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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ritterstern brutzwiebel



babsi
17.11.2004, 16:03
hallo leute!

mein ritterstern oder amaryllis oder hippeastrum oder wie auch immer das ding jetzt richtig heißt hat fünf brutzwiebelchen die den topf ganz schön füllen.

soll ich die weggeben von der großen zwiebel? wenn ja, wie? ausgraben und abschneiden oder abbrechen?

falls das mit den zwiebelchen funktioniert hätt ich dann natürlich ein paar abzugeben!

lg

babsi

haweha
18.11.2004, 20:32
Hallo Babsi:
Bitte nix von dem <Ding> abbrechen...aua!!! Ich würde Dir stattdessen empfehlen, die (neuen) Ableger einfach dran zu lassen und mit der Mutterpflanze wenigstens ein Jahr aufzupäppeln, weil die Verbindung zur Mutterzwiebel sich erst in diesem Zeitraum von selbst allmählich löst. Dazu setzst Du die gesamte Pflanze beim nächsten Austrieb in einen Topf um, der um den Zwiebelklumpen noch einige cm bis zum Topfrand Platzreserve gibt. Wichtig ist ein heller Fensterplatz, der den zahlreichen Bättern aus Mutter- und Tochterpflanzen genügend Licht gibt, angemessene, bei vollem Blattwachstum und heissem Wetter reichliche Wassergaben, wobei aber niemals über längere Zeit Wasser im Untersetzer stehen bleiben darf, sowie - oft abgestritten, aber äusserst wichtig - eine regelmäßige Düngung, um das Wachstum der (Brut)zwiebeln zu beschleunigen. Ich habe die allerbesten Erfahrungen damit (ich schwöre!), bei j e d e m Giessen zu düngen, und zwar verwende ich das Substral Universal (N-P-K) : 6-3-6 in der grünen Flasche, in einer Konzentration von 1 bis max. 1,5 mL pro L lauwarmes Giesswasser. Aber andere Flüssigdünger sind bestimmt auch gut. Ich versichere Dir, >mit ohne< oder mit unzureichender Düngung ist kein Substanzerhalt bzw. lohnender Zuwachs möglich! Bei sorgfältiger Pflege kann man dagegen aus den stärksten Ablegern in nur einem Jahr blühfähige Pflanzen erhalten. Erst dann lohnt es sich auch, Brutzwiebeln abzutrennen. Aber ich würde es nicht tun, es sei denn, Du hättest eine ganz besondere und vielleicht seltene Sorte und wolltest jemand unbedingt ein Exemplar davon vermachen. Stattdessen lässt Du immer noch alles beisammen, bis Du einen Topf mit mehreren blühfähigen Pflanzen hast. Es ist einfach ein herrlicher Anblick, wenn ein ganzer Cluster von Blütenständen zusammen aufblüht! In Holland gibt es übrigens eigens eine Ausstellungs-Kategorie <Cluster-Pflanzen>, Töpfe mit mehreren blühfähigen Zwiebeln zusammen.
Ich pflege zur Zeit selbst 3 Cluster. Der älteste ist von <Cantate> einer weinroten Sorte, 8 Jahre alt, steht mittlerweile in einem 25 L-Pott, mit einer Mutterzwiebel von knapp 50 cm Umfang und umgeben von zahlreichen fetten Brutzwiebeln, die ihrerseits schon Ableger gesetzt haben... Dieser Klump hat im letzten Frühjahr 12 Blütenstiele gebracht. Aber so weit würde ich es an Deiner Stelle doch nicht kommen lassen...so ein Topf passt auf keine Fensterbank und ist schon eine unkomfortable Sache.
Ach ja, noch was: Als Pflanzerde kann ich (zumindestens für Amaryllis und Verwandte) Kokossubstrat wärmstens empfehlen. Ich verwende diese auch zur Aussaat von Amaryllis. (Ich kreuze alles an Amaryllis, was ich in die Finger kriege... aber das ist ein anderes Thema)

Viel Erfolg bei der Anarylliskultur!
wünscht Dir
haweha

haweha
20.11.2004, 21:26
(Nachtrag)....Hallo Babsi;
Es würde mich noch interessieren, was für eine Amaryllis Du da hast, die auf einmal so viele Ableger angesetzt hat. Die hauptsächlich erhältlichen grossblumigen Sorten bilden üblicherweise nämlich nur sehr wenige Brutzwiebeln. Weisst Du (noch) den Namen von Deiner? Oder kannst Du sie kurz beschreiben? Würde mich sehr freuen!
Gruss
haweha

babsi
23.11.2004, 13:04
hallo!

danke für die ausführliche antwort!

ich hab eine kleine zwiebel (ca. zwei zentimeter mit einem kleinen blatt) von meinem opa bekommen und hab sie mal ein bisl liegen lassen. irgendwann im frühjahr glaub ich wars hab ich sie dann eingesetzt und in den garten gestellt. jetzt ist die große zwiebel etwa 4 cm groß und hat so an die acht blätter (ein paar sind schnecken zum opfer gefallen). seit dem sommer macht sie eben lauter kleine brutzwiebel die schon fast keinen platz mehr im topf haben.

also ich kann dir leider nicht sagen welche sorte es ist, es sei denn ich frag mal meinen opa. ob der weiß welche sorte er hat weiß ich auch nicht.

meine hat noch nie geblüht - kein wunder, ist ja noch ganz jung - und ich hab sie noch nie gedüngt. ich gieße sie auch alles andere als regelmäßig. meinst du ich kann jetzt anfangen mit dem düngen? blütezeit ist ja winter, oder?

lg

babsi

haweha
23.11.2004, 21:50
Hallo Babsi!
Danke für die Beschreibung! Demnach könnte Deine Amaryllis eine kleine Kostbarkeit sein, eine Sorte, die möglicherweise uralt - und schon lange von den (meisten) Fensterbänken verschwunden ist. Ich gebe zu, dass ich selbst äusserst interessiert an einem Exemplar davon wäre, würde aber vorschlagen, dass Du die Pflanze - samt <Anhang> zunächst eine Saison aufpäppelst, bis Du an Hand der Blüte selbst feststellen kannst, ob Du eine Rarität bersitzt. Hierzu schlage ich Dir weiterhin vor, dass Du wie folgt vorgehst: Die Pflanze wird, da sie noch keine Blühgrösse erreicht hat, ab jetzt bis zum Spätherbst 2005 durchkultiviert. Zunächst lässt Du die Erde ein paar Tage abtrocknen und holst die Pflanze dann vorsichtig aus dem Topf heraus: Blätterschopf der Hauptzwiebel lose umfassen, Topf umdrehen, Topfrand auf der Tischkante aufschlagen, bis der Topfballen herauskommt. Lose Erde entfernen, Wurzelballen eingermassen erhalten lassen, Pflanze in grösseren Topf (s. Post vom 18.11.) umsetzen, nicht zu tief, dabei Topferde nur schwach andrücken. Mit lauwarmem Wasser bis zur vollständigen Sättigung angiessen und Wasser mit schräg gestelltem Topf vollständig ablaufen lassen. Mit Untersetzer am
h e l l s t e n Fenster aufstellen Zimmertemperatur 20+ grd C; warten, bis die Erde anfängt trocken zu werden, dann mit dem Giessen beginnen: Lauwarmes Wasser mit Flüssigdünger (s 18.11.) in den Untersetzer. Immer nur soviel Wasser geben, wie innerhalb relativ kurzer Zeit von der Erde aufgesogen werden kann. Damit das vollständig möglich ist, muss der Topf (auch) Abzugslöcher auf den Teilen seiner Grundfläche aufweisen, die direkt auf-liegen. Es gibt aber keine Standardregeln für's Giessen. Der Wasserverbrauch ist stark abhängig von Helligkeit, Wärme und Luftfeuchtigkeit und dem aktuellen Wachstumszustand der Pflanze. Geheimnis der Pflanzenpflege ist nicht Bewässerung nach Schema F, sondern Beständigkeit darin, den Bedarf abzuschätzen und adäquat zu reagieren, und dass über Monate und sogar Jahre (wenn man z.B. Amaryllis aus Samen zieht). Nach diesem Prinzip pflegst Du die Pflanze bis zum nächsten Herbst durch und gibst dann eine Ruhezeit: Ohne Wasser bei niedrigeren Temperaturen... aber bis dahin ist ja noch weit.

Möglicherweise ist Deine Pflanze aber auch gar keine Amaryllis (Hippeastrum), sondern eine Verwandte: Könnte es sein, dass das eine Vallota ist? Diese hat schmalere, typisch >2 cm breite, längsgerillte und besonders d u n k el grüne Blätter, neue Brut-Zwiebelchen werden an teils sichtbaren wurzelartigen Stielchen gebildet und liegen nachher z.T. lose auf der Erde, sind zunächst gelblich und färben sich dann rot, bevor sie eintrocknen und dann hellbraun werden. Für die Vallota gelten im Prinzip die oben genannten Pflegehinweise,; ihr Wasserverbrauch ist aber deutlich geringer, so dass mit mehr Vorsicht gegossen werden muss.
Na schau doch mal (vielleich auch, zum Vergleichen im Internet: Unter Vallota purpurea oder Cyrtanthus purpureus) Vielleicht kannst Du dann später noch mal berichten?
Gruss
haweha

amrei
24.11.2004, 23:25
Moin!

Ich habe auch mal eine Amaryllis-Frage:

ich habe eine Zwiebel, die im Frühling (oder war es Sommer?) geblüht hat. Wie auf der Beschreibung stand, habe ich sie dann ein paar Wochen nach Abblühen trocken und dunkel gestellt und jetzt im Herbst wieder eingetopft und gegossen. Da es aber meine erste Amaryllis war, hab ich einen Fehler gemacht und sie zu früh aus dem Schrank geholt; nämlich als ein Blatttrieb kam und nicht, als eine Blütenknospe zu sehn war. Nun steht sie auf dem Fensterbrett und treibt ein Blatt nach dem anderen, aber keine Blüte :(

Wie gehts jetzt weiter? Ist noch eine Blüte zu erwarten? Soll ich düngen? Wann fängt dann die nächste Ruheperiode an?

Liebe Grüße, Amrei

karana
25.11.2004, 01:39
... auch eine Amaryllisfrage *g*

Ich hab ein junges Brutzwiebelchen bekommen (Durchmesser ca 3 cm) - und nun? Ich habs einmal in leicht feuchten Sand gesteckt, damit es nicht austrocknet - und ich noch dazu komme hier nachzufragen *g*

danke

karana

haweha
25.11.2004, 23:34
Und ich habe eine Amaryllis-Antwort (was sonst *g*)

Amaryllis-Zwiebeln werden vor dem Verkauf von dem Anzuchtbetrieb bis zu 1/4 Jahr kühl und trocken (ohne Erde) gelagert, und sind dadurch so programmiert, dass sie beim Verbraucher in kürzester Zeit Blütenstiele treiben.
Durch den rasanten Austrieb - bei wohlgemerkt beschädigtem und halbvertrockneten Wuzelwerk - werden die Zwiebeln stark geschwächt, und brauchen dann eine Vegetationsperiode bei besten Pflegebedingungen, die weit weit mehr umfasst als <ein paar Wochen>, um wieder den Umfang und die Blühkraft zu erreichen, die sie beim Kauf aufweisen. Es sind eher ein paar Monate nötig!
Die Pflanze ist von Natur darauf eingerichtet, nach der Blüte eine längere Wachstumsphase zu haben. Das sieht man zum Einen daran, dass sie nach der Blüte unter günstigen Bedingungen kontinuierlich neue Blätter entwickelt, zum Anderen auch daran, dass ihre Samenblätter dünn (ohne Schutzschale) nicht auf lange Austrocknung eingerichtet sind, und am Boden sofort auskeimen können. Sie unterscheiden sich hierin z.B von unseren heimischen nächsten Amaryllisverwandten, nämlich Schneeglöckchen, Märzenbechern und Narzissen, wo ziemlich bald nach der Blüte Schluss mit Blattwachstum ist, und deren Samen erst einen Sommer lang ruhen, bevor sie auskeimen.
Ich kann versichern, aus vielfacher Erfahrung: Je länger die Vegetationsperiode, desto bessere Amaryllis-Zwiebeln habe ich erhalten. Pflanzen, die ich am Fenster stehen habe, pflege ich bis ca. W e i h n a c h t e n und schalte dann erst eine Ruhezeit ein, indem ich zunächst einige Tage dass Giessen einstelle, bis die Erde trockengesaugt ist, dann den Blattschopf abschneide, mit alkoholischer Insektizidlösung einsprühe und daurch gleichzeitig die Wunde desinfiziere, und dann die Töpfe bei 13 grdC lagere, bis von selbst ein Austrieb erscheint. Das mit dem Abschneiden hört sich grausam an; es ist jedoch ungünstiger, eine Gruppe von - reich beblätterten - Pflanzen, die sich unter den schlechten (Winter-)Lichtverhältnissen gegenseitig beschatten, weiter zu pflegen, weil die Blätter dann sinnlos einen Teil der in der Zwiebel aufgespeicherten Reservestoffe wieder veratmen.
Anders sieht es aus, wemn man künstliche Beleuchtung zur Verfügung hat; man kann dann unter optimalen Bedingungen beliebig lange Vegetationsperioden realisieren. Die Amaryllis (wohlgemerkt die Hippeastrum) reagieren nämlich i.w. nur auf die Bedingungen Wärme, Licht und Wasser (nicht so sehr auf die Tageslänge bzw. die Jahreszeit, wie z.B.die <echte> Amarylis, die Belladonnalilie) und sind deshalb auf faszinierende Weise ganz praktische Pflanzen: Man kann genügend herangewachsene Zwiebeln sogar mitten im Sommer trocken und kalt (13-17 grdC) einlagern und erhält dann sozusagen gesetzmässig nach gut einem 1/4 Jahr blütbereite Zwiebeln.
Dagegen pflegt man Sämlinge und Brutzwiebeln (Ableger) konsequenterweise o h n e Ruhephase bis zum Erreichen der Blühgrösse unter bestmöglichen Bedingungen durch, wenn man schnellstmöglich das Resultat einer Kreuzung sehen will, oder wenn man Ableger von seltenen Arten oder kostbaren neuen Hybriden bekommen hat. Ich würde vorschlagen, kleinere Pflanzen mit Blättern an dem - lichttechnisch gesehen - besten Fenster aufzustellen und wie beschrieben (S.23.11) bis zum Herbst 2005 durchzukultivieren. Eine Brutzwiebel kann in einem passenden Topf (ca 12er Plastiktopf) in leichter Aussaaterde oder Kokossubstrat, wiederum am <besten> Fenster angetrieben werden. Einmal gut angiessen (s 23.11., Wasser gut ablaufen lassen) dannn bis zum Einsetzen stärkeren Wachstums nur noch sehr vorsichtig. Vorteilhaft für das Wurzelwachstum ist Heizungswärrme von unten (bis 25 grdC Erdwärme ist gut).
Brutzwiebeln würde ich überhaupt nur weiterpflegen, wenn ich eine besondere Rarität erhalten hätte. Es gibt für ein paar TEURI doch so schöne blühfähige Zwiebeln von vielen Sorten zu kaufen! Also, wirklich mal praktisch gedacht: Wozu einen Ableger päppeln, dessen Blüte man sowieso schon kennt?
Diese meine Meinung hat aber auch den Hintergrund, dass ich jedes Jahr hunderte von Sämlingen aus verschiedenen Kreuzungen heranziehe, und davon erbarmungslos das allermeiste wegschmeissen muss. Ich behalte nur die Überflieger (das sind die aussergewöhnlich schnell wachsenden, die Aussicht haben, schon nach 2 Jahren Blühgrösse zu erreichen) Ich habe einfach keinen Platz mehr und sehe jetzt schon einer sog. Amaryllis-Katastrophe entgegen:
Fangt niemals an, zu Hause Amaryllis zu züchten! Wenn Ihr einmal Blut geleckt und den Bogen raus habt, kann Euch die Angelegenheit schnell über den Kopf wachsen! Jede Pflanze ist wie ein Lotterielos und man wartet mit Spannung, was rauskommt. Kann eine Art Sucht werden (Aber das nur am Rande *g*).
Grüsse
haweha

karana
26.11.2004, 01:19
hawewa, vielen Dank, das ist Info pur!

Die Brutzwiebel blieb in einem Verkaufskistchen übrig, drinnen waren große schneeweiss blühend beschriebene Amarylliszwiebeln - offenbar ist der kleine Racker abgefallen... gottlob entdeckte meine Freundin das kleine Ding, und wohlweislich von mir instruiert, mir sämtliches pflanzfähige Zeug treulich zu überbringen *g* - nö, ernsthaft, als Überraschung brachte sie mir den Wurz, ohne selbst genau zu wissen, was das sein könnte. Bis auf "weiss" und "Amaryllis" und "Riesenknollen!!!" hat sie mir nix dazugesagt *g*

Mal sehen, mir gehts nicht um schnelle Blüte oder seltenste Sorten, ich topfe alles mögliche ein und schau, was passiert. ZB eine Klivie, die grade ihr drittes Blatt schiebt... *g* Höhe knapp 5 cm, süüüß! Oder die Mammillarien, über das Stecknadeldasein sind sie schon hinaus (1 cm), sehen aber immer noch... naja, kindchenschema-artig aus...

Wie gesagt, das Zwutschkerl darf sich Zeit lassen - nur: meine Frage eben deshalb, weil ichs ned vorsätzlich umbringen will.

*gg* Das mit der Sucht glaub ich gerne - auch im Passiflora-Bereich lese ich das immer wieder... und stinknormale Zimmerpflanzen haben wohl dasselbe Potential, - nämlich den Platz hurtig eng werden zu lassen... (unbeteiligtschau)

karana

amrei
28.11.2004, 18:31
Moin haweha!
Danke auch von mir für die zahlreichen Infos! Heißt das jetzt für meine Amaryllis, daß:
- ich die am besten bis Weihnachten kultiviere
- sie dann schlafen lasse, bis es wieder mehr Licht gibt
- und sie dann wieder (im Dunkeln) gieße und warte, bis sie einen Blühtrieb zeigt
- und sie dann wieder ins Helle und Warme hole???

