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Thema: Frankfurter Grüne Soße

  1. #1

    Standard Frankfurter Grüne Soße

    Hallo,

    neuerdings (nach 11 Jahren Kampf) ist die Frankfurter Grüne Soße als regionale Spezialität von der EU anerkannt. Heute gab es sie bei uns zum ersten Mal in diesem Jahr.

    Wie alle regionalen Gerichte ist die Grüne Soße eine Quelle unendlicher Streitereien, denn jede(r) denkt natürlich, dass die, die er von klein auf kennt, die richtige ist (Als Kind habe ich viele Weihnachtsfeiertage damit zugebracht, mir die Diskussion anzuhören, ab in eine echte anhaltiner Stolle das Zitronat und Orangeat geschnitten oder gemahlen 'reingehört …).

    Also ich versuche mal die einigermaßen "offizielle" Version der "Grünen Soße":

    Man braucht für 3-4 Personen ca. 500 g Kräuter, 7 zu gleichen Teilen: Sauerampfer, Schnittlauch, Petersilie, Kresse, Kerbel, Borretsch und Pimpinelle. Sakrileg: Ich mache auch noch Bärlauch hinein. Das Grünzeug wird fein gewiegt. (1. Streitpunkt: geschnitten oder gehackt oder gemahlen?). Bei uns macht das mein Mann mit einem Wiegemesser.
    Ich mache derweil eine Pseudo-Maionäse: 1 Ei, 1 Teel. Senf, 2 Teel. Zitronensaft, Salatöl bis es "blubb" macht in den laufenden Mixer (2. Streitpunkt: Stattdessen Joghurt, saure Sahne, Schmand, süße Sahne oder Mischungen davon?). Dann wird die Maionäse mit den fein gehackten Kräutern vermischt, mit Salz und weißem Pfeffer versehen und mindestens 2 Stunden kaltgestellt, damit der Geschmack sich bildet.

    Dazu gibt es Pellkartoffeln (echte Galatiner zur Feier des Tages) und hart gekochte Eier. (3. Streitpunkt: Werden die Eier gehackt in die Soße gegeben oder als ganze dazu?).

    Man kann auch gut gebackenen Fisch, gekochten Tafelspitz o.ä. dazu essen.

    Das ist die Frankfurter Grüne Soße. In Frankfurt gibt es einen ganzen Stadtteil mit Gärtnern, die nichts Anderes anbauen als diese Kräuter und 80% davon müssen nach dieser EU-Richtlinie aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. Der Schutz war nötig, weil Großproduzenten aus Norddeutschland versucht haben, mit einem Billigprodukt fertiger Grüner Soße in den Supermärkten Fuß zu fassen. Das wäre der Tod dieser Gartenbaubetriebe gewesen, die meist Familienbetriebe sind.

    In einem österreichischen Kochbuch habe ich mal eine Version mit Liebstöckel gelesen, in Nordhessen machen sie auch noch Dill dran, das sind aber alles Kräuter, die sehr stark durchschmecken. Schon mit dem Anteil Kerbel sollte man vorsichtig sein.

    Gruß
    Irisfreundin

  2. #2
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  3. #3

    Standard

    Das ist mir bekannt. Borretsch wird seit Jahrhunderten als Heil- und Würzpflanze konsumiert. Da hast du die Richtigstellung:
    http://www.heilkraeuter.de/rezept/py...nalkaloide.htm

    Ich halte das für eine geschickt gemachte Kampagne der Aroma-Industrie, um nach dem Waldmeister die nächste Bresche in das deutsche Lebensmittelrecht zu schlagen.
    Wahrscheinlich kommt bald Borretsch-Aroma auf den Markt und die Lobbyisten bringen es in Berlin durch . . .

    Gruß
    Irisfreundin

  4. #4
    Registriert seit
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    Standard

    Zitat Zitat von Irisfreundin Beitrag anzeigen
    ... Da hast du die Richtigstellung ...
    Das ist KEINE Richtigstellung!! Das ist eine persönliche Meinung dazu!!!
    LG - Krümel

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