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Thema: Feigenzucht

  1. #151
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    Übersetzung:
    Zum wertvollsten Material in der NCGR-Sammlung gehören drei persistente Bocksfeigen (UCR 228-20, 271-1, und 347), welche in jahrelanger Arbeit von Condit und Storey entwickelt wurden. Diese Bocksfeigen erbten ihre persistente (stark “parthenokarpe”) Eigenschaft von der alten französichen Sorte ‘Croisic’ (Storey, 1979), wurden aber über 3 bis 5 Generationen unter dem Einsatz von Qualitätsfrüchte liefernen weiblichen Eltern rückgekreuzt (Tabele 2). Diese Bocksfeigen sollten sich für zukunftige Züchter, welche es anstreben, Qualitätsfrüchte lieferne Feigen, die auch ohne Kaprifizierung eine hohe Ernte ansetzen, zu entwickeln, als ausserordentlich wertvoll erweisen. Dieses war auch das Ziel der Bemühungen von Condit und Storey, welche zur ‘Conadria’ - der ersten durch ein geplanntes Zuchtprogram entwickelten Feigensorte - und einigen anderen Sorten, welche in Kalifornien kommerziell angebaut werden, geführt haben (Storey, 1979).

  2. #152

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    Hallo Odola,
    jetzt muß man nur noch an Saatgut herankommen, welches von winterharten weiblichen Feigen wie Brown Turkey, Ronde de Bordeau...und diesen männlichen Feigen stammt.
    Es gibt bestimmt viele Gartenbesitzer, die sich solche Feigen heranziehen würden.
    Die meisten meiner letztes Jahr ausgepflanzten Sämlinge haben überlebt. Jetzt werde ich die nächste Generation, die im Winter im Haus herangewachsen ist auspflanzen. Obwohl sie kühl standen sind diese Jungpflanzen gewachsen. Viele Samen haben aber Winterruhe gehalten und sind erst jetzt gekeimt. Das wird die nächste Generation. Es handelt sich dabei vor allem um Sämlinge aus Minifeigen. Die werden wohl leider nicht parthenocarp sein. Was werde ich wohl mit so vielen Feigenpflanzen machen, wenn die keine Feigen produzieren? Die ganze Schale ist voll mit winzigen Minifeigensämlingen.
    viele Grüße

    Paul

    aus dem Lahntal

  3. #153
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    Hallo paulche,
    nun, die Minifeigensämlinge könntest Du wohl Gartenguerilla-mässig (http://www.guerrillagardening.org) in der Gegend auspflanzen und bei denen, welche überleben, es mit der Auslösung von stimulierten Parthenocarpie versuchen?
    LG

  4. #154
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    Uebersetzung nach Beitrag im http://figs4funforum.websitetoolbox.com/post?id=5200745
    Feigenzucht:
    Dies sind die Schritte nach einem aelteren Buch ueber Obstzucht.