Ciao, Amrei

~yuecel
28.11.2004, 18:58
@Haweha
Hast Du noch ein paar Tips für die Aussaat auf Lager? Ich habe hier ein paar Samen von Hippeastrum papilio liegen und wollte sie jetzt aussäen.
Vielen Dank für Deine bisherigen Erklärungen!:)

PS: Alles klar! Schon gefunden! Du hattest schon mal ausführlich die Aussaat beschrieben.:)

haweha
29.11.2004, 00:20
Hallo Amrei
Da es fraglich ist, ob die Zwiebel jetzt Blühstärke (wieder) erreicht hat, würde ich sie, wie beschrieben, durchkultivieren, an dem besten vorhandenen Platz. <Von unten> giessen, nur so viel, wie in kurzer Zeit aufgesaugt wird. Es gibt Töpfe, welche am Boden Abstands-Lamellen haben, wodurch die Abzugslöcher nicht auf dem Untersatz aufsitzen - dann ein passendes Pad aus dünnem Schaumstoff ausschneiden und zur Überbrückung unterlegen. Lauwarmes Wasser mit Flüssigdünger (s.o.) verwenden. Im Winter braucht bzw. darf oft tagelang nicht gegossen werden. Der Wasserverbrauch ist wirklich extrem schwankend und hängt von der vorhandenen Blattmasse und dem Klima ab. Sollte es am Fenster sehr kühl werden, nicht giessen! Oft <merken> Pflanzen, die am Fenster durchkultiviert werden, d o c h den Wetterverlauf und treiben dann, voll beblättert, im Frühjahr Blüten. Das bietet einen viel schöneren Anblick als neu aufgesetzte <kahle> Zwiebeln. Ich würde das mal ausprobieren. Ansonsten wie beschrieben im Spätherbst die Ruhezeit einleiten, den spontanen Neuaustrieb abwarten und neu antreiben.
Gruss haweha

haweha
29.11.2004, 01:14
Hallo Yücel
Sehr schön! Jetzt wird es für mich richtig interessant! Also, wie bist Du denn an die H. papilio-Samen drangekommen? Weil: Es ist für gewöhnlich nicht möglich, die Art durch Selbstbestäubung bzw. durch Bestäubung innerhalb eines Klons von dieser Art zu vermehren. Oder sind die Samen durch Bestäubung mit einer anderen Art gewonnen worden? H. papilio hat diploides Erbgut und nimmt den Pollen von mehreren diploiden Arten und Sorten an. Das sind vor allem neuere Sorten mit kleineren zierlichen Blüten, z.B. Pink Floyd und Cybister-Hybriden.
Andererseits setzt H. papilio aber auch bereitwillig mit den grossblütigen tetraploiden <Amaryllis>-Hybriden Samen an; die Embryos in den Samenblättchen sind dann aber leider verkrüppelt und nicht lebensfähig. Zu erkennen ist es daran, dass die Samenblättchen weisse und / oder rötliche Fleckchen aufweisen. Es gibt ganz ganz wenige Ausnahmen; man kann sie nur herausfinden, wenn man die ganz frischen Samen untersucht.
Also, wenn die Samenblättchen eine gleichmässig schwarze Oberfläche haben, dann säe die mal.
Eine Ergänzung zur Aussaat: Ich fülle inzwischen die Kästen zuerst zu 1/3 mit feinem Blähton oder Perlite oder Seramis als Drainageschicht, bevor ich mit Aussaaterde auffülle. Dann kriegen die Wüzelchen der Sämlinge nach durchdringendem Giessen schneller wieder Luft...
Falls in Deinem Anzuchtbereich diese kleinen schwarze Fliegen (=Pilz-oder Trauermücken; =Sciara) auftreten, wirst Du sie bekämpfen müssen, sonst fressen deren Maden die Keimlinge von unten her auf. Das sieht man erst, wenn es zu spät ist. Dieser Schädling ist mittlerweile wirklich ein Problem geworden. Ich selbst verwende Nexion-Neu (Chlorpyrifos-Granulat mit Langzeitwirkung) von Celaflor, das ich auf das fertige Saatbeet aufstreue, bevor ich angiesse. Es gibt aber auch biologische Mittel, die im Forum schon besprochen wurden (von Fa. Neudorff).
Na ja, ich hoffe, dass es trotz genannter Vorbehalte und möglicher Schwierigkeiten mit der Aussaat klappt. Lass Dich nicht abschrecken, sei aber auf mögliche Anfangs-Misserfolge gefasst.
Bitte berichte unbedingt über die Herkunft der H-papilio-Samen...
Gruss
haweha

babsi
02.12.2004, 15:15
hallo leute!

hier mal ein paar fotos von meiner amaryllis, die oben schon beschrieben wurde! habe sie heute umgetopft und werde sie jetzt laut anweisung kultivieren!

lg

babsi

nahaufnahme von den zwiebelchen
http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10006/normal_DSCF0003.JPG

bild von der ganzen pflanze, bitte gedreht vorstellen *G*
http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10006/normal_DSCF0004.JPG

haweha
02.12.2004, 20:59
Hallo Babsi:
Danke für die präzisen Fotos! Es handelt sich eindeutig um eine Hippeastrum; vielleicht eine immergrüne Art. Die Pflanze sieht sehr gesund aus; keinerlei Befall durch Milben oder roter Brenner erkennbar. Auch die gewählte Topfgrösse ist angemessen. Jetzt am hellen Fenster pflegen; zunächst bis zum deutlicher erkennbaren Einsatz von Blattwachstum nur äusserst vorsichtig giessen. (Erst mal gar nicht, bis die angegossene Erde oberflächlich abgetrocknet ist). Es darf kein Wasser im Untersatz stehen bleiben. Günstig wäre Heizungswärme von unten usw.... alles wie schon gesagt.
Übrigens kann man, wenn man das Wachstum der Pflanze sorgfältig beobachtet, feststellen, wann die Zwiebel einen Blütenstiel anlegt. Normalerweise kommen Blätter zweizeilig, d.h. im Wechsel links und rechts aus der Zwiebel, d.h. wenn z.B ein Schopf von 4 Blättern zusammen erscheint, sind zwei rechts und zwei links, und an der Grössenabfolge der Blätter sieht man, welches das älteste ist. Der Bauplan der Zwiebel ist so, dass eine Blüte in der Achsel eines besonderen, zusätzlichen Blattes angelegt wird. Dieses Blatt erscheint auf der gleichen Seite wie das nachfolgende Blatt, und zwischen diesen Blättern <auf der gleichen Seite> entwickelt sich der Blütenstiel. Üblicherweise setzen genügend grosse Zwiebeln nach jedem 3. regulären Blatt dieses <besondere> Blatt an, woraus ja die die bekannte Regel folgt, dass pro 4 Blätter insgesamt, 1 Blütenstiel angelegt wird. Langer Rede kurzer Sinn: Erscheinen 2 Blätter hintereinander auf der s e l b e n Seite, ist mit der Anlage eines Blütenstiels zwischen diesen beiden zu rechnen. (Der Blütenstiel selbst erscheint erst, wenn diese Blätter längst abgestorben sind, ausser bei immergrünen Arten.) Wenn die Blätter ausgewachsen sind und man ihre Altersabfolge nicht mehr so leicht durchschauen kann, so kann man aber diese <Sonder>blätter daran erkennen, dass sie an ihrer Basis nicht eine konplette Zwiebelschale übergehen, sondern schmal bleiben (sie bilden an irer Basis nur eine < h a l b e > Zwiebelschale).
Ich wünsch Dir auf alle Fälle das allerbeste Durchhaltevermögen, um die Amaryllis von Deinem Opa zu neuer Blüte zu erwecken. Ich bin selbst ganz gespannt darauf.
Gruss
haweha

babsi
02.12.2004, 23:56
hallo!

danke für die neuerlichen infos! ist ja echt toll was du alles weißt und super daß du das im sinne des knowledge managements alles weitergibst :)

werde dich auf jeden fall auf dem laufenden halten,

lg

babsi

~yuecel
03.12.2004, 00:34
@haweha
Hast pm (gleich):)

haweha
03.12.2004, 02:26
Und ich danke für die freundlichen Reaktionen und die Infos, die an mich zurückkamen. Na ja - ich bin halt diesen Pflanzen ziemlich verfallen, hatte aber bisher keine Gelegenheit, mich mit Interessierten auszutauschen. Zur Amaryllis als Thema im Forum muss ich feststellen, dass das Interesse ingesamt aber doch relativ mässig ist, wenn ich mit Passiflora, Brugmansien, Orchideen, Karnivoren, Palmen etc vergleiche. Es liegt m.E. daran, dass der Ritterstern durch die Kommerzialisierung zu einem Ramschobjekt verkommen ist, und viele mit dieser Pflanze nicht viel mehr als einen fetten roten Farbfleck assoziieren, die man im Baumarkt - dann braucht man sie noch nicht einmal einzutopfen - für ein paar Eurodollar nachgeschmissen bekommt, um sie dann nach der Blüte schnellstmöglich zu entsorgen. Es freut mich andererseits, dass es hier im Forum Leute gibt, die ein armes verlorenes Amarylliszwutschkerl hochpäppeln wollen, einfach um zu sehen, ob sie das hinkriegen.... Das ist die eine Sache; die andere ist: Inzwischen findet in der Amarylliszüchtung eine Abkehr von der Wuchtigkeit statt, und es ind viele neue Amaryllis-Sorten auf dem Vormarsch, wo mancher fragen würde: Ja, ist denn das wirklich eine Amaryllis? Ich finde, dass die neuen Sorten, z.B die trompetenförmigen, z.B. Amputo (weiss), PinkFloyd (rosa mit weiss) Misty (weinrot mit weissen Spitzen) und Cybister-Hybriden z.B. Chico, LasVegas, Emerald, Reggae u.v.m. sehr schön sind und mehr b e k a n n t gemacht und verbreitet werden sollten. (Bsp. s. bei ludwigamaryllis.nl) Ich selbst züchte bis jetzt hauptsächlich an gestreiften und besonders an g e p u n k t e t e n Tetraploiden (letzte Kreuzung: Picotee x Appleblossom, habe demnächst ein Haufen Sämlinge abzugeben) und bin seit letztem Jahr umschwenkend auf Diploide; Kreuzungen mit H.aulicum var. robustum, H.papilio, <PinkFloyd>, <Chico>, <Melusine> (vermutlich triploid, nur als Pollenspender) sowie <Giraffe>. Von Chico x H.papilio und PinkFloyd x H.Papilio werden demnächst 1-jährige Sämlinge frei, ich sehe aber Probleme mit dem V e r s a n d von Sämlingen, vor allem zur Winterzeit. Die Krönung ist aber das Gelingen von H. Papilio x Tetraploide; davon habe ich z.Zt. (nur) 2 mit <Donau> und 5 mit ( <Donau> x <Ambiance> ).
Mehr jetzt nicht zu Amaryllis (allgemein/Züchtung); ich weiss, dass ich thematisch gesehen jetzt schon hart am Wind segele und befürchte einen Kommentar vom Moderator...
Also an alle: Wünsche viel Erfolg bei der Anzucht aus Samen und dem Aufpäppeln von Ablegern! Viel Wasser, aber auch viel L u f t an die Amarylliswurzeln kommen lassen und die Ausdauer, das über Monate und Jahre durchzuhalten. Dann kann man, wenn man auch noch genügend Licht (aus der Steckdose...) gibt, die Pflanzen dazu bringen, dass sie einem die Bude zuwachsen.
Herzliche Grüsse
haweha

~yuecel
03.12.2004, 12:27
Ich sehe bei den Hippeastrum noch ein anderes Problem: Man wird regelmäßig bei der Blütenfarbe beschissen!
Ich laufe schon ewig hinter der weißen mit rotem Rand hinterher, aber immer wenn´s auf dem Bildchen abgebildet war, hat es sich hinterher als was anderes rausgestellt. Es ist allerdings nicht so, daß ich mich jetzt wirklich händeringend um die Sorte bemüht habe. Nach mehreren Fehlversuchen hatte ich genug rote, rosa, gestreifte und weiße Hippeastrum.:D
Trotzdem habe ich jetzt nochmal den Versuch gewagt und gestern eine Pflanze mit dem Namen Lemon Lime erstanden. Diesmal ist vielleicht auch drin was draufsteht.:) Ich baue mal auf die Seriösität des Gärtners.

Ryu
03.12.2004, 14:13
Keimfähige Samen gibts wahrscheinlich nur, wenn mit einer anderen Hippeastrum bestäubt wird?
Schnüff ... die eine Kapsel die sich neulich gebildet hatte, war leer.

Falls Du mal was zuviel hast, so eine Hippeastrum würd ich gerne mal von klein auf anziehen.

Ich konnte natürlich nicht wiederstehen und hab mir noch ein paar Zwiebeln zugelegt ... :D
Mal sehen, ob da die Farben stimmen.

haweha
03.12.2004, 20:21
Nach meiner Erfahrung muss man bei Wochenmärkten, allgemeinen Ausstellungen und manchmal auch beim Garten-Discounter (Gartencenter) damit rechnen, dass man an Sorte nicht das kriegt, was auf dem Label aufgedruckt ist. Gilt für lose Zwiebeln und eingetopfte Pflanzen gleichermassen. Ich kaufe selbst i.w. nur bei einem Samen-Fachgeschäft meines Vertrauens ein, auch wenn die Ware dort e t w a s teurer ist. Das ist z.B. in Düsseldorf das Fachgeschgäft Böhmann-Ilbertz in der Altstadt. Mein letzter Einkauf waren 4 Chico's (je 12 Euri, das ist die Sorte wert) - und j e d e hat 2 Blütenstiele mit 4 bis 6 Blüten getrieben! Auch eine <Picotee> habe ich von dort (9 € für eine besonders grosse Zwiebel), das ist übrigens - hallo Yücel - die rotgerandete Sorte, die Du gesucht hast. Lemon Lime ist auch sehr sehr schön und m.E. die beste grünlich-weisse Sorte, die zur Zeit erhältlich ist....
Andererseits kann man aber Glück haben, wenn man sich immer bei etwas unsicheren Angeboten wenigstens mal umschaut. Ich bin auf diese Weise an die Sorte <Giraffe> gekommen, die als <GreenGoddess> gelabelt war, aber eine deutlich andere Zwiebelform (als ihre Geschwister in der Wühlkiste) hatte. Inzwischen habe ich einen ganzen Klumpen davon: Die 7 ganz kleinen Brutzwiebelchen an der Mutterzwiebel sind respektabel herangewachsen und haben alle schon geblüht. Das ist mein Cluster Nr.2, (Nr.1 s.o; 18.11.) und den 3. habe ich aus einer H.papilio nach 7 Jahren Pflege ohne Teilung herangezogen; besteht aus mehr als 10 Zwiebeln von inzwischen ähnlicher Grösse, die aber nicht zur gleichen Zeit blühen. Es ist auf jeden Fall lohnend, Brutzwiebeln mit den <Müttern< zusammen zur Blühreife heranzuziehen; ergibt einen überwältigenden Anblick.
Ryu, ich habe noch nie <Leere> Samenkapseln gefunden, weder bei Selbst- noch Fremdbestäubung). Zu Kreuzungsmöglichkeiten habe ich schon etwas bei <Amaryllis blüht> geschrieben. Bei H.papilio finde ich nach Bestäubung mit Tetraploiden vollste Kapseln mit >100 aber wertlosen Samen, mit deformierten Embryos. Ich habe dagegen insgesamt festgestellt, dass bei einer guten Ausbeute von augenscheinlich lebensfähigen Samen aus einer Kapsel, das sind >70 Samen, auch die Keimungrate dieser Samen besonders gut war (>80%). Eine Ausbeute von na so <40 lebensfähigen Samen/Kapsel zeigt dagegen eine Entwicklungsstörung an, vielleicht eine Kreuzungs-Unverträglichkeit, und die Samen keimen oft zum grösseren Teil gar nicht.
Ich habe demnächst Sämlinge übrig (s.o.); nur der Versand bereitet mir Kopfzerbrechen. Bisher säe ich immer alles aus, was an Samen anfällt, denke aber, dass, wenn ein(e) ernsthaft Interessierte(r) ein gezieltes Interesse an Samen aus einer ganz bestimmten Kreuzung äussern würde, da auch Möglichkeiten bestehen sollten...
Grüsse
haweha

Ryu
03.12.2004, 21:01
Weiße hauchdünne Blättchen waren drin, auch nicht so richtig viele. Als Samen konnte ich das nicht identifizieren. :(
Wie muß denn das aussehen? Hast Du Fotos von einer heranreifenden Samenkapsel und nachher von deren Inhalt?

haweha
03.12.2004, 23:13
Hallo Ryu...Wenn die Blättchen weiss waren - das waren unreife Samen. Von selbst geht die Kapsel erst auf, wenn die Samen reif sind. Dann sind es braune oder schwarze Blättchen von der Grösse eines 2 €Cent-Stückes. Mach doch noch ein paar Bestäubungsversuche. Auch Selbstbestäubung liefert bei den <normalen> (tetraploiden) Amaryllis-Hybriden gute Samen-Ausbeuten.
Ich habe mich gerade zum Stichwort Trauermücken durchs Forum gewühlt und bin erschrocken, wie viel Schaden dieses Vieh überall anrichtet. Dieser Schädling ist offensichtlich aktueller denn je. Sciara-Fliegen werden durch torfhaltige Kultursubstrate, und noch viel stärker durch frisch zubereitetes Kokosfasersubstrat wie magisch angezogen. Solltest Du eine Aussaat in solchen Substraten planen, kommst Du um eine - am besten präventive - Bekämpfung nicht herum, d.h. die Massnahmen müssen direkt bei der Aussaat beginnen. Ich selbst verwende , wie o.g., Nexion-Neu, ein Chlorpyriphos-Granulat (von Celaflor, andere vergleichbare Präparate sind Ridder (von BAYER)) und Dursban fest (von DOW-Chemicals). Ich muss aber zugeben, ich habe etwas "Bauchweh", den Einsatz von chemischen Keulen in Wonräumen zu empfehlen...Die Präparate werden normalerweise zur Bekämpfung voon Maden der Gemüsefliegen angewendet.
Das Granulat gibt ganz allmählich seinen Wirkstoff an die Erde ab und wirkt zuverlässig. Die Sciara-Fliegen sind aber "ganz schlau" und weichen auf die Umgebung aus, die nicht vergiftet ist; das ist der über die Abzugslöcher ereichbare Topfgrund. Wenn der aber aus einer genügend dicken Drainageschicht besteht, hat man das Problem natürlich nicht. Ich habe das mit der Einwanderung der Viecher von unten bei den Töpfen ohne Drainageschicht erst vor wenigen Wochen herausgefunden, nachdem ich die Substratoberflächen bei a l l e n vorhandenen Topfen mit einer dünnen Schicht des Granulates bestreut habe (ungefähr so, wie wenn man etwas mit Puderzucker bestreut) und den Mücken so die Suppe versalzen habe (bzw. das glaubte). In der Konsequenz mische ich jetzt bei Neueintopfungen der untersten paar cm Erdschicht ca. 4 g Granulat pro L Substrat bei.
Was Bilder angeht, sorry auch wenn Buh-Rufe kommen, dazu habe ich mich bisher nicht entschliessen können. Danke für Deine Hilfestellung damals mit pm, aber das ist mir alles entschieden zu umständlich. Ich habe z.Zt. auch kein Photo einer reifen Samenkapsel in meinem Fundus. Bei google unter Suchbegriff "australian bulb association image gallery" kannst Du ersten Eintrag öffnen und Gattung "Habranthus" klicken, dort auf der 2. Seite ist eine reife offene Samenkapsel in der auch für Hippeastrum ganz typischen Form gezeigt.
(Und jede Menge weitere schöne Bilder).... Gruss haweha

~yuecel
03.12.2004, 23:33
Wie lange sind die Samen überhaupt lagerfähig? Nicht jeder kann alle Samen auf einmal aussäen.:)

Ryu
03.12.2004, 23:52
Hi haweha,

an Aussaat ist wohl nicht zu denken. Hab mir das Foto angesehen. Von dem Stadium war ich wohl noch weit entfernt. Aber wunderschöne Büten sind auf deren Seiten ... hach ...
Die nächsten Knospen fangen gerade erst an zu treiben. Es wird also noch eine Weile bis zur nächsten Blüte dauern.
Die Trauermücken haben sich noch nicht wieder blicken lassen. Letzten Winter hatte ich Probleme damit. Ich hoffe es bleibt so friedlich .... seufz ... na ganz friedlich ist es nicht ... grummel ... Spinnmilben ... grrrr ....
Kokosfasersubstrat nehme ich nicht mehr, seit dem ich endlich vernünftige Anzuchterde gefunden habe.

haweha
04.12.2004, 21:46
Hallo Yücel: Samen von Hippeastrum sterben innerhalb eines Jahres (annähernd) vollständig ab. Samen sollten innerhalb weniger Tage ausgesät werden, "einige Wochen" geht auch noch. Zu "einigen Monaten" kann man schwerlich was sagen; das hängt wahrscheinlich sehr von der Art der Lagerung ab. Vermutlich wird feuchte Wärme am ungünstigsten sein. Die Lagerbedingungen kann man bei gekauften Samen nicht kontrollieren. Meine letzte Aussaat aus länger gelagerten Samen war Picotee x Appleblosson nach 4 Wochen im Hochsommer d.J. Gab (zu meiner Überraschung) über 80% Sämlinge.
Ich denke mal, wenn Du aus einer kleineren Samen-Bestellung keine Pflanzen erhältst, wird der Händler sicher Ersatz auf Kulanz schicken, wenn Du durch eine Schilderung Deiner Kulturbedingungen glaubhaft machen kannst, das Du die Aussaat fachmännisch vorgenommen hast.
Gruss... haweha

~yuecel
17.12.2004, 15:52
Hier nochmal ein Bild von meiner neuesten Erwerbung. Ich habe sie knospig gekauft und wegen der sehr dünnen langen Knospen hatte ich schon den Verdacht, daß sowas bei rauskommt. :) *froi*

http://img.photobucket.com/albums/v392/yuecel/hippeastrum.jpg

Sie macht auch sehr lange Stiele, ca. 50 cm und mehr.

haweha
17.12.2004, 20:35
Hallo...
Yücel, ( dat is 'ne H."Cybister"-Hybride (müsste die Sorte "La Paz" sein) und die sind momentan sehr in Mode. Auch als Schnittblumen schon gesehen. Die Cybister's sind meine aktuellen Amaryllis-Lieblinge; ich habe die Chico - is auch süüüsss. Diese modernen Hybriden - und andere - kann man sehen bei(u.a) www.ludwigamaryllis.nl

Hallo..
Brugmansia, angießen und einschlämmen tust Du mit Wasser, und die Nährlösung, in der Stärke wie ich sie empfohlen habe ist sooo dünn; da passiert nix. Man kann das eigentlich gar nicht als "Düngen" bezeichnen; das ist der Knackpunkt!!! Und außerdem, und das wollte ich schon längst erklärt haben, weil ich ja so auf das "Gießen von unten" schwöre: Der Strom der Lösung geht dabei immer in eine Richtung, nach oben. Die Nährstoffe erreichen ohne Umwege den Hauptteil der Wurzeln , der sich ja bekanntermaßen in der unteren Topfhälfte befindet, evtl. unverbrauchte Reste gehen mit dem Verdunstungsstrom Richtung Erdoberfläche und können so keinen Schaden anrichten. Wenn also was versalzt, ist das der für die Pflanze uninteressante Teil der Erde. Auf trockener Erde kann man weiterhin effektiver manche Pflanzenschutzmittel einsetzen, wenn es denn nun mal erforderlich sein sollte .
Wenn man von oben gießt, schwemmt man die angesammelte Pampe aus Kalk- und Nährstoffresten immer wieder tief in die Erde ein und schafft dadurch schlechtere Lebensbedingungen für die Pflanze.
Wenn ich aber von oben gießen muss, und das ist bei Saatkästen der Fall, tue ich das, weil die Würzelchen der Jungpflanzen ja noch zu kurz sind, und dannn gieße ich (mit der feinen Brause) aber so erschöpfend, dass der ganze Kasten total durchgespült wird. Mit Kokos-Substrat kann man so was wunderbar machen, und wenn man in diesen Kästen auch noch eine mineralische Drainageschicht hat, ist das Verfahren einfach perfekt (wenn auch lästig, weil man die Kästen zum Gießen und Abtropfen über eine Wanne stellen muss). Keine Verschlämmung (mit CoCo-erde) und die Dusche hat beste Wirkung auf die Sämlinge. Allerdings wird diese Prozedur nur alle paar Tage durchgeführt, erst wenn die Erdoberfläche wieder richtig abgetrocknet und "hell "geworden ist.

