
24.11.2009, 14:36
http://i199.photobucket.com/albums/aa118/betonklotz/Hippeastrum/IMGP3311.jpg http://i199.photobucket.com/albums/aa118/betonklotz/Hippeastrum/IMGP3312.jpg

Das sind nun die neugekauften Emerald und papilio in 2 Teile Tannenrinde zu 1 Teil Perlit.
Die Tannenrinde habe ich aus einer Tierhandlung, wurde da als Einstreu für Reptilien angeboten. Perlit habe ich erst nach langem Suchen bei einem Gartenlandschaftsbaubetrieb mir etwas abzweigen können. Ich denke das Substrat ist so von der Struktur her schon mal vorteilhafter als Kokosfaser da keine Staunässe zustande kommt und es sehr viel luftdurchlässiger ist. Allerdings ist die Wasserhaltefähigkeit auch deutlich schlechter, ich hab da zuerst gar nicht so dran gedacht, aber das Wasser sickert natürlich nur so durch.
Rinde kennt man ja von den typischen Baumarkt-Phalaenopsis als Substrat, bei den teilweise epiphytisch wachsenden Hippeastren also gar nicht verkehrt. Ich denke ich werde in Zukunft damit etwas mehr herumexperimentieren, mische etwas Blähton/Seramis hinzu damit ich weiterhin von unten gießen kann!

Noch sitzen die Pflanzen in sehr klein gewählten Töpfen, ich wollte halt erst einmal das Substrat ausprobieren. Sobald die Pflanzen über Blattwerk verfügen und ich nur noch von unten gieße, werde ich sie in jeweils eine Topfgröße größer setzen. Der Topf der Emerald ist doch zu klein, das sind 15cm Durchmesser, keine 2l Volumen.

ty
25.11.2009, 02:19
Frage an Radio Eriwan: "Sein es Zufall, dass heute Abend Thread von 'Töpfe' kommen vor Thread von 'böse Überraschungen'?"

Wenn mehrere verschiedene Sorten (tetraploide und diploide, starkwüchsige und schwachwüchsige, ....) bei mir mindestens dreimal hintereinander im gleichen Gefäss und Substrat geblüht haben, dann weiss ich, dass es bei mir, mit meinen Kulturbedingungen so klappt. Nur: wer hat die sonst noch?

Zum Glück haben wir hier und anderswo aber Experten mit wesentlich längerer und breiterer Erfahrung als ich, ihre Ratschläge sind auch in diesem Forum zu finden.

Die Tanne gehört zu den Piniengewächsen, deren Bestandteile (Holz, Rinde, Nadeln) einen relativ hohen Gehalt an ätherischen Ölen haben. Sie sind deshalb nur sehr kritisch zu verwenden.

Selber habe ich heute verschiedene Substrate in verschiedenen Gefässen - jede Kombination braucht ihre ganz speziellen Pflegebedingungen (bei den Spezies dann auch noch sehr sortenabhängig) und es geht auch bei mir nicht alles zusammen. Und über wieviele Misserfolge ich zum heutigen Stand des Irrtums gelangt bin, darüber möchte ich besser beschämt schweigen.

Liebe Grüsse
ty

Citrus
25.11.2009, 20:14
Frage an Radio Eriwan: "Sein es Zufall, dass heute Abend Thread von 'Töpfe' kommen vor Thread von 'böse Überraschungen'?"


Hallo ty,

Ich hoff doch, dass da kein Zusammenhang besteht :grins:!

Betonklotz
04.12.2009, 00:42
ty, es wurde ausdrücklich Pinienrinde empfohlen ... auf dem Gardenweb haben einige Leute ihre Zwiebeln in so einem Medium. Ich probiers eben aus, der Sack mit der Rinde ist jetzt eh leer und ich werde mal schauen wie die Zwiebeln sich gegenüber der herkömmliche Kokosfaser machen.

http://i199.photobucket.com/albums/aa118/betonklotz/Hippeastrum/sonatini3.jpg
Hier hab ich Rinde, Seramis, Perlit und Aquarienkies gemischt.

Dorschi
04.12.2009, 10:56
sieht zumindest gut aus!
Viel Glück damit!
Vielleicht macht es auch ein Gemisch aus Kokosfasern und Pinienrinde.
Ich fülle in meine Container unten als unterste Schicht ganz normalen Kompost aus meiner Eigenproduktion, der schön mit Pferdemist durchsetzt ist und auch durchaus noch ein paar Würmchen enthält.
Dann klappt es zwar nicht mit Hawes Durchspülen, aber die Bollen können, wenn sie dann längere Wurzellen haben auf ein saftiges Nahrungsreservoir zugreifen.
Was sie auch durchaus tun!

Betonklotz
04.12.2009, 13:21
Also ich kann mir keinen organischen Dünger in der Wohnung vorstellen. Mein Medium ist nur zum Halten der Wurzeln da, der Rest kommt mit dem Gießwasser.
Rinde/Kokosfaser halte ich für keine gute Idee da du mit den Kokosfasern ja die Poren wieder schließt. Das gute an Perlit, diesen Reptilien-Einstreu-Rinden-Stücken, Seramis und dem Kies ist dass sie alle eine ähnliche Korngröße haben und so für ein sehr lockeres gut durchlüftetes Substrat sorgen in dem überschüssiges Wasser nicht gehalten wird!