    Der erste Versuch, Feigen durch Bestaebung zu verbessern, begann 1908. Vor dieser Zeit wurden alle Feigensorten unter wilden oder eingebuergerten Bauemen herausgewaehlt (vielleicht waren da auch ein paar Mutationen der bekannten Sorten dabei?) und dann mit Hilfe von Stecklingen weitervermehrt. Dr. Ira J. Condit hat sich in der ersten Dekade des 20 Jhd. im grossem Umfang mit Feigenzucht beschaeftigt, er koennte einige interressante Forschungsarbeiten zum Thema haben.
    Die Zuchtarbeiten beginnen mit der Entscheidung, welche zwei Elter fuer eine Kreuzung benutzt werden sollen. Einer davon wird als “maennlich” fungieren und den Pollen spenden. Und einer wird “weiblich” sein und die Samen formen.
    Die einzige Ernte eines Feigenbaums, welche Pollen produziert, entsteht auf dem winterruhendem Holz, aus den im Herbst gebildeten ueberwinterten Knospen, diese Feigenfruechte werden auch “Profici” genannt. Um aus diesen Fruechten Pollen zu ernten, halbiert man diese durchs Laengstschneiden und stellt sie an einem warmen, trockenen Ort mit geringen Luftzirkulation auf, damit sie trocknen und den Pollen entlassen. Es wird geraten, die Feigen zum Trocknen auf eine Art von Papierunterlage zu legen.
    Nach einigen Tagen fangen die Fruechte dami an, Pollen freizusetzen, welchen man herrausschuetteln kann, indem man die Feige mit einem Finger oder einem Bleistift anstuepst. Dieser Pollen kann in Behaeltern mit verschliessbaren Deckeln, wie z.B. Phiolen, Pillenglaessern oder Einmachglaesern, im Kuehlschrank bei ca. 8-10 Grad C fuer bis zu 120 Tage aufbewahrt werden.
    Bitte beachten, dass es am Besten ist, verschiedene Feigensorten in getrennten Raeumen zu trocknen, da der Pollen so leicht ist, dass die Vermischung mehrerer Pollensorten miteinander zu einem Problem werden kann.
    Es sind die Feigen, welche auf dem in der gegenwaertigen Saison gewachsenen Holz gebildet werden, die mit dem gewonnenem Pollen befruchtet warden. Diese Fruechte sind “weiblich” und produzieren keinen Pollen. Sie bilden nur Stempel aus - den weiblichen Teil der Bluete, welche den Pollen empfaengt. Um zu bestaeuben, nehme man einen Eispick (Eisstecher), Nagel, oder ein aehnliches Instrument, und steche eine Seite der Feigenfrucht bis in die Mitte durch, daraufhin steche man noch ein zweites Loch, entweder durch das Auge der Feige oder an einer anderen Stelle der Fruchtaussenseite.
    Dieses zweite Loch ermoeglicht die Luftzirkulation waehrend des Einblasens von Luft in die Frucht. Man nehme eine Pipette oder eine Plastikspritze, und blase den Pollen in die Feige durch eine der beiden Oeffnungen. Dadurch gelangt der Pollen in die Innenhoehle der Feige, welche mit empfangsbereiten weiblichen Stempeln ausgekleidet ist. Jedwede Art und Weise den Pollen dorthin zu befoerdern sollte funktionieren. Es gibt sogar den Bericht ueber einen Zuechter, der die Feige fast vollstaedig halbiert, bestaeubt, und sie formt trotzdem eine reife Frucht heraus.
    Um die Kreuzungen nachvollziehen zu koennen, muss man die bestaeubte Frucht vorsichtig markieren. Wenn ich andere Fruchtarten zuechte, decke ich die kreuzbestaeubten Blueten mit kleinen Tuetchen aus ungewebten Polypropylen-Gartenfolie, welche im Gemueseanbau Anwendung findet (Markennamen: "Agribond" oder "Reemay"), welche licht- und luftdurchlaessig ist, aber die Kreuzungsfrucht vor Wetterextremen und hungrigen Vorbeigehenden - Menschen oder Tieren – schutzt, ab!
    Nach dem Reifen muss die Feige fermentiert warden, um das die Samen umgebende Gelee zu entfernen. Man schneidet dazu die Frucht in mehrere Stueckchen und gibt diese in einen Behaelter mit Wasser, damit sie mehrere Tage lang fermentieren Es ist noetig, waehrend dieser Zeit den Behaelter mehrmals zu schuetteln. Der Prozess gleicht dem fuer die Samengewinnung bei Tomaten. Es koennte auch funktionieren, wenn man nur das Gelee und die Samen aus der Frucht ausschabt und das meiste Fruchtfleich der Feige entfernt. Dies wuerde die Saeuberung erleichtern. Nach der Fermentierung koennen die Samen mit sauberem Wasser herausgewaschen und getrocknet, oder gleich zum keimen gebracht werden.