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
17.12.2004, 23:21
Danke für die Identifikation!
La Paz kommt hin.:)
Jetzt ist mein Bedarf an Hippeastrum auch fast gedeckt. Nur eine Zwiebel von der Picotee kommt noch in die Wohnung, dann reicht´s. Ich habe eine Quelle für diese Sorte entdeckt.:D

Aber ich habe noch eine Frage, fällt mir gerade ein:
Die Zwiebeln im Handel sind oft von einem Pilz befallen. So ein roter punktförmiger Pilz. Gibt´s dagegen ein gutes Mittel? Oder ist der Befall stark von den Haltungsbedingungen abhängig?
Ich entferne immer die alten braunen Hüllen bis auf eine und putze die Zwiebeln nochmal ab, aber das wird doch sicher kaum ausreichen, oder?!?

haweha
19.12.2004, 01:40
Ach, Yücel;
vorab möchte ich Dir sagen: Deine deftig-frivolen Aufforderungen zur Lammschurrrr waren einfach köstlich; ich habe mich scheckig gelacht und mich selbstverständlich scheren lassen, was da Zeug hielt...
Aber,
was die roten Flecken auf Amaryllis-Zwiebeln angeht, das ist ein heikles Thema, weil es (wieder) den Bereich der Schädlingsbekämpfung berührt.
Zunächst mal die harmlosere Variante: Wenn es sich um eine diffuse Orange-Rotfärbung und um kleine ungefähr gleichveteilte rote Pünktchen handelt, da braucht man nix zu machen, kommt oft beim natürlichen Alterungs- und Absterbeprozess der äußeren (älteren) Zwiebelschalen vor, vielleicht verstärkt durch einen opportunistischen Pilzbefall (vermutlich Colletotrichum).
Wenn aber eingesunkene schwarzrote Fecken vorliegen, ist das der bekannte rote Brenner (red blotch), auch von einem Pilz, Stagonospora curtisii, verursacht. Der kann unter ungünstigen Umständen (nasse Kälte) die ganze Zwiebeln letztendlich in Matsch verwandeln.
Und nochmal aber... das ist auch noch nicht die ganze Wahrheit.
Diese gefährliche Pilzinfektion kommt nämlich (gewöhnlich) nicht "für sich allein", habe ich jedenfalls noch nie so beobachtet, sondern ist ein Sekundärschaden, verursacht durch Substanzbeschädigung aufgrund der Saugtätigkeit parasitischer Weichhautmilben (Steneotarsonemus laticeps, bulb scale mite). Ich ziehe insgesamt sogar in Betracht, dass die Milben die Saugstellen direkt infizieren. Der Direktschaden durch die Milben ist in Form sehr schmaler kurzer hellroter Striche auf der Zwiebeloberfläche zu erkennen, oft am Zwiebelhals. Im schlimmsten Fall aber sind die Milben in der Ruhezeit bzw. während der Lagerung beim kommerziellen Anbauer/Händler schon in das Zwiebelinnere vorgedrungen. Dann wachsen selbst aus vorschriftsmäßig zum Treiben aufgesetzten Zwiebeln verbogene Blütenschäfte und Blätter, jeweils mit (meistens regelmäßig unterbrochenen) roten Streifen an Stiel- und Blattkanten heraus. Die Milben selbst sind nicht zu erkennen, weil sie 1. sehr klein (max 0.25 mm; gute Lupe erforderlich) sind und 2. sich hauptsächlich im verborgenen, zwischen den Zwiebelschalen aufhalten.
Ich kann nur vermuten, aber ich tue es stark: Bei den kommerziellen Anbauern ist die ganze Anbaufläche mit Milben völlig verseucht. Fakt ist aber: Die Anbauer selbst helfen sich mit folgendem Trick; nämlich, wenn sie die Zwiebeln zum Saisonende aus dem Boden nehmen, trennen sie die Brutzwiebeln von dem blühfähigen Verkaufsgut ab und behandeln sie in einem Wasserbad ca. 2h bei 46 grdC (hot water treatment HWT, wodurch alle Milben (sowie auch Nematoden) abgetötet werden. Überdies enthält das Bad auch Fungizide zur Beseitigung verschiedener Pilzkrankheiten.
Eine elegante Methode, die aber nur mit präzisem Labor- bzw. großtechnischen Equipment korrekt durchgeführt werden kann. Im Laufe der nächsten Saison wird das Pflanzgut dann mit den Schädlingen und Krankheiten aus nicht oder ungenügend sanierter Umgebung oberflächlich re-infiziert, und ein weiteres HWT-Spielchen schließt den "strategischen Kreislauf" ab. Was aber aus diesem Kreislauf herausgeht, das sind die zu verkaufenden infizierten Zwiebeln. Die können nicht mit HWT behandelt werden, weil dabei nämlich die Blütenknospen in der Zwiebel stark geschädigt werden, und weiterhin auch, weil HWT alle Wurzeln kaputt gehen, und die sind nämlich zur Bildung von qualitativ einigermaßen akzeptablen Blütenschaften notwendig. Und außerdem würde das Geld kosten...
Wenn der Markt billige Zwiebeln verlangt, was sollen die Anbauer für deren Entseuchung Aufwand treiben? - frage ich mich andererseits.
Ich bin mir klar, dass ich eine äußerst unerfreuliche Wahrheit verkünde. Ich habe mit 19 Jahren eine ganze Amaryllis-Sammlung einschließlich blühenden Sämlingen verloren, weil ich das damals nicht durchschaut habe, dass erst die Milbe kommt; dann der Brenner.
Unerfreulich ist die Angelegenheit insbesondere, weil dem (Zimmer)gärtner zur Bekämpfung der Milbe, zumal in Wohnräumen, keine dafür zugelassenen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen. Ich selbst behandele Zwiebeln, die ich zur Winterruhe bringe, unmittelbar nach dem Abschneiden des Blattschopfes, indem ich sie gründlich mit einer Lösung von 10% nichttrocknendem Öl (z.Zt. Jojoba-Öl) in Isopropanol einsprühe (auf keinen Fall die Wurzeln; meine Zwiebeln bleiben gewöhnlich im Topf; auch Blätter gehen von der Lösung kaputt). Dies wiederhole ich wenigstens 2-mal vor dem Neuaustrieb, und ersticke so durch die verbleibende dünne Ölschicht alle Schädlinge, die aus dem Verborgenen auftauchen. Insgesamt ist die wichtigste Vorbeugung, die Oberfläche der Zwiebel und insbesondere das Herz der Pflanzen immer ganz trocken zu halten. Infizierte Pflanzen, die draußen im Regen stehen, geben oft innerhalb eines Sommers "wegen dem roten Brenner" den Geist auf.
Eine vollkommen milbenfreie Sammlung kann man miit Sämlingen aufbauen; Voraussetzung ist, das sie niemals in Kontakt mit infizierten Altpflanzen kommen. Der Schädling wird offensichtlich über die Luft, vermutlich mit Staub über gewisse Entfernungen verbreitet; und ich las sogar in einem Buch über Gewächshauskulturen, dass die inzwischen ja so hochbeachtete Trauermücke auch Milben quasi als Lufttaxi verbreitet.
Abschließend: Der Begriff "Weichhautmilbe" führt auf die völlig falsche Fährte. Dieses kleine Tier ist imstande 2h in der o.g. alkoholischen Öl-Lösung zu überleben. Was soll man dazu noch sagen?
Vielleicht gibt es einen Berufenen, der ein "eradikatives" Mittel weiss. Es müsste auf jeden Fall systemisch sein, d.h. dass die Viecher beim Saugen vergiftet werden. Ein topisches Mittel erreicht die Schädlinge nicht in ihrer Gesamtheit. Ich kann jedenfalls leider zur Zeit nix empfehlen, sondern nur die Ursache-Wirkungsbeziehung klarmachen. Möglicherweise ist ja das Schädlingsfrei NEEM geeignet (ist für Wohnräume zugelassen); teste ich zur Zeit.
Grüße
Hans-Werner

haweha
19.12.2004, 01:56
PS:
Unter den zuvor genannten Fachbegriffen, inbesondere den lateinischen und englischen, findet man bei Herrn GOOGLE über-reiche weitere informative Einzelheiten.
Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
19.12.2004, 12:52
Ich sehe schon, ein wirklich umfangreiches Thema!
Mir ist der Befall besonders stark bei einigen Billigzwiebeln letzten Winter aufgefallen. Da es schon rot stäubte, war klar, daß ein Pilz dafür zuständig ist. Der Befall hat sich nicht weiter ausgewirkt, weil ich die Zwiebeln immer eher trocken halte. Nachdem sie jetzt wieder treiben, werde ich die nächsten Tage mal nach dem Rechten schauen und die Zwiebeln reinigen.
Im Freilandanbau hatte ich bis jetzt noch keine Probleme, allerdings sind auch hier eher trockene Standorte besser geeignet. Zu viel Regen tut ihnen nicht gut.
Milben leben oft von Schimmelpilzen und transportieren die Sporen auch an ihrem Körper und den Beinen mit. Ein ziemliches Problem bei Pilzreinkulturen, da sie sie auffressen und verfälschen.
Ein nettes Thema auch in schimmeligen Wohnungen: Außer den Schimmelpilzen kommen auch noch Milben zum großen Fressen und lassen ihre allergenen Ausscheidungen auch gleich da. *igitt*
Eine gut gemästete Haus-Milbe erreicht locker einen Millimeter Größe!:(

haweha
22.12.2004, 03:46
Auch an Brugmansien... ojeh erschreckend - das wusste ich noch gar nicht. Na denn prost Mahlzeit.

Gefürchtet sind Weichhautmilben auch vom Erdbeeranbauer; weiterhin bei der Kultur von Alpenveilchen und Topfazaleen; auch bei Sukkulenten (Achtung: Bei Kalanchoe möglich!) und im Grunde bei allen Gesneriaceen (nicht nur die beiden o.g. bekanntesten) die in Kultur sind (auch z.B. Achimenes; Aeschynanthus, Kohleria, Streptocarpus...) und ich hatte sie sogar auf Dahlien! Auf selbstgezogenen sog. Eierpflanzen (ein Nachtschattengewächs) auch! Und aus dem Herz von zwei Aloensämlingen sah ich sehr verdächtige Zeichen für einen Befall herauswachsen (jew. ein dünner hellbrauner, regelmäßig unterbrochener Strich auf der Blattfläche). Auch die Rau(s)chkraut-Grower bleiben offenbar nicht verschont; habe gerade im Forum der Hanfburg entsprechendes dazu gefunden...

Ich muss aber auf der anderen Seite - ohne jetzt Entwarnung geben zu wollen, dazu sagen, und zwar in Bezug auf Weichhauutmilben bei Amaryllis: Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird... - will heißen: Ich habe im Laufe der Jahre auch verschiedentlich gesehen, dass Amaryllispflanzen von Bekannten und Verwandten in anscheinend friedlicher Koexistenz mit Weichhautmilben lebten, und kein sichtbarer Schaden zu verzeichnen war. Ich konnte die Milben eigentlich immer finden, (auf der Innenseite der innersten Zwiebelhaut, die die "frische" Zwiebeloberfläche bedeckt; mit Lupe). Es kam aber auch auf lange Sicht nicht zum offenbaren Schaden, d.h. dass die Milben nie so weit in das eigentliche Zwiebelinnere einwanderten, bis dahin, wo die neuen Blätter angesetzt werden.
Bei kleinen Sämlingen sieht die Sache aber ganz anders aus; das kann sich ja wohl jeder denken. Da kann man sich die Gegenwart von Weichhautmilben keinbesfalls leisten. Sonst kann man nach kurzer Zeit alles wegschmeißen. Ich weiß wovon ich rede...
Und es gibt, nach allem Gesagten glaubt man es nicht, auch nützliche Weichhautmilben! Habe gerade gefunden: Tarsonemoides gableri; saugt die Eier des Borkenkäfers (ein Forstschädling) aus.

Liebe Grüße
Hans-Werner

haweha
24.12.2004, 03:50
... Und dann muss ich mich noch bzgl. der Größenangabe zur Weichhautmilbe Steneotarsonemus laticeps berichtigen: Nicht 1,5 mm ( mit der Größe könnten sich diese Krabbelviecher nicht so gut verstecken! ) sondern rund 0,2 mm. Das hat die wichtige Konsequenz, dass sie in Zwischenräume eindringen können, die für die deutlich größeren Raubmilben (0,4+ mm)nicht erreichbar sind; sie sind also auf diesem "biologischen" Wege nicht zu vernichten!

Als Resumee der ganzen Beschreibungen möchte ich empfehlen: Wenn jemand für teuer Geld beim Fachhändler, aber auch aus dem Garten-Discounter Amarylliszwiebeln erstanden und vorschriftsmäßig zum Treiben aufgesetzt hat -will sagen, er hat u.a. peinlich darauf geachtet, den Zwiebelkopf nicht mit Feuchtigkeit oder nasser Erde in Kontakt zu bringen - und beobachtet beim Austrieb der Blätter und Blütenstiele die beschriebenen Krankheitssymptome, sollte er zum Händler gehen und gleich klarstellen, dass er weiß worum es geht, und warum er reklamiert: Es geht also hier nicht einfach um "rote Flecke durch Pilzbefall" sondern um verantwortungslose Verbreitung äußerst gefährlicher Schädlinge, zu deren Bekämpfung einem als Privatperson keine Mittel zur Verfügung gestellt werden. Notfalls bis zum Geschäftsführer, und dem klarmachen, dass er durch den Bezug solcher Ware eine - richtig : Ökologische Zeitbombe verbreitet.

Ich kriege sooooooooo'n Hals, weil mir die Angelegenhei wieder mal die Inkonsequenz und Scheinheiligkeit der typisch-deutschen Gängelungspolitik klarmacht:
Scheinheiligkeit, weil als "gesund" bezeichnete Zwiebeln nur (in Stichproben) negativ durch eine Kontrolle der 3 wichtigsten Viren gegangen sind; sonst nix.
Inkonsequenz weil trotz Wissen der Verantwortlichen um die zunehmende Verbreitung der Weichhautmilben nix getan wird und stattdessen durch Nichtzulassungen bzw. Nicht-Wieder-Zulassungen den Privatpersonen systematisch die Mittel entzogen werden, mit denen man diese Schädlinge bekämpfen könnte.

Ich habe die Erfahrung gemacht; wenn ich Fachmenschen zur Problematik "Milben bei Amaryllis" gefragt habe, haben sie sich hinter ihre Vorschriften zurückgezogen, die Achseln gezuckt und gesagt "Kann man nix machen - müsste man wegschmeißen". So ein Verhalten ist unakzeptabel. Einer hat mir doch glatt die Raubmilben vorschlagen. Von welcher Firma der wohl war...?

Es soll mir auch niemand mit solchen "biologischen" Schweinereien wie Knoblauchsud oder Brennneseltee oder gar -Jauche kommen. Das ist alles Mumpitz. Ich habe im Laufe der Jahre so viel wegschmeißen müssen, um meinen Gesamt-Bestand zu retten. Ich habe alles ausprobiert und nochmal über alles nachgedacht (warum das nichts sein kann) Ich weiß wovon ich rede und es steigt mir im Moment alles wieder hoch.

Friede ist erst, wenn von kompetenter Seite ein für Weichhautmilben getestetes verläßliches Mittel vorgeschlagen werden kann. Am besten ein Mittel, dass gar nicht als "Pflanzenschutzmittel" bezeichnet wird, das also nicht zugelassen werden muss und über dem dann folglich auch nicht das Damokles-Schwert der Nicht-Wiederzulassung schwebt.
ES IT HÖCHSTE ZEIT.

AUFGELADENE Grüße
Hans-Werner

~yuecel
24.12.2004, 16:37
Hier noch eine erfreuliche Nachricht für unsere Schnäppchenjäger :D:
Die Preise in den Gartencentern für Hippeastrum-Zwiebeln sind hier bereits um 50% reduziert worden. Die Qualität ist bei den meisten Zwiebeln noch ganz gut, also wer noch Platz auf der Fensterbank hat, sollte schnell zugreifen.:D
Ich habe jetzt auch die 'Picotee'!!!:) *froi*

haweha
25.12.2004, 18:33
Halloo...

Nach grober Übersicht bei Düsseldorfer Gartencentern habe ich in diesem Herbst insgesamt den Eindruck gewonnen, dass die Qualität lose gehandelter Zwiebeln etwas besser ist als sonst.
Diese Einschätzung kann ich aber keinesfalls aber für Billigangebote eingetopfter angetriebener Zwiebeln aufrecht erhalten; ich habe zu Heiligabend noch - für meine Begriffe - "schreckliche" Dinge gesehen.
Wenn ihr Amaryllis-Pflanzen kauft, schaut genauestens hin, ob der Austrieb, inbesondere die Blatt- und Stielkanten rote Stellen aufweisen!!!

Ich hoffe, dass noch mehr Resonanz auf meine nun zuletzt deutlich emotionaler gewordenen Ausführungen kommt!

Ich fasse mal zusammen: Ich habe jetzt selber rund dreißig Jahre zugeschaut, wie aus holländischen - und möglicherweise auch aus niederrheinischen - Quellen gefährliche Schädlinge verbreitet werden, gegen die man als Privat-Mensch keine Handhabe hat. In diesem Zeitraum ist an diesem Zustand nichts geändert worden, und es ist kein gefahrloses Mittel für den Hausgärtner entwickelt worden. Meine Rechtsauffassung ist: Wenn es kein (legales...) Mittel zur Beseitigung gibt, muss (konsequenterweise...) der Handel mit schädlingsverseuchten Zwiebeln illegal sein.
Und ganz bzw. mal gar nicht abgesehen von den ökologischen Konsequenzen (was passiert, wenn diese Milben irgendwann ihre Wirtsspezifität verlieren und alles mögliche anfallen ?!) Ich habe schon Hinweise darauf. Der Übergang dieser Milbe von den (einkeimblättrigen Pflanzenfamilien zugehörigen) Amaryllidaceen (auch Eucharis noch (Herzkelch) wurde bei mir befallen) auf Dahlien und Eierpflanzen (jew. zweikeimblättrig, also ganz anderen Pflanzenfamilien zugehörig) ist für mich ein Alarmzeichen!!!!!!!!!!!!!

Herzliche Grüße
Hans-Werner

haweha
25.12.2004, 19:14
...Und noch...auch von mir mal was ganz doll Erfreuliches: Heute habe ich eine fette Samenkapsel von meiner dicksten H.papilio (Zwiebelumfang 34 cm) geerntet: Bestäubt mit H.cybister hybrid "Chico"; enthielt ca. 100 Samenblättchen gutster Qualität *froooiiiiii*frrrrrrooooiiiiiii*
Na dann ist gleich für morgen ein Termin zur Beerdigung in frischem duftendem Kokos-Substrat angesetzt.
*************
* Liebe Grüße
* Hans-Werner
*************

lixi
29.12.2004, 00:47
Freue mich über eure super-qualifizierten Beiträge!!!
Sowas hatten wir hier lange nicht mehr ... außerdem werde ich bei der Gelegenheit vermutlich zum Amaryllis-Fan ... wie war das noch mit frischen Samen????

Viele Grüße!
Jeanne

haweha
29.12.2004, 13:09
Hallo Jeanne;

Wenn Du Spaß an Amaryllis mit "rot und weiss" und "rosa mit weiss"
hast, dann besorge Dir doch - aus guten Gründen (s.o.) lieber etwas teurer im Fachgeschäft - eine "Appleblossom" und eine "Picotee" und kreuze die miteinander. Appleblossom als Pollenspender funzt dabei gut; die reziproke Kreizung habe ich noch nicht hingekriegt, weil (bei mir) Appleblossom weder nach Selbst- noch mit Fremdbestäubung jemals bei mir Samen angesetzt hat. Schade denn die ist zwar schon ein Klassiker, aber ein evergreen und mein 4ploider Favorit.
Versuch die reziproke Kreuzung und die Selbstbestäubung trotzdem bei Appleblossom. Wenn Du tatsächlich aus garantierter Selbstung einer authentischen Appleblossom lebensfähigen Samen erhältst, falle ich vor Dir auf die Füße bzw. reiße Dir die Samen aus der Hand!

Ach und noch was ganz ganz wichtiges: Einer der Mythen, die sich um die Amaryllis-Kultur ranken, und welches sich hartnäckig - bis in dieses Forum hinein - gehalten hat ist, dass die Samenbildung die Planzen schwächt. Ich kann das nicht bestätigen, jedenfalls nicht für angemessen versorgte Pflanzen (viel Licht am besten Fenster, angemessene, vor Beginn srtärkeren Blattwachstums sehr sparsame Wassergaben, schwache aber regelmäßige Düngung as detailed previously und angemessene Temperatur - z.B. bitte keine heimtückische eisige Zugluft von der Seite; Erdtemperatuir 20+grd usw usf.)
Bestäube ruhig alle Blumen auf allen Blütenschäften. Die Samenkapseln wirken auch ziemlich dekorativ. Alerdings sollte man die welken Blumenteile nach der Bestäubung erst dann abschneiden, wenn sie abgetrocknet sind. Zu frühes Abschneiden kann zum Stopp der Kapselbildung führen.

Glückliche Amaryllis-Fan-Werdung und
Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
03.01.2005, 11:22
@Haweha
Von den Samen von H.papilio haben bis heute 5 von 10 gekeimt. Jeden Tag kommen welche dazu.:)
Außerdem hat offensichtlich eine Bestäubung von 'Lemon Lime' mit einer kleinen roten von Ikea geklappt. Zwar keine Kreuzung mit echtem Ziel vor Augen, aber beide Sorten sind kräftig und blühen schon mit kleiner Zwiebel an mehreren Schäften (Lemon Lime kriegt gerade den Dritten :oah:). Jetzt warte ich, ob 'La Paz' Pollen angenommen hat.

haweha
04.01.2005, 20:13
Hallo Yücel:

Mich dürstete schon so nach dieser Nachricht:). Sehr erfreulich. Und wenn Du aus Deiner Aussaat eine erhältst, die freiwillig 4 Blüten pro Stiel ansetzt (Zukunftsmusik...) das wäre erste Sahne. Mein Klon setzt meist 2 / Stiel an und in selteneren Fällen gnädigerweise noch 'ne dritte. Eine 4-blumige habe ich bisher nur einmal gefunden, und zwar in der "australian bulb society image gallery" - da klick man hier (http://www.ausbulbs.org/bulbgal/).
Ist eine wahre Schatzkammer....

Liebe Grüße - Hans-Werner

PS: Ich sach nur eins: photobucket... (nach ein paar sekündchen ist man schon angemeldet; einfachste Bedienung.... dann werde ich mal in Bälde meine Privat-Ritterstern-Bilder-Schatulle für die community öffnen

zirbel
04.01.2005, 20:22
*unqualifizierter beitrag*
oh ja, bitte, haweha. Hab zwar nur ne schnöde Weiße, aber ich find die Blüten so super. Mehr Geschmack kriegen wollen ;), zirbel

P.S. Der Link allein bringt mich ja schon zum schmachten :D

~yuecel
04.01.2005, 20:24
Schöne Seite! Gebe ich gleich mal weiter.:D
Aktueller Stand: 6/10
Ich denke die Saat war frisch. Bei Passifloraceae hatte ich auch keine Probleme.
Aber bis meine H.papilio blühen, geht noch viel Zeit ins Land.

PS: Kannst Du was zur Vererbung sagen? Ist irgendwas dominant bei Hippeastrum? Farbe, Wuchsform, Schaft- und Blütenzahl.

Ryu
04.01.2005, 20:39
Hans-Werner,
was meinst Du mit "freiwillig 4 Blüten am Stiel"?
War das für selbstgezogene gedacht, oder allgemein für gekaufte Zwiebeln?

Schnüff ... dauert immer noch bis wieder eine Blüte aufgeht.

~yuecel
04.01.2005, 20:43
@Ryu
Er meinte Hippeastrum papilio. Ich habe gerade welche am Keimen, darauf bezieht sich die Antwort. Er wollte gerne wissen, wie gut das Saatgut war.

haweha
04.01.2005, 22:45
Hallo Ryu... mit freiwillig meinte ich "unter halbwegs normalen Umständen". Ich geb Dir 'n Beispiel: Freiwillig ist ein Stiel von "Minerva" für 5 Blüten "gut" - aber unter außerordentlichen Umständen ist auch mehr drin. Ich sah ein Photo, ich glaub ein Amerikanisches, da war ein Blütenstand aufgenommen, mit 12 (jawohljawohl) Blüten z.T. noch in Knospe; kein Fake, aus einem Garten. Eine absolute Ausnahme.

Hallo Yücel: Ja, einfarbig-rot ist dominant gegenüber weiss und gestreift. Sprenkelung (Punkte) sind auch dominant. Kommt die Anlagen für einfarbig rot und gepunktet, also beide dominant zusammen, kann man die Pünktchen auf der roten Grundfarbe als etwas dunkler noch wahrnehmen.
5-6 Blüten pro Stiel ist dominant gegenüber 2-3 Blütigkeit.
Tendenz zu Blattverlust im Winter ist dominant über "immergrün".
Bei H. aulicum ist die Anlage für "Blüten gucken in den Himmel" - leider - rezessiv.
Das Merkmal "extrem breite Blütenblätter" ist bei der Weiterzüchtung schwierig weiter-zu-erhalten bzw. noch zu steigern. Die Holländer haben gerade auf diesem Gebiete Großes getan, aber, wie ich finde ohne Rücksicht auf die Blütenschönheit. Ich mag z.B. die unregelmäßige (etwas zerfledderte) Form der Knospen von Red Lion gar nicht, und die erwähnte Minerva finde ich insgesamt ziemlich schrecklich. Sie ist wegen ihrer kompakten Form am ehesten für Blumengestecke geeignet. Ich mag am ehesten die Appleblossom, die hat auch perfekte Knospen, wie sauber gerollte dicke Zigarren, aber ihre Blüte hätte doch viel mehr Pfiff, wenn der Rand der Blütenblätter fein gewellt wäre, anstatt langweilig glatt zu sein. Gefrillte Blütenblätter wurden meisterhaft in den Garten-Gladiolen herangezüchtet; bei den Gärtner-Amaryllis scheint das schwieriger zu sein...

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
04.01.2005, 23:03
Seufz ... wenn ich das so lese, scheine ich die am wenigsten beliebten Sorten zu haben. http://www.cheesebuerger.net/images/smilie/traurig/a010.gif
Eure Sorten hab ich noch nie irgendwo gesehen.
Die einzige andere die ich vor ein paar Wochen gefunden habe ist eine Jungle Star, leider rührt sich noch nichts. Sonst wimmelts hier vermultich von Red Lions und einer Minerva.

haweha
04.01.2005, 23:09
PS: Hallo Zirbel: Du sollst hier gefälligst nicht schmachten, - einfach ranklotzen - jetzt gibt es doch noch so viele Ritterstern-Zwiebeln im Ausverkauf. Dann setzste die auf, kreuzst die Sorten, die Dir am besten in Blüte gefallen miteinander und stellst, fußend auf meinen bisherigen Kultur-Anleitungen, Deine eigenen "Designer-Amaryllis" her.
Ich selbst werde verschiedentlich auch noch "schwach" wenn ich beim Supermarkt vorbeikomme. Am Samstag noch habe ich ein getopfte "Baby Star" mit zwei Stielen erbeutet, obwohl ich erst voriges Jahr wegen Platzmangels einen fetten Pott mit ebenderselben Sorte (2 Zwiebeln bzw. 4 Blütenstiele) drin an eine Freundin aus'm Musikverein verschenkt habe. Ich werde wohl nie schlau werden. Aber Baby Star ist auch einfach zu süüüßßß.
M.E. eine der besten gestreiften auf roter Grundfarbe, mit perfekter Blütenform und gefrilltem Blütenblattrand. Aber sehr klein und zierlich; ein Baby eben.

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
04.01.2005, 23:38
Wem sagst Du das.:rolleyes:
So bin ich zu der kleinen Roten von Ikea gekommen.:D Die Aufgeblühten waren rot-gefüllt, meine hat sich als ungefüllt herausgestellt. Ist aber okay. Ich stehe mehr auf die ungewöhnlichen Blütenfarben und -formen. Die fetten Hochzuchtbomber sind nicht so mein Ziel. Sind mir zu kopflastig.

Wenn rot dominant ist (was ich schon vermutete), muß ich für ein Ergebnis meiner ersten Kreuzung ja die F2-Generation abwarten! Das wird eine längere Geschichte...
Dann bin ich schon eher gespannt, was bei 'La Paz' x 'Lemon Lime' rauskommt.

zirbel
05.01.2005, 01:17
Hallo Haweha,
ich hab doch keinen Platz mehr :( Außerdem, ich gestehe, ich hab's mehr mit kleinen Stachlern - die nehmen nicht so viel Platz weg ;). Aber Amaryllis-Blüten sind einfach was ricthig Feines. Ich muss mich immer schlimm zusammenreißen, dass ich nicht doch eine kaufe. Also lockt mich noch ein bisschen und ich erliege...schlimm das... 12 an einem Stiel? Hab ich das richtig verstanden? Abgefahren!
Alles Liebe
zirbel

~yuecel
05.01.2005, 11:44
@haweha
8/10 !!! :rolleyes:
Ist H.papilio im Sommer gartentauglich? Ansonsten gibt´s hier ein Platzproblem...
Hm, ist eigentlich nichts neues... Haben hier die meisten... :D;)

haweha
05.01.2005, 21:30
Hallo Yücel
80% Keimrate - Ist ein respektabler Schnitt! Spricht sowohl für eine hervorragende Provenienz der Rohware als auch für Deinen kultivatorischen Ingenius. Ich wollts' ja zu Anfang nicht sagen; aber ich war wegen der Aussaat in ZEWA doch etwas...öh...skeptisch. Du weißt doch.. mit einem Zisch ist alles weg.
Papilio geht draußen im Garten gut. Wird aber wie andere Amaryllis auch gnadenlos von den Nacktschnecken attackiert. Die mögen das bittere Zeugs furchtbar gern, und können schweren Schaden anrichten, weil sie Löcher in die Zwiebeln fressen. Das einzige, was sie noch lieber mögen, ist Bier und ...Schneckenkorn.
Am besten ist eine heller, aber regengeschützter Platz.
Wenn Du die Pflanze im Herbst ins Zimmer reinräumst, kannst Du wenige Wochen danach mit dem Durchtreiben des ersten Blütenstiels rechnen. Es ist dagegen schwierig, sie zu einer Ruhezeit zu zwingen. Die Zwiebeln treiben bei 10-13 grdC langsam Blätter, auch wenn sie vollkommen trocken stehen. Lieber im Zimmer weiterpflegen und sie zur größtmöglichen Anzahl von Blättern zu bringen. Bei allen Hippeastrums, die ich kenne, wird pro 4 Blatt 1 Blütenstiel angelegt.
Platzprobleme kann man indoors mit künstlicher Beleuchtung auf zwei Pflanzetagen (untere: Mit Leuchtstoffröhren; obere: Hochdruckbrenner) lösen - bei ungebremster Sammelwut zugegebenermaßen auch nur vorübergehend.
Dann kann sich allerdings das Platzproblem in ein Geldproblem umwandeln, denn Strom ist jetzt schon ziemlich teuer - mit weiterhin deutlicher Tendenz nach oben. Dann fängt man so richtig an zu spüren wie lieb und teuer einem die Pflanzen sind...:)

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
06.01.2005, 13:27
Danke für Dein Lob. Um Dich absolut zu schocken, kann ich 11/11 bieten.:D
Ein Samenkorn hat sich auch noch als Hippeastrum entpuppt. Ich dachte da läge ein Amorphophallus in tiefem Schlummer.:rolleyes:
Ich muß ja zugeben, daß ich schon ziemlich skeptisch war, als ich die dürren Blättchen in der Tüte sah. Aber offensichtlich waren sie frisch.

Übrigens habe ich gestern in einem Buch von 1934 (Allendorfs Kulturpraxis der Kalt- und Warmhauspflanzen, Parey Verlag) auch schon die Empfehlung gelesen, die Pflanzen stark zu düngen. Die waren also auch vor siebzig Jahren schon gefräßig.:D
Übrigens wird dort die Vermehrung über Samen empfohlen, da die Pflanze nur wenige Brutzwiebeln bildet. Jetzt wissen wir wie es zu der Sortenfülle kam.:)

haweha
06.01.2005, 15:36
Ach, Yücel... SCHOCK, das sind ja lass mich nachrechnen 100% Gratuliere. Aber die Sache fängt gerade erst an. Jetzt heißt es nur nicht nachlassen - Licht! Wärme! Wasser! Regelmäßige verdünnte Düngergaben!

Auf den Stickern bei den eingetopften Pflanzen steht übrigens immer:
"Düngen nicht erforderlich". Na ja, ist ja auch nicht lohnend wenn man die nach dem Abbblühen umgehend oder auch (mit schlechterem Gewissen später) dem Rundordner überantwortet.
Im Englischen heißt es dagegen wahrheitsgemäß: "They are heavy feeders."

Apropos gefräßig; bedauere zutiefst, kann mir die Frage einfach nicht verkneifen: Was macht die Weihnachts-Beute....? :D

Die Brut-Faulheit ist übrigens ein angezüchtetes Feature; die Arten bringen teilweise mehr Ableger, als man brauchen kann. Dazu gehört auch die H.papilio. Mein jetzt 7-jähriger H.papilio Cluster besteht nicht umsonst aus 12 mittlerweise blooming-sized Zwiebeln (oder sind's 13?)

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
06.01.2005, 20:34
@Haweha
Hattest Du die H.papilio auch mal aus Samen gezogen oder eine fertige Knolle gekauft?
Ich wollte eigentlich keine Plantage aufmachen.:D
Die Weihnachtsbeute wächst. Aphrodite schiebt zwei Triebe, die anderen Beiden schlafen noch. *Chrrr!*

haweha
06.01.2005, 21:28
Hallo Yücel;
H.papilio habe ich 2-mal als - eigentlich unverschämt kleine - Zwiebel von einem Versandbetrieb mit Discount-Filiale in Neuss/Kaarst erstanden und musste die jeweils erst mal 1 1/2 Jahr mästen, bevor sie sich zur ersten Blüte entschlossen. War ein bewegender Augenblick und eine Offenbarung für mich. Solche Amaryllis-Blüten hatte ich nie zuvor gesehen. Diese tiefbraunen burgunderroten Adern, wie eingegraben in die grüne Blattsubstanz, die selbst wie aus Wachs geformt erscheint.
Leider stammen offensichtlich beide aus demselben Klon; ich habe jedenfalls auch bei wechselseitiger Bestäubung noch keine Samen gewinnen können, jedoch bis jetzt die folgenden Kreuzungen hingekriegt - d.h. Sämlinge wachsen z.Zt. hoffnungsfroh meinen künstlichen Sonnen entgegen :)

(HALL OF CROSSBREEDING)
H.papilio x Pink Floyd (sowie reziproke Kreuzung)
x Chico (sowie reziproke Kr.)
x aulicum v.robustum (sowie reziproke Kr.)
x Donau (tetraploid, 2 Sämlinge, geblüht, F2 ist schon unterwegs)
x (Donau x Ambiance) (tetraploid, 5 Sämlinge, Blüte 2005)
sowie x Temptation (neuere Sorte, tetraploid, nur wenige lebensfähige Samen erhalten; noch sehr fraglich ob da was kommt.)

Heute haben sich gleich 3 Blüten auf dem neuesten H.papilio-Blütenstiel aufgetan, und ich überleg schon, was ich diesmal an Pollen anbiete. Wahrscheinlich werde ich den x-ten Versuch einer Selbstbestäubung ausprobieren und hoffen, dass die Natur höchst-gnädiger-weise mal 'ne Ausnahme macht, und ich endlich echte, reine, pure H.papilio-Samen bekommen. Na schaun wir mal.

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
06.01.2005, 21:42
Hast Du´s mal mit einer Reizbestäubung probiert? Fly1 hat´s mal für Kakteen beschrieben, vielleicht funzt es auch für andere. Ist zwar unwahrscheinlich, daß es klappt, aber man weiß nie.
Ansonsten hast Du eine echt große Sammlung!!! Boah!
Jetzt warten wir natürlich auf ein frisches supertolles Foto von Deiner H.papilio-Blüte!:D

haweha
06.01.2005, 23:47
Hallo Yücel;
ich hab' mir zwischenzeitlich natürlich schon Gedanken gemacht, wie ich diesmal der Natur auf die Sprünge helfe bzw. sie austrickse. Herr GOOGLE hat mir zu "Reizbestäubung" nicht überzeugend weitergeholfen, und mit Zementstaub oioioi :oah: Ich werde dieser Sache aber noch auf den Grund gehen.
Ne machen das wir jetz mal ganz anders. Ich werde die Pollen bzw. die ganzen Staubbeutel in der Mikrowelle vorbehandeln. Alle Staubbeutel rein und volle Stufe 5 sec, Stop einen Staubbeutel rausnehmen, 5 sec an; Stop, den nächsten rausnehmen usw. Dann allen Pollen mischen und diese Mischung aus fast ungeschädigten bis (fast?) toten auftragen, in der Hoffnung, dass manche Pollenkörner bei noch vorhandener Keimfähigkeit soweit verändert worden sind, dass die Samenanlagen sie nicht mehr als diesem Klon zugehörig und deshalb zurückzuweisen einstufen. Wäre doch gelacht.