    LG
    Odola

  5. #155

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    Eine meiner Feigensämlinge aus dem Vorjahr zeigt jetzt die ersten Blütenansätze (Feigenfrüchte).
    viele Grüße

    Paul

    aus dem Lahntal

  6. #156

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    Zitat Zitat von Odola Beitrag anzeigen
    paulche,
    da Du die Bocksfeige nicht kennst, ist es schwierig zu sagen.
    1. Persistenz (da richtige Partenokarpie nur dann vorliegt, wenn die Feige auch ohne Pollen keimfähige Samen produziert, kommt auch machmal vor; die Sämlinge sind dann Klone oder fast wie die Klone der Mutter - sehr wenig genetische Varianz), d.h. unbefruchtete Feigen werden nicht abgeworfen -
    notiert als "P" = persistent, "p" = nicht persistent, das P-Gen ist dominant, Smyrna-Typ Feigen sind "pp", die adriatischen "Pp". "PP" kann es leider nicht geben, da „P“ für die Eizelle tödlich ist, es kann also nur über Pollen weitergegeben werden. Für den San Pedro-Typ habe ich keine genetische Erklärung gefunden.
    2. Geschlecht:
    weiblich (langstieligen Blüten - g, keine Pollenblüten - a): „gaga“ (wie unser „XX“)
    männlich (kurzstieligen Blüten = "Wespeninkubatoren" - G, und Pollenblüten - A, beides dominant): „GAga“ ("XY") oder „GAGA“ ("YY" - kommt bei uns nicht vor, denn dazu müssten ja zwei „XY“ ein Kind miteinander zeigen können; wäre bei uns auch nicht lebensfähig. Bei den Feigen geht das; denn sowohl „GAga“ wie auch „GAGA“ bilden in den wenigen kurzstieligen Blüten, welche von den Wespen verschont wurden und keine Larwen haben, nachdem die Wespen Pollen vor einer anderen „GAga“ oder „GAGA“ mitgebracht haben, einige Samen aus.) - „GAga“ ist in der allgemeinen Population häufiger, den die „gaga“ bilden ja sehr viel mehr Samen.

    Gehen wir davon aus, die Mutter bei Deinen Feigensamen war „gaga“, ob „Pp“ oder „pp“ ist unerheblich, denn sie kann ja nur das „p“ weitergeben.
    Der Vater war „GAga“ oder „GAGA“ (weniger wahrscheinlich): im erstem Fall hast Du 50% „GAga“ und 50% „gaga“, im zweiten alles „GAga“ - dann wären erst in der nächsten Generation „gaga“ möglich.

    Wenn der Vater „pp“ war, so sind alle Deine kleinen Feigen „pp“, wenn „Pp“, dann die eine Hälfte „pp“ und die andere „Pp“.

    Du willst als Endprodukt ja „gaga Pp“ haben, war der Vater „GAga Pp“ (günstigster Fall), dann wären es dann max. 25%.
    Leider wissen wir nicht, wie häufig „Pp“ in der Natur vorkommt. Bei „gaga“ wird es ja künstlich durch wegetative Vermehrung verbreitet.
    Die essbare Bocksfeige ist „Pp“, denn sie reift ja auch ohne die Wespen aus (wenn sie keine San Pedro ist, habe aber bisher noch nichts über San Pedro Bocksfeigen gehört).

    Bocksfeigen sind normalerweise ungeniessbar, da die Wespenlarwen sie ausgefressen haben und nur der Müll nach der Party übrig bleibt. Vielleicht bilden auch die kurzstieligen Blüten weniger Fruchtfleisch aus?

    Frosthärte muss wohl ausprobiert werden, da habe ich noch keine Genetik dazu gefunden.