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
07.01.2005, 00:15
Na, ob das klappt!? Wo hast Du denn den Tip her? Hab ich ja noch nie gelesen.
Da finde ich Zementstaub humaner. Ich hätte es auch nur an einer Blüte ausprobiert, nicht an allen.
Aber interessiert mich, ob der Versuch klappt!

haweha
08.01.2005, 23:16
Na dann woll'n wir mal die Schatulle öffnen
Photobucket sei Dank....(Yücel, den Tip hatte ich von Dir)

Das ist jetzt die Hippeastrum papilio:
http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/papilio10001.jpg
Nach meiner persönlichen Einschätzung ist das die prächtigste Art!
Warum die erst in den 70er Jahren zu uns rübergekommen ist, wird mir ewig ein Rätsel bleiben!

Liebe Grüße
Hans-Amaryllis

haweha
08.01.2005, 23:32
Und das ist die - wie die papilio immergrüne - Hippeastrum aulicum
in der am kräftigsten wachsenden Varietät var.aulicum:

http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/Haulicum0370.jpg
Diese Art ist m.W. schon gut 200 Jahr in der Kultur - und fand man in früheren Zeiten oft an heimischen Fensterbrettern, bis sie von den größerblütigen Gärtner-Amaryllis-Hybriden vollständig verdrängt wurde.

Noch mal liebe Grüße
Amaryllis-Werner

haweha
09.01.2005, 00:12
Hallo Brugmansia DankeDankeDanke

OOOps konnte ich mir jetzt doch nicht vorstellen: Wie viele waren das denn nun? Vielleicht geht ja alles gut. Sind sie schon im Geschäft ausgetrieben?

ojeh schon 1 Fehler gefunden! H.aulicum var.robustum musset heißen.

Liebe Grüße
Hans-Werner

Tinina
10.01.2005, 11:52
ich versuch nun schon das 2. jahr, meine amaryllis zu bestäuben. aber es scheint nicht zu funktionieren. die blütenblätter werden mit der zeit ganz ausgetrocknet, der stempel leider auch. ich hab zwei verschiedene amaryllis miteinander bestäubt, aber etwas scheine ich falsch zu machen beim pinseln... es wäre mal interessant zu sehen, wie so eine samenkapsel schlussendlich aussieht und ich wäre froh, wenn mir jemand tips geben könnte, was ich falsch mache.

danke!

tina

~yuecel
10.01.2005, 12:25
Hallo Tina!
Welche Sorten hast Du denn?
Hans Werner weiß sicher Rat, wenn Du ihm die Sorten beschreibst oder sogar den Namen hast.
Einige scheinen nicht gut kreuzbar zu sein. Funktionierte bei mir letztes Jahr auch nicht.

Tinina
10.01.2005, 12:45
es sind zwei aramyllis hippeastrum, eine ohne namen, die andere "star of holland" (rembrandt). sind beide aus dem supermarkt. star of holland ist rot mit weissen streifen und recht gross, die andere ist weiss/rosa. die "star of holland" trieb erst die blätter und dann die 2 schäfte, die andere hat nur einen schaft.

haweha
10.01.2005, 20:51
Hallo Tinina;

ich weiß natürlich nicht über die Eignung von jeder Amaryllis-Sorte zur Vermehrung Bescheid; dafür habe ich einfach zu wenige der käulichen Sorten. Von den normalen Gärtner-Amaryllis, also den tetraploiden Hybriden, sind die einfachen roten sehr fruchtbar, sowie die rot-weissen, deren Rot das typische warme Amaryllis-Orangerot ist. (Paradebsp: Minerva).

Dagegen muss man gerade bei Sorten mit Pink- und Rosatönen bzw. Violett- und magenta-artigem Rot mit deutlichen Einschränkungen in der Fruchtbarkeit rechnen. So ist z.B Royal Velvet (dunkelmagenta mit schwarzroten Adern) bei mir komplett unfruchtbar.
Es ist mir auch bis heute nicht gelungen, Appleblossom zur Samenbildung zu bringen; weder bei Fremd- noch Selbstbestäubung. Und gerade das letztere wollte ich unbedingt, um zu sehen, was "in der Sorte steckt". Sie ist aber ein ausgezeichneter Pollenspender für andere Sorten, z.B. für weiße, die sehr gut Samen ansetzen (bis über 100/Kapsel).

Aber jedes Verallgemeinern ist kritisch; ich hatte jetzt einen Erfahrungsaustausch im GardenWeb bulb forum; ja der schrieb zu meinem Erstaunen, dass bei ihm Appleblossom gut Samen ansetzt, weiße aber nur sehr kümmerlich!

Was mit den Blüten bei Deinen Amaryllis los ist, kann ich schwer beurteilen - trocknet das Stielchen mit der dreiteiligen Narbe aus - bevor es hochgewachsen ist und seine drei Ästchen voll entwickelt und geteilt hat?
(Dieses Stadium wird bei 22-24 grdC in ca 2 Tage ab Aufgehen der Blüte erreicht und in diesem wird am erfolgreichsten bestäubt).

Generell würde ich nicht nachlassen, Bestäubungen zu versuchen.
Optimale Bedingungen für die Pflanze schaffen und immer wieder probieren. Alternative Kreuzungen ausprobieren: Und selbst wenn man, um Fremd-Pollen für einen Kreuzungs-Versuch zu bekommen, die Blumengeschäfte abklappern muss, in der Hoffnung, da irgend eine tolle Sorte zum Bestäuben zu finden. Jawohl jawohl, das habe ich schon oft so gemacht!

Ich habe inzwischen deutliche Hinweise darauf, dass die Kapselbildung bei höheren Temperaturen (22-25 grdC) sicher-er verläuft. Ich ziehe in Betracht, dass kühleres Klima am "eisigen" Winterfenster bei mir schon für den endgültigen Entwicklungsstopp von ziemlich vielen Samenkapseln aus "eigentlich sicheren Kreuzungen" verantwortlich gewesen ist.

Zu dumm, Samenkapseln fotografierte ich nie. Aber was nicht ist, kann ja in Bälde noch werden...

Yücel, ich habe von H.papilio nicht nur Pollen in der Mikrowelle vorbehandelt (1 x 3 bis 6 x 3 sec mit Pollen-Rausnehm- bzw. Abkühlpausen für die restlichen Antheren) zur Bestäubung der ersten Blüte, sondern stattdessen auch noch den Pollen von bzw. für die beiden anderen mit UVC bestrahlt (unter den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen); 0,5 bis 20 min. Na schaun wir mal was da für Monster rauskommen :D

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
10.01.2005, 22:16
Ein Foto vom sich entwickelnden Fruchtknoten kann ich im Zweifelsfall auch machen, ist aber, denke ich, nicht nötig. Wenn´s bestäubt ist, schwillt er eben an.:)
Meine Rote hat den Pollen von 'Lemon Lime' scheinbar angenommen.
'La Paz' hat dagegen den roten Pollen verweigert.:(
Ich habe jetzt nochmal 'Lemon Lime' x 'La Paz' gemacht. Mal sehen, ob's was wird.

@Haweha
Deine Experimente hören sich ja gefährlich an.:D Nicht daß Dir am Ende noch ein drittes Ohr wächst oder so.:D:D;)

Tinina
11.01.2005, 08:47
danke hans-werner, ich werde es auf jeden fall weiterprobieren. muss doch irgendwann mal klappen. von den temperaturen her sollte es ok sein, hab so um die 22-23°. funktioniert eigentlich selbstbestäubung? sind so die chancen grösser, dass sich der fruchtknoten entwickelt?

der stempel hat sich bei mir immer geteilt (in 3 stücke), aber dann sind die blütenblätter verdorrt und somit auch der stempel. trennt ihr die verdorrten blätter (teilweise) ab?

ein foto eines entwickelten fruchtknotens würde mich sehr interessieren! yuecel, hans-werner, wäre es möglich ein foto reinzustellen? wäre sehr lieb. danke!

liebe grüsse

tina

~yuecel
11.01.2005, 10:00
Selbstbestäubung hat bei mir nicht funktioniert. Ich hab´s letzten Winter mehrmals ausprobiert und hat nicht geklappt.
Ich lasse alles dran bis es von selbst vertrocknet ist. Sieht zwar häßlich aus, aber ich hoffe, es hilft bei der Bestäubung.
Foto mache ich nachher mal, muß weg.

haweha
11.01.2005, 22:26
Hallo Tinina, ich habe den Verdacht, dass Du den natürlichen Welkevorgang als "pathologisch" einstufst; also bei mir welkt die einzelne Amaryllis-Blüte bei 22-24 grdC nach ca. 5 Tagen. Und dann trocknet halt auch der Stempel ein, während die Blütenblätter sich wieder zusammenfalten und zunächst matschig werden oder aber - auch - direkt trocknen. Wenn ich Samen ziehen möchte, schneide ich die Blütenreste sicherheitshalber gar nicht oder nur zur Hälfte ab, und auch erst dann, wenn sie vollständig ausgetrocknet sind und sich zu einem dürren Tütchen zusammengezogen haben.

Die konventionellen tetraploiden Gärtner-Amaryllis-Hybriden sind, soweit sie überhaupt Samen ansetzen, bei Selbst-und Fremdbestäubung gleichermaßen produktiv. Das gilt zumindest für: Red Lion, Orange Sovereign, Minerva, Picotee, einige verschieden benannte großblütige weiße, sowie auch die kleinblütigen Gracilis-Hybriden Donau und Baby Star. Das hängt mit dem Ploidiegrad zusammen; wurde aber m.W. nicht geklärt, wie.

Jedenfalls sind diploide Wildarten bei Selbstbestäubung, also innerhalb der Pflanzen, die von einem Klon abstammen oft kritisch bzw. verweigern komplett.

Auch wird überliefert, dass aus diesen durch Artenkreuzung erhaltene Primärhybriden oft nicht nur selbst-steril wie die Arten, sondern komplett unfruchtbar sind.

Ich selbst habe bei meinen wenigen diploiden Hybriden (Chico, Pink Floyd, Giraffe) zwar Selbststerilität festgestellt (Yücel, Deine LaPaz oder Tango wird vermutlich auch selbsteril sein).
Aber ich habe bei Fremdbestäubung mit diploiden Arten (H.aulicum und H.papilio) bzw. Hybriden (s.o) doch schon so einige Kreuzungen hingekriegt.

Was sich bei mir nach vielen Kreuzungsversuchen herauskristallisiert ist, dass man mit Pollen von diploiden Arten und Hybriden keinesfalls tetraploide Gärtner-Amaryllis-Hybriden erfolgreich bestäuben kann!

Im umgekehrten Falle, also wenn man Pollen von tetraploiden auf Blüten diploider Arten oder Sorten bringt, hat man meist ebensowenig Erfolg. Oft werden sozusagen "scheinbar" Samen angesetzt, aber diese sind gar nicht lebensfähig; manchmal immerhin einige.

Eine Ausnahme ist die schon erwähnte H.aulicum; die frönt ungehemmter Promiskuität und macht's wirklich mit jedem (Pollen), nur nicht mit ihrem eigenen...(meine jedenfalls).
Allerdings muss man bei der Kreuzung von H.aulicum mit Tetraploiden dann mit triploiden"dead-end" Hybriden rechnen, mit denen man also nicht weiterzüchten kann...

Für Deine Kreuzungen, Yücel: Langer Rede kurze Folgerung:
Erwartung für die folgenden Kreuzungen (Konvention: In A x B bedeutet B=Pollenspender)
" rote" x "Lemon Lime" beide 4ploid ---> müsste funzen
(unter der Voraussetzung, dass Lemon Lime 4ploid ist; das weiss ich nicht genau; müsste sie von der Gesamterscheinung her sein)
"LaPaz" x "Rote" (diploid x 4ploid) ---> geht eher nicht, und wenn, könnte nur wenige lebensfähige Samen geben.
"LaPaz x "Lemon Lime" (diploid x 4ploid) --->wie vorige
"Lemon Lime" x "LaPaz" (4ploid x diploid) gibt sozusagen "garantiert" nix.

Ich habe bisher nicht exakt finden können, wie es zur Bildung der Tetraploiden im Laufe der Züchtungsgeschichte gekommen ist. Sie sind, das wurde so angedeutet, bei den Kreuzungsversuchen als einzelne spontan entstanden und wurden wegen ihres kräftigeren Wuchses ausgelesen - und man stellte dann fest, dass die Sterilität bei diesen komplett aufgehoben war, so dass diese sich bei der Weiterzucht allmählich immer mehr durchsetzten (bevor man überhaupt wusste, dass es sich um Tetraploide handelte).

Jetzt ist eine neue Welle von (noch) diploiden Hybriden mit interessanten Blütenformen bei den Ritterstern-Liebhabern auf dem Siegeszug, wie ich glauben möchte, weil die wuchtigen "normalen" in der Form ziemlich einheitlich und damit inzwischen langweilig geworden sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis aus ihnen auch wieder wuchtigere Geschöpfe herausgezüchtet werden.

Wenn ich mir die "alten" gewöhnlichen Gärtner-Amaryllis-Sorten so begucke, habe ich manches an ihnen auszusetzen. Ich habe den Eindruck, es ist i.w. nach dem Body-Builder-Motto gezüchtet worden "Think Big", bzw. "Masse statt Klasse" oder "wie schlage ich den Blüten-Größen-Rekord bei der nächsten Ausstellung neuer Sorten". An erster Stelle bin ich mit dem Aussehen der Blütenknospen gar nicht einverstanden; und dass die (Laub-)Blätter immer noch so lang und dünn sind und zum Kollabieren neigen ist unpraktisch und macht die Pflanze an sich ziemlich undekorativ. Da hätte man im Laufe von inzwischen fast 210 Jahren Züchtungsgeschichte was dran machen können...

Liebe Grüße
Hans-Werner

zirbel
11.01.2005, 22:56
Also, ich finde Eure Kreuzungslisten und das versammelte Wissen beeindruckend und wollte nur anmerken, dass die langen Blätter echt ein Problem sind. Ich hab die letztens mal locker unten zusammengebunden. Meint Ihr, dass das ein Problem für die Blütenbildung wird? Dann würde ich das Band lieber wieder entfernen...
Schönste Grüße
zirbel

Socrates
11.01.2005, 23:35
Hallo ! Ich habe mir jetzt in einer halben Stunde den kompletten Thread durchgelesen.

Letztes Jahr im Januar habe ich bei QVC von Keyzers 2 Amaryllis gekauft, ich weis leider die Sorten nicht mehr...

Auf jeden Fall ist mir schon beim Auspacken der rote Brenner aufgefallen, irgendwo im Netz habe ich dann gelesen ich solle sie in warmes Wasser legen, ne dreiviertel Stunde... Keine Ahnung warum ich sie nicht zurückgeschickt habe, war wirklich dumm, denn sie waren echt teuer !

Nunja, die beiden haben schön geblüht, die eine jedoch fing schon nach wenigen Tagen am Blütenstiel an rot zu werden. Nach weiteres 2 Tagen fiel der Stiel plötzlich um, der Brenner hat den Stiel echt total verfault. Ich habe die Zwiebel dann aufgeschnitten und sie war tatsächlich schon total verschimmelt. Die andere Zwiebel habe ich jetzt noch, sie hatte ebenfalls an der Schale rote Stellen, allerdings ist die Schale jetzt komplett braun und ich weis nicht ob sie noch befallen ist. Sie hat auch im Frühjahr geblüht und ich habe sie weiterkultiviert bis jetzt in den Dezember, ohne rote Flecken !

Ich wollte mir dieses Jahr eigentlich noch ein paar Knollen zulegen, doch jetzt bin ich nicht sicher ob ich das machen soll, nicht das die dann auch nich infiziert werden ??

Kann ich damit rechnen das die Zwiebel jetzt Milbenfrei ist ? Kann ich noch was tun für die Zwiebel um sicherzugehen ??

Ist jetzt überhaupt noch Zeit um schöne Zwiebeln zu bekommen ? Und wo kann ich welche herbekommen, bzw. was ist zu empfehlen ?

Fragen über Fragen, hoffentlich gibt´s ne Antwort ;)

Bis dahin. Grüsse Stefan

Ryu
12.01.2005, 00:05
@haweha

seufz .... ich versteh so gut wie nichts von Deinem letzten Posting. Das macht auf mich den Eindruck, daß mit den Wald und Wiesen Zwiebeln nichts zu holen ist, was bestäuben und Samen angeht? http://www.cheesebuerger.net/images/smilie/konfus/k055.gif
Ich hatte ja im Sommer schon mal Pech mit nicht entwickelten Samen. Du erinnerst Dich vieleicht. Jetzt öffnet gerade eine unbekannte Ihre Blüten.
Ist es hoffnungslos da zu bestäuben? Sie ist jetzt die erste die aufgeht. Die anderen sind noch nicht so weit.

~yuecel
12.01.2005, 19:35
@Tinina
Hier das Bild vom Hippeastrum-Fruchtknoten. Ich gehe mal davon aus, daß der bestäubt wurde. Ob da jetzt was keimfähiges bei rauskommt, ist natürlich noch nicht klar.:\

http://img.photobucket.com/albums/v392/yuecel/Fruechte/Dsc00005.jpg

haweha
12.01.2005, 23:02
Hallo :oah: was habe ich denn hier "losgetreten"...
Denn man von vüren nach hingen:

Also, Yücel; wenn eine Kapsel so aussieht, dann ist schon ziemlich bis sehr sicher alles gut gegangen, und da stecken dann jede Menge (bis 100) lebensfähige Samen drin. Die Kapsel müsste schon ca. 4 Wochen alt sein, nicht wahr? Dann ist die in 2-3 Wochen reif (wird gelb und platzt auf). Welche Sorte bzw. welche Kreuzung ist das denn? "Rot" x "Lemon Lime"? Aber die hast Du ja bestäubt. Ich bin mir der Haarspalterei bewusst, aber Bestäubung und Befruchtung sind zweierlei Dinge, nämlich Ursache und mögliche Wirkung.

Hallo, Ryu; dann nochmal gaaaanz kurz: Die großen Allerweltsamaryllis kannst Du selbst- oder miteinander-bestäuben, ist eine ziemlich sichere Sache (Isn't that good news..?!. Nur mehrere Sorten mit Rosa- oder magenta-/oder violettroten Tönen sind kritisch. Appleblossom, Vera (rosa), Dutch Bell (violettrot) und Royal Velvet (magenta) haben bei mir nie Samen angesetzt.
Was auch ganz gut funktionieren kann, sind Kreuzungen der neuen zierlicheren diploiden Sorten miteinander. Selbstbestäubung ist hier dagegen meist erfolglos; was auch für die Kreuzung zwischen Di- und Tetraploiden gilt.

Hallo Socrates; ich bin da pessimistisch und neige zu der Aussage "Einmal Milbe, immer Milbe". Wenn Du keine kostbaren Sorten hast, würde ich keinen Aufstand machen und mal abwarten. Wenn Du den Blattschopf abschneidest und auf der ansonsten weißen Schnittfläche rote Flecken findest, ist die Prognose ungünstig. Man kann kostbare Zwiebeln durch eine Warmwasserbehandlung roter Brenner-, nematoden- und milbenfrei machen. Das hat aber mit dem Dir empfohlenen Einlegen in ein warmes Wässerchen nix zu tun, sondern ist eine präzise Laborprozedur unter kontrollierten Bedingungen: 44,4 oder 46 grdC; 90 bis 150 min je nach Zwiebelgröße, wobei dem Wasser evtl noch Fungizide zugesetzt werden.
Um es auf den Punkt zu bringen, ich kann Dir keine optimistische Antwort geben, weil es kein für Weichhautmilben ausdrücklich bestimmtes Mittel gibt, das dem der Hausgärtner zur Verfügung gestellt wird.
Andererseits, ich erwähnte schon, ich habe oft bei Bekannten gesehen, dass die Milbe zwar an der Zwiebel zu finden ist, aber keinen sichtbaren Schaden verursacht. Das war i.w. dann der Fall, wenn nur einzelne Pflanzen gepflegt wurden.
Immerhin kannst Du ja die Zwiebel nach Abschneiden der Blätter mehrmals mit alkoholischer Öl-Lösung besprühen, wie von mir zuvor beschrieben, um das Einwandern von Milben zu den Blatt- und Blütenanlagen zu verhindern.

Hallo Zirbel; Blätter kannst Du locker zusammenkleben , um sie am Kollabieren zu hindern; das mach ich auch oft mit Tesafilm. Wenn die Blätter den Winter überleben und die Klebestellen bei der Ausbildung des Blütenschaftes im Weg sind, kannst Du das immer noch korrigieren. Aber meist sind doch die Blätter dann schon komplett weg, oder hast Du ne immergrüne?

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
12.01.2005, 23:12
So, die erste Blüte ist auf, eigentlich zwei auf einem Schaft. Die nächste Zwiebel ist noch Tage entfernt.

Ich hab nur keine Ahnung was es für eine ist:

http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10029/Amaryllis-1.jpg

Sie ist in der oberen Hälfte rosa. Die Farbe wird irgendwie noch kräftiger. Gestern sah sie fast rein weiß aus.

Also mit sich selbst bestäuben?

haweha
12.01.2005, 23:44
Hallo Ryu;
Pech gehabt - das ist die Appleblossom. Die Sorte ist in der Ausprägung der Farbe sehr lichtabhängig und was Du siehst, ist das Resultat bei der aktuellen trüben Wetterlage.
Appleblossom ist - sagte ich's ?- nur als Pollenspender geeignet.
However, ich fand mal jemanden, der behauptete, es wäre ihm doch gelungen: Bonniepunch aus Kanada; am 16.Dez.2004 (http://forums2.gardenweb.com/forums/load/bulbs/msg1211164529311.html?14)
Also versuchs ruhig - bzw. doch, unbedingt; die Samen davon würde ich Dir aus den Händen reißen, die will ich haaaaben :D

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
12.01.2005, 23:52
Das ist aber fein, daß der Fruchtknoten befruchtet ist. An der kleinen Roten stand Kolibri-Mischung dran. Was immer das auch sein mag...:D
'La Paz' hat nämlich die Befruchtung verweigert.:(
'Lemon Lime' überlegt noch, was da komisches auf dem Stempel gelandet ist.:D *denk*

Tinina
13.01.2005, 08:40
vielen dank für das bild und die tips. nah dann werd ich weiter ausprobieren. danke!

Socrates
15.01.2005, 15:48
Hallo haweha ! Nun die befallene Zwiebel ist mir schon eine recht wichtige neue gefüllte Amaryllis. Ich werde sie mal behandeln wie du beschrieben hast und dann dass mit dem Wasserbad probieren, ich besitze einen Laborbrutschrank, in dem kann ich auch Wasser warmhalten auf 44 oder 46 °C wobei ich mir nicht vorstellen kann das es da auf 44,4 oder 44,6 drauf ankommt.

Gruss Stefan

haweha
15.01.2005, 21:04
Hi Socrates
Labor-Brutschrank könnte gehen. Bedenke aber dass die Wärmeübertragung von Luft in Wasser hier der kritische Punkt ist. Das Wasserbad sollte auf jeden Fall eine Umwälzpumpe zur gleichmäßigen Wärmeübertragung haben. In allen wesentlichen Schritten findest Du eine Kurzanleitung von mir bei
haweha im Gardenweb, 25.Dez.2004 (http://forums2.gardenweb.com/forums/load/bulbs/msg1214475728592.html)
Für eine große Amarylliszwiebel nimmst Du 46 grdC und 2 1/2 h und lässt nachher bei Zimmertemperatur abkühlen.

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
16.01.2005, 23:56
Da es gerade bei mir blüht:

Aphrodite

http://img.photobucket.com/albums/v392/yuecel/Blueten/aphrodite.jpg

haweha
17.01.2005, 00:26
Hei, Yücel;
schönes Bild aus Deinem Photoeimer :D
Zu schade, dass ich bis jetzt keine Freundschaft mit den gefüllten aufnehmen konnte. Ich mag halt die einfache, klare Form am liebsten. Aus dem gleichen Grund ist mir auch eine innigere Beziehungs-Aufnahme mit Orchideen und Passifloren und sonstigen mit mehr komplexen Blüten versagt geblieben.

Gestern habe ich übrigens das bestellte Buch, von Veronica Read, bekommen: Hippeastrum - The Gardener's Amaryllis.

Es gibt tatsächlich eine (rote) Wildart, von der eine gefüllt blühende Ab-Art existiert.

Zu gegebener Zeit wird von mir eine erbarmungslose Rezension des Buches in dieses "liebe" (gelle, brugmansiaman :D ) Forum gesetzt werden :D:D:D

(Noch) "liiieeebe" Grüße
Hans-Werner

~yuecel
17.01.2005, 11:16
Ich mag lieber die klaren kontrastreichen Farben. Diese verwaschenen Hippis gefallen mir nicht so sehr. Hübsch, aber nicht meine Favoriten.:)

@Haweha
Meine Samenquelle hat frische reingekriegt, u.a. H.brasilianum.

haweha
17.01.2005, 19:30
OH YEAH, Yücel;

weiße Trompeten... das ist was.
Hoffentlich hat der/die grower/in eine glückliche Hand...

Ich könnte mir vorstellen, dass die weiße Trompete "Amputo" aus H.brasilianum gezüchtet worden ist. Die und andere schöne Neuzüchtungen gibt's in der Photo Gallery vom US National Arboretum (http://www.usna.usda.gov/PhotoGallery/HippeastrumGallery/AmaryllisA-L.html) zu sehen.

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
17.01.2005, 20:04
Ich lasse davon erstmal die Finger. Bei mir scheint 'Lemon Lime' x 'LaPaz' geklappt zu haben. Da kommt was auf mich zu.... Alle vier Blüten sind wahrscheinlich Treffer gewesen.

Und danke für den Link! Jetzt habe ich mich doch glatt wieder verguckt. 'Meerow #121-3' heißt sie im Moment. :\

haweha
17.01.2005, 20:17
YEP! Meine TOP war die Meerow #121-1

Die sind aus H.papilio, vielleicht unter Beteiligung von H. reticulatum gezüchtet worden;
das Züchtungsprojekt von Mr. Meerow wurde inBREEDING OF NEW HIPPEASTRUM CULTIVARS USING DIPLOID SPECIES (1993) (http://www.endowment.org/projects/1993/meerow.html) beschrieben.
Liebe Grüße
Hans-Werner

haweha
17.01.2005, 23:13
Hallo brugmansia

DU hast nix falsch gemacht, ansonsten...
was soll ich sagen -"das Übliche" halt - durch Weichhautmilben von der Innenseite beschädigte und infizierte Zwiebelschalen geben, nach dem sie der Erd-Feuchtigkeit ausgesetzt sind, durch allgemeinen opportunistischen Pilzbefall ihren Geist auf. Wenn Du noch weitere Schalenreste mit der stumpfen Pinzette abziehst und unter der Lupe betrachtest, müsstest Du die weißlich - halbdurchscheinenden Übeltäter (erwachsene: 0.2 mm) sehen. Bewegen sich eher langsam - und sind dadurch meist erst zu erkennen. Wenn Dir kein Acaricid zur Verfügung steht, würde ich die Zwiebel mit einem ölhaltigen Präparat einpinseln, um das Aus- und Einwandern der Milben von Älteren in neuere Zwiebelschalen zu verhindern. Es ist ein Skandal; warum meinst Du wohl, habe ich so fürchterlich, über eine halbe Forums-Seite lang, geschimpft? Jeder der Amaryllis aus holländischen Quellen kauft, ist davon betroffen, und Du dann leider auch. Bei manchen geht es aber letztendlich "gut"; die werden gar nicht nachvollziehen können, was ich da geschrieben habe. Bei mir ist es mal nicht gutgegangen. Veronica Read widmet dem Kapitel auch den gebührenden Platz und sagt u.a.: Der Schädling kann ganze Anpflanzungen vernichten. Sie hat selbst eine ganze Kollektion für eine Ausstellung durch Weichhautmilben verloren:

"Wipe out of the NCCPG National Plant Collection of Hippeastrum (2001)
Disaster struck in Autumn 2000 when I received a Dutch consignment of bulbs for the National Plant Collection infested with the Tarsonemid mite. This led to the destruction of the entire Collection in Spring/Summer 2001 causing me considerable financial and personal distress and forcing me to carry out a complete reassessment of my situation."
Komplette Seite von Veronica:
http://www.veronicareadhippeastrum.com

und sie schreibt in ihrem Buch, dass man in einem Raum nach Beseitigung kranker Pflanzen, zur Sicherheit erst 6 Monate später überhaupt erst neue Pflanzen einstellen sollte.

Tut mir leid
Hans-Werner

haweha
21.01.2005, 22:57
Hallo brugmansia;
auf der Suche nach dem von Dir vorgegebenen Namen -

brugmansia an mich: ...handelt es sich um zwiebelmilben 'tarsonemidae approximatus banks'.- bin ich noch auf eine Seite gestoßen, die ölhaltige Mittel angeben. GREENHOUSE MITES AND THEIR MANAGEMENT (1994) (http://insects.tamu.edu/extension/bulletins/uc/uc-030.html)

Ich selbst bin auch mit meiner Methode, die ich vorher dargestellt habe, zufrieden. Jojoba Öl, ist nicht-trocknend bzw. nicht verharzend, davon eine 10%ige Lösung in Isopropanol auf die frisch vom Blattschopf befreiten und von alten Schalenresten gesäuberten Zwiebeln (im Topf) gründlich aufsprühen und das noch mehrmal vor Neuaustrieb wiederholen ist zwar unangenehme Arbeit, aber wirksam. Entscheidend ist es. die Milben daran zu hindern, in die weiter inneren jüngeren Zwiebelschalen einzuwandern.

Den Schädlings-Namen kann ich Dir nicht bestätigen; bei den Zwiebelschalen-Milben bei Amaryllidaceen handelt es sich immer um die Steneotarsonemus laticeps, die selbstverständlich in die Familie der Tarsonemidae gehört. Daneben gibt es aber noch die auch sehr gefährlichen Wurzelmilben, die deutlich größer sind. Mit denen hatte ich Gott sei Dank noch nie etwas tun. Ich glaube wenn die kommen dann ist Ende im Gelände.

Liebe Grüße
Hans-Werner

Reiner_
22.01.2005, 00:16
haweha postete
Den Schädlings-Namen kann ich Dir nicht bestätigen; bei den Zwiebelschalen-Milben bei Amaryllidaceen handelt es sich immer um die Steneotarsonemus laticeps, die selbstverständlich in die Familie der Tarsonemidae gehört. Mehr muss man auch nicht wissen. Seit Schließke aus Hamburg im Ruhestand ist, gibt es - zumindestens in Deutschland - niemand mehr, der Weichhaut-Milbenarten bestimmen kann. Ist auch ziemlich uninteressant, da die Bekämpfung bei allen gleich ist.

Aber wer seine Sammlung von was auch immer durch Milben verliert, hat irgendwas verpennt. Die Entwicklung im Akarizidbereich hat in den letzen zwei, drei Jahren durch die neuen Wirkstoffe Lücken geschlossen. Alleine Bayer ist mit zwei völlig neuen Akariziden auf den Markt gekommen. Altwirkstoffe sind auch ausreichend vorhanden. Dazu kommt der neue "Kieselerde-Hype" - auch nicht uninteressant. Also wirklich kein Grund über fehlende Wirkstoffe zu klagen. Und die neuen Aufnahmebeschleuniger und Superspreader helfen grade bei den Milben auch enorm.

Zur Not mal bei den Begoniensammler nachfragen - die kennen sich mit Milben aus.

lg

Reiner

haweha
22.01.2005, 01:21
Hallo Reiner;

eigentlich ging es mir auch durch den Kopp; letzten Endes ist der "Name der Milbe" schnurzpiepegall...

Wenn ich zum Samen-Fachhändler gegangen bin und nach Milben-Bekämpfung gefragt habe, kam da nix.
Meine Erfahrungen mit Firmen-Hotlines und zwar auch wohlgemerkt mit BAYER liegen zugegebenermaßen ca. 5 Jahre zurück und waren sehr unbefriedigend. Zuletzt wurde mir dann sozusagen unter der Hand Vertimec empfohlen. Das ist aber nicht für Wohnungen, gelle? Und ich habe mir in einem Gartencenter das Label zeigen lassen. Es erweckte den Eindruck, dass es sich um eine hochgiftige Substanz handelte. Außerdem ist es nur halbsystemisch.
Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass ein einwandfreies Mittel zur Bekämpfung von Zwiebelschalenmilben in Amaryllidaceen vollsystemisch sein muss, wenn man eine vollständige Beseitigung des Schädlings erzielen will. Da nützen auch m.E. Super-Oberflächen-aktive Hilfsmittel zur Verteilung des Wirkstoffes nix, wenn der nicht systemisch ist.
Wenn es tatsächlich einen voll-systemischen und für Wohnräume geeigneten und wohlgemerkt acariciden Wirkstoff gibt, ja dann habe ich wirklich was verpennt :oah::D

Liebe Grüße
Hans-Werner

Reiner_
22.01.2005, 10:10
Hallo HaWe,

du siehst das schon richtig: was du suchst gibt es nicht für die Anwendung in Wohnräumen und wird auch nicht an Privatpersonen ohne Sachkundenachweis verkauft.

Aber wieso Veronica Read wegen Weichhautmilben ihre Sammlung gefährdet sieht ist mir genauso unverständlich wie die Darstellung auf den Seiten der Schottischen Begoniengesellschaft, wo ein Sammler ähnlich berichtet. Da ist davon auszugehen, dass viel zu spät reagiert wurde.

lg

Reiner

Reiner_
22.01.2005, 15:00
Brugmansia postete
fragwürdigen ratschläge und meinungen @ brugmansia: Na, wieder ein wenig rumstänkern und Zwietracht säen?

Ich dachte das wäre geklärt mit den persönlichen Angriffen??

Gefällts dir nicht bei forum.planten.de ???

Vermisst wohl den Bestimmungsthread, was?

haweha
22.01.2005, 21:08
Hallo IHR;
:oah:
DA sind ja in Blitzesschnelle die Wogen hier hochgegangen!
KAUM habe ich mich absentiert, geht's hier rund!
Ich werde mich hüüüüten, in der Sache Stellung zu nehmen!
SCHADE SCHADE wie soll ich in diesem THREAD weitermachen?
MAN KANN ja nicht so tun als ob nix passiert wäre!
UFF 4 Brutzwiebel-Seiten hätt et johtjejange; obwohl ICH derjenige war, der am lautesten geschimpft hat!
Na dann erst mal nachdenken...
Hans-Werner

Reiner_
22.01.2005, 21:36
Also richtig lustig wäre es jetzt,
wenn du noch mal etwas genauer auf die Pflanzenschutzmittel eingehst, die du in deinem "GREENHOUSE MITES AND THEIR MANAGEMENT (1994)" Link empfohlen hast.

:)

lg

Reiner

haweha
22.01.2005, 21:49
Hallo...:rolleyes: Ich denke, dass die Milben-Problematik erst dann ausgestanden sein wird, wenn ein systemischer Wirkstoff für den Heimgebrauch entwickelt worden ist, mit dem man die Pflanzen wochen- und im Zweifelsfall monatelang angießen kann, bis auch die allerletzte Milbe erfasst ist:

Die Voraussetzungen zur systemischen Bekämpfung der Weichhautmilbe sind bei Zwiebel-Pflanzen ungünstiger als bei krautigen Pflanzen. Die Zwiebelschalen, insbesondere die älteren, haben einen langsameren Stoffwechsel und -Transport und dementsprechend dauert es auch besonders lange, bis ein systemisches Mittel dort genügend angereichert ist. Bei krautigen Pflanzen dagegen ist man nach Auftragen des Mittels auf die Triebspitzen praktisch direkt am Ort des Geschehens.

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ludger
22.01.2005, 21:49
hmm, also ich habe mir im herbst eine bescheidene rittersternsammlung zugelegt, die handelsüblichen großblütigen, ca. 25 zwiebeln die auch alle gut blühen.die ersten samenstände habe ich auch. Eine frage keimt aber jetzt in mir auf: Die weichhautmilben,die auf oder in den rittersternzwiebeln heimisch werden können, sind die selben ( wie auch immer sie heißen..)die auch auf brugmansien, begonien usw. rumwüten??? Dort lassen sie sich mittlerweile ja gut bekämpfen, wenn konsequent gegen den vermehrungszyklus gespritzt wird.

Dann hätte ich mit den rittersternzwiebeln ja ein rückzugsgebiet von wo immer wieder invasionen auf die anderen pflanzen zu erwarten wären...?

Ist dem so oder nein? Dann trenne ich mich lieber wieder von den rittersternen. ( könnte man die zwiebeln nicht nach triebabschluss in kironlösung fluten? )

lg
ludger

haweha
22.01.2005, 21:55
Hallo Reiner;

da liegt ein Missverständnis vor.
Den "Öl"-Link hatte ich kurzfristig rausgesucht und auf ihn habe ich lediglich hingewiesen.
Ich hatte bereits früher mein eigenes Öl-Mittel kreeiert und das dann auch noch mal angegeben.

Liebe Grüße
Hans-Werner

haweha
22.01.2005, 22:04
Hallo Ludger;
Vermutlich Ja und nein:

Ich hatte Infektion von, wohlgemerkt s a m e n gezogenen, Eierpflanzen, welche bei Amaryllis und sonst nix standen; also mindestens Anhaltspunkte für Solanaceen-Infektion durch die Zwiebelschalen-Milbe Steneotarsonemus laticeps.
Und Brugmansia ist auch in Nachtschattengewächs aber wem sag ich das...

Die Triebspitzen-Milben an krautigen Pflanzen sind aber andere Weichhautmilben-Arten. Die habe ich im Zusammenhang mit Amaryllidaceen-Blumenzwiebeln noch nie erwähnt gefunden!

Ich weiß (noch) nicht was kiron ist. Mal gucken.

Liebe Grüße
Hans-Werner

haweha
22.01.2005, 22:10
Hallo Ludger;

aus guten Gründen halte ich meine Hippeastrum-Aussaaten streng von den Alt-Pflanzen getrennt. Das funktioniert bis jetzt.

Wenn Du eine große Menge triebspitzenmilben-empfänglicher Planzen auf einem Haufen stehen hast, ist es m.E. immer nur eine Frage der Zeit, wann ein Milbenbefall erfolgt und sich rasch ausbreitet. Ich will damit sagen: Mit oder ohne Rittersterne; Du musst in jedem Falle mit Milben rechnen; Holzauge sei wachsam!

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ludger
22.01.2005, 23:46
Hallo Hans-Werner,

danke für deine worte, das macht mut, eigentlich bringst du es endlich wieder auf den punkt......triebspitzenmilben.....guter begriff. Ich werde weiterbehandeln und noch haben meine rittersterne nix...

das kiron ist nur für gewerbliche gärtnereien zugelassen, nicht für private, ich schlüre meine pflanzen dann immer in eine befreundete gärtnerei, habe da ein paar qm zur verfügung.

lg
ludger

haweha
23.01.2005, 01:41
Na Ludger...
ich bin schwer von kappee; aber das mit dem

brugmansiaman tipperte: ...das macht mut,meintest Du doch sicher ironisch, gelle? (Ich lass mich gern aufklären) :D

Ich möchte wetten, dass Du auch, wenn DU einmal mit den Viechern Bekanntschaft gemacht hast oder haben wirst, in der Konsequenz, wenn Du über den beblätterten Bestand schaust, spätestens beim 2. Blick das erste Blatt erkennst, das mißgestaltet (aufgebogen und verhärtet) rauskommt und Dir die frohe Kunde gibt: "Hier sind se wieder am Werke... Diesen Blick zu kriegen, das ist wirklich kolossal wichtig!!