    LG
    P.S. Schon ganz „GAGA“ geworden?
    Hallo Odola,
    wie hat man festgestellt, das Eizellen die Eigenschaft P nicht weitergeben können? Wenn das so ist, dann kann man über Samen nur "Persistente" weibliche Feigenbäumchen erhalten, wenn diese Eigenschaft bei den Bocksfeigen stark verbreitet ist. Es muß also zumindest in Frankreich, Kroatien, Italien...relativ häufig Bocksfeigen mit der Eigenschaft P geben. Welcher Selektionsmechanismus würde denn dafür sorgen, das die Eigenschaft PP o. Pp bei den Bocksfeigen weiter verbreitet vorkommt?
    Tatsächlich gibt es genug Schilderungen, das aus Sämlingen persistente Feigenpflanzen entstehen.
    Nehmen wir mal an, unter meinen Sämlingen wären einige vom Smirna Typ. Wann würde ich das erkennen. Die bilden doch auch erstmal Blüten aus. Werden die nicht befruchtet, können sie sich nicht zu einer schmackhaften Frucht weiter entwickeln. Sie müßten also dann verkümmert abfallen?
    Wie würden sich die männlichen Blüten ohne Feigenwespe entwickeln? Könnte ich die Bocksfeigen als Träger der Eigenschaft P erkennen?
    Geändert von paulche (21.06.2011 um 01:39 Uhr)
    viele Grüße

    Paul

    aus dem Lahntal

  7. #157
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    Hallo paulche,
    http://waynesword.palomar.edu/pljun99b.htm
    ziemlich in der Mitte - ueber dem gruenen Calimyrna Feigen Bild:
    "1. Female trees (incl. the Smyrna-type figs such as the Calimyrna) produce 2 crops of syconia annually: a breba crop (which ripens in early summer) and a 2nd or main crop which ripens in fall. Smyrna-type figs are homozygous recessive for the caducous (early deciduous) trait [pp] and require pollination in order for the fruit to set. Note: numerous varieties of edible figs are heterozygous for the dominant persistent gene [Pp] and do not require wasp pollination. Since [P] is lethal to the egg receiving it, homozygous dominant offspring [PP] are not possible; caprifigs may be caducous [pp] or persistent [Pp]."
    Bocksfeigenfrueche ohne Wespe muessten vorzeitig abfallen, wenn nicht persistent, d.h. nicht "Pp". Wenn sie ausreifen, dann ist Persistenz vorhanden.

  8. #158
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    @pauche no.2
    Warum es fuer die Bocksfeigen ein Vorteil sein koennte? Schwer zu sagen, Bockfeigen gibt es in zwei genetischen Ausfuehrungen:
    Bockfeige: homozygot GA/GA oder heterozygot GA/ga, weibliche Feige dagegen nur homozygot: ga/ga
    Auch die Bockfeigenfruechte setzten vereinzelt Samen an, wenn nicht alle weiblichen Blueten von Wespenlarwen besetzt werden.
    Sie sind dann aber auf jeden Fall befruchtet.
    Wenn Tiere fuer die Verbreitung der Bockfeigensamen sorgen, ist es vielleicht besser,
    wenn es ganzjaehrig "Fruechte" gibt, egal ob nun befruchtet oder nicht, damit die Tiere bevorzugt regelmaessig
    die persistenten Baueme absuchen? Vielleicht hilf da das Persistenz-Gen? Keine Ahnung...

  9. #159

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    Ich habe heute Feigen aus Italien aus der neuen Ernte bekommen. Es kann weiter gehen mit dem aussähen einer neuen Generation Feigensämlinge.
    Diesmal werde ich sie vor allem direkt draußen aussähen. Hoffentlich reicht die Zeit für die Entwicklung eines frostharten Wurzelsystems. Es ist ja wirklich schon spät.
    Vielleicht gibt es ja auch einem milden Winter.
    Meint ihr ich kann Feigen auch einfrieren, so das ich Feigen z.B. im nächsten Aprill aussähen könnte? Ich werde wahrsscheinlich alle möglichen Variationen ausprobieren.
    Am besten ich trockne auch welche ein und sähe auch wieder einige in eine Schale im Haus.
    viele Grüße

    Paul

    aus dem Lahntal

  10. #160
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    @paulche
    Bitte berichte ueber Deine Experimente. Besonders darueber, wie die ausgepflanzten Saemlinge den Winter ueberstehen...
    LG
    Odola

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