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ludger
23.01.2005, 02:14
lach, diesen blick habe ich seit einem jahr..........aber das is keine frohe kunde.....ich werde da rabiat und nicht mehr wählerisch in der wahl.

lg
ludger

haweha
23.01.2005, 03:14
Ja Ludger;
da war jetzt ich einmal ironisch.

ich selbst erkenne sogar, wenn ein Amaryllis-Sämling gerade infiziert worden ist; die geringste unnormale Verbiegung eines kleinen Blättchens von wenigen cm Länge entgeht mir keinesfalls.
Was ich in der Vergangenheit alles an Jungpflanzen aus diesem Grunde schon wegschmeißen musste - zur Existenz-Sicherung meines Bestandes insgesamt - das geht auf keine Kuhhaut.

Liebe Grüße
Hans-Werner

haweha
23.01.2005, 03:21
Reiner schrieb mir: Also richtig lustig wäre es jetzt,
wenn du noch mal etwas genauer auf die Pflanzenschutzmittel eingehst, die du in deinem "GREENHOUSE MITES AND THEIR MANAGEMENT (1994)" Link empfohlen hastDa wir alle gerad so ironisch waren; ja ich bin wirklich schwerst von kappee:
Reiner; Du meintest das sicher auch ironisch - sach dass das ironisch war :D:D:D

Hoffnungsvolle Grüße
Hans-Werner

Reiner_
23.01.2005, 10:56
@hawe: wenn du dir anschaust, was da für Mittel in dem Bericht aufgezählt sind, wird dir die Ironie doch auch klar, oder? Da fehlt nur noch Blausäuregas. :)

lg

Reiner

haweha
23.01.2005, 23:16
Hallo Heidetraum :)

Nur Zuversicht! GZSZ gibt es überall; Höhenflug und Tiefenzug; das wird schon wieder...


Hallo Reiner :D

Muharrharr... is schon klarr!

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
24.01.2005, 22:41
So ... mal sehen ob wir hier wieder ein paar schöne Sachen in den Thread bekommen. Es blüht wieder eine! :D

http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10029/RedLion-3.jpg

http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10029/RedLion-2.jpg

http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10029/RedLion-1.jpg


Red Lion. Hab ich da eine Chance mit Bestäubung? Sie wartet förmlich darauf. :D

haweha
24.01.2005, 23:42
Hallo Ryu;

Das müsste die "Orange Sovereign" sein; die Händler schmeißen die Bezeichnungen ja immer durcheinander....und die Kunden schmeißen die losen Zwiebeln in den Wühlkisten durcheinander, um das Chaos noch zu komplettieren.

Waren die Knospen grün, als sie aus den Hüllblättern gerade herauskamen, dann ist das Orange Sovereign, und wenn sie im 1. Moment weißlich und sich dann am Licht sehr schnell dunkelrot ausgefärbt hatten und wie lackiert wirkende schwarzgrüne Fruchtknoten besitzen ist das Red Lion (hat 3 bis 4 Blüten/Stiel).
Die Blütenform insgesamt spricht jedenfalls für Orange Sovereign, und wenn Du mehr als 4 Blüten pro Stiel (bis 6 sind drin) erhältst, ist die Sache klar.

Aber was red' ich; gehupft wie gesprungen; beide Sorten setzen nach Selbstbestäubung Samen an.

Dann viel Spass beim Bestäuben und
erfolgreiche Befruchtung!
Hans-Werner

Ryu
25.01.2005, 00:11
Seufz ... also gibt's nicht nur bei Passis falsche Namen.

Sie war nicht lose, sondern im Beutel mit der Bezeichnung Red Lion.
Blüten hat sie 5 Stück am ersten Stengel, ein zweiter hat halbe Höhe erreicht, Blätter sind noch keine zu sehen.

Wie die Knospen am Anfang aussahen kann ich nicht mehr sagen. Hab nicht drauf geachtet. Aber es geht ja noch ein weiterer Stengel mit Blüten.

So sieht sie momentan aus:
http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10029/RedLion-4.jpg
Eine Blüte ist offen (siehe Fotos oben), die anderen in verschiedenen Stadien.

Aber daß beide Samen bilden können klingt schon mal sehr gut. :D

Candy
25.01.2005, 00:19
das sieht aber schööön aus

haweha
25.01.2005, 00:35
Hallo Ryu;

Im Hintergrund ist Deine schon gezeigte Appleblossom, nicht war? Du kannst ja die rote (ist Or.Sov.) mit der bestäuben; dass funzt auch sehr gut!
Um die Kreuzungen zuzuordnen klebst oder hängst Du Labels um bzw. an die Blütenstiele; man vergisst das sooooo schnell....

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
25.01.2005, 00:39
Hallo Hans-Werner,

ja, ist die letzte Blüte der Appleblossom. Zwei sind schon verblüht.
Dann werd ich das gleich mal versuchen. :)
Und auch das Namensschildchen ändern. Mal sehen wieviele solche Überraschungen noch kommen. Aber wir haben hier ja einen Fachmann! :)

Vielen Dank!

Ryu
26.01.2005, 22:32
Na, keine Postings hier mehr?

Dann kommt das Foto hier her. :D

http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10029/OrangeSouvereign-5.jpg

haweha
26.01.2005, 22:49
Hallo Ryu;

und Beifall für Dein Photo - na ich bin mal gespannt wie schnell Du Dein Space-Kontingent beim Halfmoon aufgebraucht haben wirst :D

Das ist unverkennbar die typische löffelförmig aufgebogene und am Rand gefrillte "Unterlippe" einer Orange Sovereign-Blüte...ein schönes Detail.

Ich nehme sehr stark an, dass diese Sorte unter ihren Vorfahren die von mir hier früher vorgestellte Hippeastrum aulicum hat...

Ich muss noch bis Wochenende warten, dann kommt von mir auch wieder was Illustratives..

Liebe Grüße
Hans-Werner

~yuecel
26.01.2005, 23:59
Na gut, wenn Ihr hier weiter Bilder einstellt, kann ich auch mal was abbilden.:D
Leider nicht so schön wie Ryus Bilder, aber die kann ich sowieso nicht toppen. Hier also einer meiner gaaaanz ersten Versuche.
Was mag das wohl sein? :D Ein echt männliches Bild!:D:D:D

http://img.photobucket.com/albums/v392/yuecel/Blueten/hippeastrumpollen.jpg

In den Eigenschaften steht´s natürlich drin.:)

haweha
27.01.2005, 00:09
OOOOPS Yücel;

ich musste "hinter's" Bild spinxxen; da wäre ich nie darauf gekommen!

Ja wenn se gelb gewesen wären...

Na so was
Hans-Werner

Ryu
27.01.2005, 00:09
*editiert*

Seufz, ich hoffe, daß es diesmal etwas wird bei mir.

haweha
27.01.2005, 00:13
Hallo Ryu;
noch kannste editieren...:D:D:D:D hurry up
Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
27.01.2005, 00:18
hm ... grübel .... fehlt da ein Maßstab?

haweha
27.01.2005, 00:23
Ryu,
das könnte man so sagen...

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
27.01.2005, 00:31
Aha, dann ist endlich der Groschen gefallen. :)

~yuecel
27.01.2005, 00:31
Hätte ich die Vergrößerung verraten, wär´s zu einfach gewesen. 50,4x war´s.

müllermilch
30.01.2005, 21:55
Schönen guten Tag
ich hab auch eine Amaryllis die gerade blüht. Soll eine Aphrodite (oder wie es auch geschrieben wird) sein. Ich weiss nich ob es schon jemand gefragt hat aber setzt die nach Selbstbestäubung aich Samen an?

~yuecel
30.01.2005, 22:04
Die Aphrodite blüht bei mir auch gerade am zweiten Trieb. Leider ist der Stempel, naja, ich würde sagen, degeneriert. Zu klein geraten und ich vermute nicht bestäubbar. Am Besten schaust Du mal genau hinein, ob das bei Deiner leider auch der Fall ist.
Vielleicht hat Hans-Werner noch eine Idee dazu !?!

haweha
31.01.2005, 21:26
Hallo Yücel!

Du hast richtisch gesehen: Bei den gefüllten sind die unanständigen Blütenteile ja mehr oder weniger in die zusätzlichen Blütenblätter umgewandelt worden und entsprechend teilweise nicht mehr funktionsfähig.
Trotzdem versuchen! Auch wenn diese Teile mickrig sind... es kommt ja nicht darauf an, sondern darauf, was man damit macht...das ist doch hinlänglich bekannt :D:D:D

Unanständige Grüße
Hans-Werner

haweha
14.02.2005, 23:35
So jetzt möchte ich mal den Kreis schließen und zum Ausgangspunkt dieses Themas zurückzukommen. Und das war meine vehemente Empfehlung, die Kinder nicht von der Mutter zu trennen, sprich: Die Brutzwiebeln ohne Abtrennung von der Mutterzwiebel an Ort und Stelle aufzupäppeln; natürlich unter Verwendung entsprechend großer Töpfe.
Nach 6 Jahren habe ich meine H.cybister-Hybride "Giraffe", zu einem Kluster von 8 blühfähigen Brutzwiebeln um die Mutterzwiebel herum gepusht; und jetzt treiben sie aus....
http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/th_giraffe03.jpg (http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/giraffe03.jpg) http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/th_giraffe_cluster.jpg (http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/giraffe_cluster.jpg) http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/th_giraffe_cluster_buds.jpg (http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/giraffe_cluster_buds.jpg)
Das gibt noch ein Blütenmeer..
Bloeiende Klisters ziehen lohnt sich.

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
15.02.2005, 16:31
Hach ..... toll ....

6 Jahre sagst Du? Von wann an gerechnet?
Der Aussaat oder vom ersten grünen Blatt, das ein Brutzwiebelchen schiebt?

haweha
15.02.2005, 18:30
Also, Ryu:)

DAS Kunststückchen würde sogar (mit Verlaub) ich nicht hinkriegen; aus einer Brutzwiebel oder gar einem Samenblättchen in 6 Jahren einen Kluster mit mehr als 9 Blütenstielen zu erzeugen.
Nein, das war die Mutter-Zwiebel (die in der Mitte des Clusters), die ich falsch gelabelt als "Yellow Goddess" erstanden habe, mit schon 6 noch ganz winzigen Brutzwiebelchen dran, und die jetzt nach 6 growing-seasons das 7. mal in Blüte geht.

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
16.02.2005, 22:05
So ... die nächste ist auf. :D

http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/JungleStar-05-02-16.jpg

Jungle Star stand auf der Packung. Ich hoffe das stimmt diesmal?

Die Appleblossom hat wirklich nichts angesetzt, bei der Orange Souvereign bin ich noch voller Hoffnung. Wie siehts denn mit dieser Bestäubungstechnisch aus?

haweha
16.02.2005, 23:53
Hallo frisch "avatarisierte/r" Ryu....

Ja das ist die JungleStar.
Ist eine sehr ursprüngliche Hybride der man - in der Gestalt - die Abstammung von H.cybister und - in der Farbe - die von H.papilio gut ansieht. Kräftige Zwiebeln können bis 3 Blütenstiele mit jeweils bis zu 6 Blüten tragen.
Versuch bitte unbedingt, die selbst- und mit OrangeSovereign und soweit Appleblossom-Pollen noch verfügbar ist, auch damit zu bestäuben!
Tätest mir einen großen Gefallen.
Ich will's wissen ob das fluppt. Aber markiere die Blütenstielchen dann - gleich - mit beschrifteten Etiketten; man vergisst die Zuordnung so schnell...
Ich weiß sehr gut wovon ich rede.....:D
OrangeSovereign kannst Du selbst- und mit anderen "normalen" Gärtner-Amaryllis (z.B. Appleblossom *bittebitte*) bestäuben.
Auch hier würde mich das Resultat interessieren; insbesondere die Samen-Ausbeute bei der Kreuzung mit der rosa. Die Kreuzung OrangeSovereign x JungleStar (d.h. hier mit Or.Sov. als Mutterpflanze) kannst Du hingegen abhaken. 4ploid x 2ploid habe ich noch niiiieee hinbekommen; ach egal... versuch's trotzdem. Immer wieder hält die Natur Überraschungen bereit...

Liebe und hoffnungsvolle Grüße
Hans-Werner

Ryu
18.02.2005, 01:05
OrangeSouvereign mit Appleblossom bestäubt sieht schon unanständig dick aus. :D
Ich hoffe, das wird was. Wär mein erster Samen.

Ryu
21.02.2005, 22:40
So ... die nächste:

"Leticio - orangerot" war sie beschriftet. Stimmt das?

http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/Leticio-05-02-21.jpg

Ryu
21.02.2005, 22:41
Und nochwas:

http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/OrangeSouvereign-05-02-21.jpg

Ich denke mal ich habs geschafft! http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/yahoo.gif

haweha
21.02.2005, 22:50
Hallo Ryu;
Sieht alles gut aus *freu*
nur die Leticio kenn ich (noch) nicht.
Danke für diese Bilderchens!
Die Samenkapsel "rechts" müsste über'm Berg sein. (wohlgemerkt; nicht über'm Jordan *puuh*)
Mit-freuende Grüße
Hans-Werner

Ryu
23.02.2005, 12:18
So ... jetzt endlich auch im Büro :D

Aldi (Süd) - weiß

http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/Aldi-white-05-02-23b.jpg (http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/Aldi-white-05-02-23.jpg)

Was mag das für eine sein?

Bettina
23.02.2005, 13:21
Snowflake http://www.exoten-forum.de/testchat/images/smilies/f008874df7d3848c8f19b91d9bc52dbf.gif


Gruß
Opuntia

Ryu
26.02.2005, 11:40
Püntlich zum Wochenende: :D

Picotee

http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/Picotee-05-02-26-2b.jpg (http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/Picotee-05-02-26-2.jpg) http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/Picotee-05-02-26-1b.jpg (http://img.photobucket.com/albums/v727/PassiRyu/Picotee-05-02-26-1.jpg)

haweha
27.02.2005, 00:03
Supi,
Ryu!

Deine Picotee ist möglicherweise eine andere als ich habe!
Deutet sich durch die breiteren Blütenblätter an, wodurch die Knospen teilweise an den Ansätzen der Blütenblätter aufgefaltet sind, was Deine Fotos ja beide deutlich zeigen. Ich bin da normalerweise was vorsichtig, weil die Blüten in Abhängigkeit von den Gesamt-Umständen ohnehin etwas variabel sind; jedenfallls deutlicher variabel als alle andere Amaryllidaceen, die ich kenne.

Jedenfalls ist an der Picotee, die ich vor fast 30 Jahren als "Petticoat" kennengelernt habe, noch verschiedentlich herumgedoktert äh herumgezüchtet worden; ich habe zum Bsp. auf der Ausstellung im KEUKENHOF (Lisse , The Netherlands) immer von der Firma LUDWIG bzw. zwischenzeitlich BERBEEE EN ZONEN eine "Improved" Picotee "Red Lining" gesehen; die war etwas größer, und es dürften noch andere entstanden sein, und da könnte auch einiges auf den Privatkunden-Markt übergeschwappt sein!

Wenn Du helle Amaryllis magst, dann selbst-bestäube die doch! Datt geht!

Liebe Grüße
Hans-Werner

Ryu
27.02.2005, 19:50
Jetzt wo die erste Blüte voll offen ist ... hach ... klar mag ich die! :D

Von allen, die bisher geblüht haben, ist das die schönste. Die Blüte ist nicht so wuchtig, wie bei der Orange Souvereign, Appleblossom, Minerva und den Aldi-Zwiebeln. Die Jungle-Star war zwar was ganz anderes, aber mir doch etwas zu "mager", da war ja kaum Blütenblatt dran.

Die Picotee ist einfach schön! :)

haweha
28.02.2005, 00:19
Hallo Ryu;

Das ist bei Jungle Star genau der Punkt.
Wenn eine Blüte so wenig Blütenblatt enthält, muss etwas anderes in Spiel kommen, was der Blüte "Pfiff" verleiht. Entweder eine ganz ungewöhnliche Blütenform oder Super-Wellung am Rand (wie bei Nerinen) oder ungewöhnliche Proportionen der verschiedenen Blütenteile. (Du hast ja gesehen was ich zur anderen H.cybister-Hybride Chico elsewhere (http://www.exoten-forum.de/showtopic.php?threadid=8756&pagenum=3) geschrieben habe.
Von V.Read habe ich jedenfalls die Information erhalten, dass der Anbau von Jungle Star schon wieder eingestellt worden ist...

Liebe Grüße
Hans-Werner

Timbub
05.03.2005, 12:25
Hallo,
Kann man eigentlich Amaryllis hinauspflanzen,
oder würden sie den Winter nicht überstehen???
Ich hab nämlich mal in Italien gesehen,dass Amaryllis im Freien geblüht haben,
weis aber nicht ob die nur im Sommer draußen waren.

müllermilch
05.03.2005, 16:10
Hallo Tobi
nee glaub ich nicht weil die Blüten von meinen sind schon beim Transport mit dem Fahrrad kaputtgegangen wo sie nur für 10 Minuten frost ausgesetzt waren. Und wenn sie dann den ganzen Winter draussen sind...
Ich denke auch das die Amaryllis nur den Sommer über draussen waren in Italien.

Timbub
05.03.2005, 17:42
Hi Müllermilch,
im Winter würde doch aber nur die Zwiebel überwintern
und die Blüten würden erst im Frühling kommen,
so wie bei Krokussen ,Narzissen ,Tulpen. Ich werd’s wahrscheinlich
einfach mal ausprobieren.
Übrigens,danke für deine schnelle Antwort.

haweha
05.03.2005, 23:34
Hallo Tobi

Deine Frage berührt einen ganz wichtigen Gesichtspunkt bei der Pflanzenpflege, und -
fast - allgemein:
kommt es mir darauf an, eine Pflanze nur - wie auch immer - gerade am Leben zu erhalten;
oder will ich alles herausfinden und dafür tun, dass es der betreffenden Pflanze
ganz dolle geht?!

Die Frage, wie es der Gärtner Amaryllis (Hippeastrum-Hybriden) in der Winter-Ruhe ganz dolle geht, ist (m.W. schon vor 1950) von den commercial researchers, untersucht und entschieden worden, also Persönlichkeiten, die ein ureigenstes sprich Geld-Interesse daran haben.
Es wurde gefunden, dass die Vorbereitung des Blüten-Austriebs (Abschluss der letzten Entwicklungs-Schritte und Streckung der Knospen-Anlagen) am besten bei Temperaturen um 13 grdC vor sich geht.
13-17 grdC ist der offiziell verkündete praktikable Lager-Temperatur-Bereich,
und ich kann ihn, mit Verlaub, aufgrund meiner Erfahrungen, noch auf
10-17 grdC ausdehnen.

Liebe Grüße

Timbub
06.03.2005, 12:34
Hallo Hans-Werner,
eigentlich kommt es mir ja schon darauf an,dass es ihnen gut geht,
aber mich hätte interesiert,ob es funktioniert.Aber ich glaub,ich werd’s
wohl lieber wieder vergessen,
1.Weil’s dann ja viel zu kalt ist
2.Weil mir eigentlich die Zwiebeln zu schade sind
Danke haweha,du hast mir die Augen geöffnet ;)

haweha
07.03.2005, 00:38
Hürrens, Tobi:

Na um mit Yücel zu sprechen Yücel, where have you gone
Das geht ja runter wie Öl :D;)

Ich habe mir, ja isses dänn, Gedanken gemacht, opps da nicht doch Mittel und Wege gibt. Und JA; ich seh EINE Hoffnung blinken!

Rund um ein Gewächshaus herum, vorausgesetzt es wird im Winter gut geheizt, könnte das klappen. Die Erde ist da mit Sicherheit wärmer, und wenn man den Wärmetransport in das weiter aussen befindliche Erdreich durch dicke Styropor-Bahnen unterbricht, müssten einige Grade Temperatur-Erhöhung drin sein, und dann könnte es tatsächlich klappen.
(Aber wehe wehe wehe wenn ich auf 'nen Kahl-Frost sehe...)

Ich habe hier noch nie IM FRÜHJAHR Amaryllis draußen gesehen.
Dagegen schon ausgepflanzte Haken-Lilien, Crinum moorei auch ein Mitglied der Amaryllidaceen-Familie, direkt an einem Gewächshaus eines Botanischen Gartens. Die trieben, soweit ich das erkennen konnte, munter aus den im Winter zurückgefrorenen Strünken wieder aus! Aber diese großen Kalthaus-Crinum sind wachstums-kraftmäßig noch eine höhere Dimension als Gärtner-Amaryllis...

Liebe Grüße
Hans-Werner

Elyssa
07.03.2005, 11:12
Meine Nachbarin hat ihre abgeblühte Amarylliszwiebel nach Frostende im Mai in den Garten gepflanzt, und die hat mitten im Sommer noch einmal geblüht! Im Winter holt sie sie aber herein.

Elyssa

Timbub
07.03.2005, 16:54
Hallo Hans-Werner,
auch wenn du’s mir vielleicht nicht glaubst ,aber ich bin nicht der yücel,
sonst müsste nämlich als Signatur
„Der liebe Gott ist gemein ,er nimmt den Männer die Haare vom Kopf und steckt sie ihnen in die Ohren“ stehen!!!
Und das tut’s nicht!!!!!

Das Problem ist ,dass ich kein Gewächshaus habe,
also ist es glaub ich besser wenn ich die Idee wieder vergesse.
Außerdem ist es ,glaub ich, auch viel schöner wenn sie dann im Winter
in der Wohnung blühen,und nicht dann wenn alles anfängt zu blühen.

@ Elyssa,
Ist aber komisch ,dass die so schnell wieder blühen,
hab ich nämlich auch schon mal gehabt ,aber mein Amaryllis hatte damals beim zweiten mal blühen nur noch zwei Blüten.
Wenigstens etwas.

haweha
07.03.2005, 19:02
Hallo Tobi;

da liegt ein Miss-Verständnis vor.
Ich habe die Yücel, die ich als Forums-Mitglied sehr geschätzt habe und deren Fortgang ich einigermaßen bedauere, einmal meine Komplimente wegen ihrer Interessen-Vielseitigkeit und ihrer Posting-Kunst ausgesprochen, und sie hat sich mit dem von mir lediglich zitierten Spruch dafür revanchiert!
Es liegt kein Grund zur Beunruhigung vor! (sonst- bitte um p.m.)

OK; Tobi: Du hast es hier blüten-saison-technisch auf den Punkt gebracht: Es gibt nichts vergleichbar Prächtiges, woran man sich in dieser trüben Winterszeit erfreuen kann!

Die spektakulärste von den leicht erhältlichen ist für mich immer noch ein Klassiker, die "Appleblossom". Insbesondere bei dieser Sorte zeigen Zwiebeln, die man nach sorgfältiger Kultur ungestört im Topf hat überwintern lassen, erst alles was an Wuchtigkeit und Schönheit in der Sorte steckt. Ich habe selber letztes Jahr einen Rekord von 85 cm Länge des Blütenstiels gemessen; Übergröße sozusagen, so dass die Blüten dann über den oberen Fenster-Rand hinaus-schauten. Ja, Appleblossom ist meine Lieblings-Sorte unter den Tetraploiden, und ich habe in Erfahrung gebracht, dass sie auch in den U.S.A. immer noch, eine große Anzahl von Fans hat.
OK dann mal her mit der:
http://img.photobucket.com/albums/v215/haweha/Appelblossom.jpg
Schade dass die keine Samen ansetzt! Ist aber als gute BrutzwiebelErzeugerin bekannt. Ich kann dies nicht so ganz confirmieren, meine große ist da faul; hat nach 3 Kulturjahren gerade mal ebensoviele offsets erbrütet, aber, *froi* eine davon wird mit der "Mama" heuer blühen!

Liebe Grüße
Hans-Werner

haweha
07.03.2005, 19:16
Hallo Tobi

Da ist noch so ein anderer Thread in diesem Forum, da habe ich erklärt, wieso manche es hinkriegen, ihre Amaryllis noch mal im Sommer ans Blühen zu kriegen. Ich habe mir - nochmal mit Verlaub - solche Mühe gemacht, diese Dinge und andere Aspekte der Amaryllis-Kultur und -Vermehrung zu erklären. Ich möchte Dir ans Herz legen, sowohl diesen Brutzwiebel-Thread als auch den "Amaryllis blüht" sozusagen from the very beginning on sorgfältig zu studieren. das lohnt sich, wenn Du ernsthaft an den Gärtner-Amaryllis interessiert bist!
http://www.exoten-forum.de/showtopic.php?threadid=8756

Liebe Grüße
Hans-Werner

Timbub
07.03.2005, 21:10
Hallo Hans-Werner,

ich hab vor kurzer Zeit auch so eine ähnliche Amaryllis bei Al** gekauft,
die ist aber rot-weiß und blüht jetzt gerade (4 Blüten).Der Schaft ist aber nur 40 cm lang ,reicht mir aber vollkommen aus!
Bis jetzt hab ich schon alle Threads durchgelesen ,die ich gefunden habe ,
weil ich ja an Amaryllis interesiert bin :) ;)
Trotzdem danke für den Tipp.
Bevor ich’s vergesse, dein Kluster müsste doch bald soweit sein,oder?
Ich freu mich schon auf’s Blütenmeer!!!

haweha
09.03.2005, 01:15
Ach Tobi;

Du meinst sicher....beim IDLA. Na, Bei welchem denn; dem DÜS oder dem DRON? :D:D:D Nun, Himmelsrichtung hin oder her; was ich an vor-getriebenen Gärtner-Amaryllis-Zwiebeln dort gesehen habe, eingetopft in eine eigenartig chipsartige Masse, mich verdächtig erinnernd an das, was aus einem Schredder rausgekommen ist, ja, öh, das hat mir gar nicht gefallen. Der Austrieb, teilweise übel zugerichtet durch diese kleinen 8-beinigen critters über die ich ja schon hier in früheren Zeiten so geschimpft habe, das war für mich als Amaryllis-Liebhaber schon ein Graus. Mir ist speziell in dieser Saison aufgefallen, dass die losen Zwiebeln einigermaßen gut aussehen, eingetopfte Billig-angebote um 4 Euro und weniger aber teilweise...nun ja; öh; anders sind. Auffällig war, speziell bei denen von der o.a. Quelle, der stark unterschiedliche Befalls-Grad. Also es waren durchaus auch ein paar dabei, da hätte man "nix Auffälliges" gemerkt....

Liebe Grüße
Hans-Werner

zirbel
09.03.2005, 02:14
also meine A***-Amaryllis saß in Cocohum, hat kein bisher zu entdeckendes Getier an sich und treibt grade endlich auch ihr erstes Blatt unter meiner Fürsorge. Allerdings kam es mir vor, dass die Blüte weniger lang hielt als an meinem alten, weißen Schätzchen... Vielleicht auch ein Qualitätsmerkmal... Sobald die Samen reif sind, wird sie umgebuddelt und in das mitgelieferte Töpfchen gesetzt - dann gibts ne abschließende Bewertung. Aber eigentlich war ich bisher mit all meinen A***-Pflanzen glücklich. Waren bisher aber meist auch Stachler ;)

senfzugebende Grüße :D
zirbel

Timbub
09.03.2005, 14:59
Hallo Hans-Werner,
ich ab sie vom IDLA DÜS und bei meiner ist auch
so komisches Zeug über der Erde.
Bis jetzt sieht sie eigentlich ganz gut aus, hab zumindest noch nicht gemerkt,
dass sie befallen wäre.Sie hat auch so ca. 4€ gekostet,
aber ich hab extra lang rumgesucht, bis ich
eine gefunden hatte ,die noch nicht so mitgenommen aussah.

@zirbel:
Wie viele Blüten hatte denn deine?

Ich hab von meiner jetzt mal ein Foto gemacht!!!
Ich hoffe es klappt!
http://i2.photobucket.com/albums/y36/Timbub/amaryllisrot-wei2.jpg (http://i2.photobucket.com/albums/y36/Timbub/amaryllisrot-wei2.jpg)

zirbel
09.03.2005, 16:54
Hi Tobi,

einen Stängel (das ist doch neue Rechtschreibung, oder?) mit vier Blüten hat mir das gute Stück beschert. Sehr ähnlich wie Deine, ein bisschen weniger rot ;)
Die Bilder lagern noch auf dem Film...

Schöne Grüße
zirbel

müllermilch
13.03.2005, 17:04
Halli Hallo
bei mir blühts auch:
http://people.freenet.de/muellermilch123/IM000112.JPG

Weiss denn jemand was das für eine ist??

haweha
13.03.2005, 23:27
Hallo Ihr Ritterstern-Booster;

Tobi's Blüten sollten, der Wahrscheinlichkeit nach, die von MINERVA sein. Ist immer noch die meistverkaufte in orangerot-mit-weiss. Genau beurteilen könnte ich es aber erst, wenn ich eine etwas schärfere Nah-Aufnahme vor mir hätte, die erkennen ließe, ob die roten Adern sich nach außen verzweigen. Das und die ballonförmigen Knospen sind charakteristisch für Minerva.

Aber, Müllermilch; bei Deiner bin ich nicht sicher. Von der Wuchsform her könnte es Red Lion sein, aber die Blütenblätter sind sehr schmal! Auch die Knospen, schöne, zigarrenförmige, passen nicht zur genannten, die mit Orange Sovereign zusammen sozusagen den "roten" Markt beherrscht. Vielleicht noch eine Portrait-Aufnahme?!
Hürrens; wie ALT ist die denn? Vielleicht URALT?! Na da werd ich hellhörig...

Liebe Grüße
Hans-Werner

zirbel
13.03.2005, 23:51
@müllermilch: ist auf jeden fall ein sehr schönes Exemplar mit tollen Blättern ;) - bei mir knicken die immer ab, sobald ich das Pflänzchen bewege und dann muss ich sie festbinden :( Naja, gibt schlimmeres....

@hwh: rote Adern, die sich verzweigen? Also im Kelch zart anfangen und nach außen immer breiter werden? Ich glaub, so eine hab ich auch erwischt... Minverva heißt die Wuchtbrumme also *hintersohrkritzel* Danke :)

müllermilch
14.03.2005, 16:32
Hallo
hier noch mal ein Portrait der Blüte:
http://people.freenet.de/muellermilch123/IM000126.JPG

müllermilch
14.03.2005, 18:30
haweha postete

Aber, Müllermilch; bei Deiner bin ich nicht sicher. Von der Wuchsform her könnte es Red Lion sein, aber die Blütenblätter sind sehr schmal! Auch die Knospen, schöne, zigarrenförmige, passen nicht zur genannten, die mit Orange Sovereign zusammen sozusagen den "roten" Markt beherrscht. Vielleicht noch eine Portrait-Aufnahme?!
Hürrens; wie ALT ist die denn? Vielleicht URALT?! Na da werd ich hellhörig...
Hmm... also nach den Bildern die Frau Google mir gezeigt hat ist es keine von beiden. Ich hab sie vor ein paar Tagen im Bauhaus erstanden. Hab sie eben versucht zu bestäuben mal sehen obs klappt.

haweha
14.03.2005, 18:34
Hallo Müllermilch;
ja ich denke mal, das ist ein ziemlich "altes" Schätzchen. Ich kann sie keiner mir bekannten Sorte zuordnen. Ich lach mich aber kaputt - über meine Einschätzung, wohlgemerkt (!) - wenn ich danebenliege und herauskommt, dass Du die frisch gekauft hast - auch bei den Amaryllis gibt es jetzt eine "back to the roots"-Entwicklung) Auffällig ist die Trompetenförmigkeit der Blüten; für mich neben der dunkelmagena-roten Farbgebung das schönste feature dieser Sorte.
Hoffentlich bekommt die Pflanze nicht noch das Über-Gewicht und kippt; der Stiel ist doch ziemlich lang.
Versuch doch mal, ob die Samen ansetzt; bei Selbst-Bestäubung...
Sobald sich der Stempel in seine drei Ästchen teilt und nach vorne bzw. sogar nach oben schaut, einfach mit einem feineren weichen Pinsel etwas Blütenstaub auf die Innenseiten der Ästchen auftragen und waaaarten (6 Wochen) Zur Sicherheit kommt noch die Beipack-Bemerkung: Das macht der Pflanze nix. Dass die Samenbildung die Zwiebel schwächt, ist ein Mythos, den ich - der :oah::oah::oah:große böse schröckliche Amaryllis-män:oah::oah::oah: mit Feuer und Schwert zu bekämpfen hinausgezogen bin :D:D:D

Nicht-desto-weniger!...:
Liebe Grüße
Hans-Werner

haweha
14.03.2005, 18:48
So dann hattest Du, schon, quasi wie durch eine Gedanken-Übertragung, vorweg-genommen und beantwortet, was ich fragen wollte.
Also vom Baumarkt/Garten-Discounter... Könnten theoretisch aussortierte Sämlinge von einer Züchterei sein. Keinesfalls abwertend gemeint; sonst würde ich es gar nicht "laut" vermuten; ich habe selber einmal eine unbenannte und bis heute nicht zuzuordnende "un-named" geschenkt bekommen; ist die einzige deutlich gepunktete in meiner Sammlung und ein wichtiger Bestandteil in meiner Züchtung geworden (Anne).
Liebe Grüße
Hans-Werner

müllermilch
14.03.2005, 21:33
Na mal sehen wie sie sich so entwickelt. Vielleicht kommt ja noch jemand drauf. Hab sie mal mit der Aphrodite versucht zu bestäuben.

müllermilch
15.03.2005, 19:50
Hallo nochmal
Frau Google hat mir eben noch mal Bilder gezeigt und gemeint es könnte evtl. Hippeastrum 'Pamela' sein? Könnte das stimmen?

haweha
15.03.2005, 19:58
Hi Müllermilch
Die gracilis-Hybride "Pamela" ist nicht drin; die ist deutlicher orangerot und ist kleiner und kompakter und hat gar nicht diese ausgeprägte Trompetenform. Trotzdem... zeig doch durchaus (noch) den oder die Links, die Dir die Suchmaschinen-Dame hat zuteil werden lassen, und die Deine Hoffnung nährten, dass Du Deine dieser Sorte zuordnen konntest...
Liebe Grüße - Hans-Werner

mokmok13
15.03.2005, 20:27
Ich habe drei ILDA Zwiebelkes, die blühten immer im Frühjahr. Letzten Sommer hatte ich sie in den Garten gesetzt, um sie ein bisschen zu pushen. Zwei haben tatsächlich neue Blüten getrieben, die haben aber unseren Hund nicht überlebt. :(
Im Herbst zusammen mit den Gladiolen ausgebuddelt und in der Kiste vergessen. Standen in der Garage. Am WE sind sie mir wieder eingefallen. Sind gar nicht vermatscht, habe sie gleich eingepflanzt. Mal sehen ob sie blühen :\

müllermilch
15.03.2005, 20:38
Hier dacht ich sie erkannt zu haben:
http://www.gardenexpress.com.au/index.html?target=p_1342.html&lang=en-us
Naja dann isses wohl doch nich.
Irgendwann finds noch jemand heraus.
@mokmok:ich werd auf jeden Fall die Däumlein drücken!!!!

müllermilch
10.04.2005, 14:44
So sieht meine Amaryllis heute aus:
http://people.freenet.de/muellermilch123/IM000204.JPG

haweha
10.04.2005, 16:53
Nun, Müllermilch;

dann heißt es, die Aussaat-Betten vorzubereiten.
Die gelabelte hinten links (les ich orange...?) ist am weitesten, die ist in... öh 6 Tagen soweit :D
Hast Du die übrigen 3 selbst-bestäubt...?

Liebe Grü+ße
Hans-Werner

müllermilch
10.04.2005, 17:57
Hallo Hans-Werner,
die gelabelte hab ich mit der Aphrodite bestäubt. Die anderen sind alle selbstbestäubt. Mal sehen ob du mit den 6 tagen richtig liegst...

babsi
12.04.2005, 12:27
Hallo leute!

Sozusagen als "Mutter dieses Threads" *G* melde ich mich auch wieder zu Wort. Ich konnte nun Bilder von der ursprünglichen Amaryllis-Pflanze auftreiben, aus einer deren Brutzwiebel ich meine bekommen habe. Die Originalpflanze ist ca. 50 (!) Jahre alt und steht bei meinem lieben Opa, seine Mama hatte die schon. Also hier mal ein Bild von 2002:

http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10006/normal_Scannen.jpg

sind das eigentlich lauter verschiedene, weil die blüten ja doch anders aussehen oder wie ist das?

haweha, ich bitte um deine fachmeinung.

neues von meiner gibts übrigens nicht viel, ausser dass ich sie brav dünge und sie brav wächst und ein fuzikleines neues zwiebelchen dazubekommen hat.

lg

babsi

haweha
12.04.2005, 13:36
Hallo Babsi;

Danke für dieses Update!

Danz turz:
Das SIND zwei verschiedene; und ich vermute, DU hast selber die kleinere mit den gestreiften Blüten; die die mich auch besonders interessiert.

müllermilch
18.04.2005, 21:55
Hi
muss ich bei den Samenkapseln nu warten bis die aufplatzen oder kann ich sie auch so aufmachen wenn sie anfangen zu vertrocknen?

haweha
18.04.2005, 22:55
Hi, Müllermilch...

Sei sanft...
lass (in diesem Fall) der Natur ihren Lauf...
Du hast Manschetten, dass die Samen herausfallen, odda?!
Nein, so schnell geht das nicht. Morgens und abends kontrollieren genügt.
Wenn sich eine Kapsel einen Spalt öffnet kannst Du sie abschneiden und öffnen oder in einer Tasse lagern, wenn Du alles zusammen aussäen willst.
Da geht die dann von alleine schön auf.
Nicht ungeduldig sein.

Liebe Grüße
Hans-Werner

müllermilch
19.04.2005, 13:40
Nun gut dann lass ich sie in Ruhe und wart ab.:)

müllermilch
21.04.2005, 14:58
Juhu heute ist die erste kapsel aufgegangen!;)

Ryu
24.04.2005, 02:39
So ... hab lange nichts mehr geschrieben:

http://www.halfmoon-design.de/bilder/albums/userpics/10029/Hippeastrum-05-04-23-1.jpg

:D

müllermilch
24.04.2005, 14:04
Hallo
is das normal wenn die Samen nach einem Tag irgendwie dünner werden bzw. verschrumpeln?
@Ryu: Und, wie lange haben die gebraucht?

Ryu
24.04.2005, 14:24
@ Müllermilch

Ich muß gestehen, ich hab's nicht aufgeschrieben. Ich schätze mal so drei oder vier Wochen. Das erste Blättchen hat sich schon vor ca. einer Woche blicken lassen. Jetzt scheint es aber kräftig los zu gehen. Eins nach dem anderen kommt. :)

müllermilch
24.04.2005, 14:44
Ich werde meine demnächst auch mal aussähen.

haweha
24.04.2005, 16:21
Hallo Müllermilch;

Kein Grund zur Sorge,
haste gut beobachtet.
Der eigentliche Same trocknet was ein.
Ich würde grob abschätzen, Gewichtsverlust auf die Hälfte des Frisch-Gewichts.
Nicht zulange warten.
Frischer Samen bietet Gewähr für höchste Keinrate provided die übrigen Bedingungen stimmen.

Liebe Grüße
Hans-Werner