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Thema: Blumenerde vorbehandeln

  1. #1

    Standard Blumenerde vorbehandeln

    Die Aussaatzeit naht und wieder stellt sich die Frage, wie man gekaufte Erde so vorbehandeln kann, dass man sich keine Schädlinge einschleppt - was leider nur zu häufig geschieht.

    Aussaaterde
    Da Aussaaterde quasi steril sein sollte, kann man sie in der Mikrowelle sterilisieren. Als vorbeugenden Schutz gegen die Ausbreitung von Trauermückenlarven mische ich zunächst 1/3 fein gemahlene Lava drunter (stand in einem Buch über die Aussaat von Tropenpflanzen als Empfehlung). Dann fülle ich das Gemisch in Joghurteimer (1 l), ungefähr 3/4 voll und tränke es gut mit Wasser. Vorsicht, wenn es zu trocken ist, kann es Feuer fangen! Lieber hinterher etwas Wasser abgießen.
    Dann wird im Abstand von ca. 24 Stunden 3 x 5 min auf höchster Stufe "gekocht". Danach sollte die Anzuchterde steril sein.
    Pilzsporen überleben leider dieses Verfahren teilweise oder kommen mit den Samen selbst ins Substrat. Da hilft nur, den Chinosol-Spray bereithalten und bei Anzeichen von Pilzbefall sprühen.

    Erde zum Auspflanzen
    Diese Erde darf natürlich nicht steril sein, denn die Pflanzen benötigen Bodenbakterien, Mykorrhizapilze, . . . was so alles natürlicherweise im Mutterboden lebt. Zum Schutz vor eingeschleppten Schädlingen, vor allem Trauermücken, gibt es zwei Methoden:
    - Sterilisieren wie oben und dann mit einem "Bodenaktivator" die benötigten Bodenlebewesen wieder zusetzen.
    - Einfrieren: Die Erde in Gefrierbeutel abfüllen, gut verschließen und mehrere Tage bei -18° (Kühltruhentemperatir) gefroren halten.

    Gruß
    Irisfreundin

  2. #2
    Registriert seit
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    4

    Standard

    Aussaaterde:

    Meine Aussaaterde stelle ich selber her. Dazu verwende ich zu gleichen Teilen Tannenzapfenklein, Torf und Engerlinghumus. Die vorbehandelten Tannenzapfen gebe ich in einen Häcksler und dann durch ein Gartensieb mit Lochgröße 4 mm. Die ausgesiebten Bestandteile werden verwendet. Auch den Torf gebe ich durch ein Sieb mit gleicher Lochgröße. Den Engerlinghumus stelle ich selbst her. Der fällst schon durch ein 4 mm Lochblech. In Mischung ergibt sich eine bereits getestete Anzuchterde, die feinkrümelig ist und wenig Nährstoffe enthält.

    Pflanzerde:
    Um die Pflanzen aus dem Fensterfrühbeet heraus in Pflanztöpfe zu setzen, nutze ich gekaufte Pflanzerde mittlerer Preislage. Dei Pflanzerde gebe ich vorher durch ein Gartensieb mit Lochgröße 6 mm. Dann ist auch die Pflanzerde ausreichend feinkrümelig und gut einsetzbar.

    Die Anzuchterde und Pflanzerde bewahre ich in offenen Eimern im Gewächshaus auf. um das Anschimmeln zu vermeiden.

    LG Chris

  3. #3

    Standard

    Zitat Zitat von Chris Karl Beitrag anzeigen
    Aussaaterde:

    Meine Aussaaterde stelle ich selber her. Dazu verwende ich zu gleichen Teilen Tannenzapfenklein, Torf und Engerlinghumus.
    https://www.youtube.com/watch?v=WP6QeP1RS7I

    Und hier im Forum gibt es IMHO niemand, der nicht schon Ärger mit Trauermücken hatte, deren Larven er sich mti gekaufter Erde eingeschleppt hat.

    Gruß
    Irisfreundin

  4. #4
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    4

    Standard

    Da wird auf den Torfabbau hingewiesen. Die Ersatzstoffe für Torf sind mir nicht gleichwertig, in Preis und Qualität. Den Torf brauche ich um die Speicherfähigkeit von Wasser
    in der Anzuchterde zu erhöhen.

    Die Gefahr von Trauermücken sehen ich hauptsächlich in der Pflanzerde. Wenn da wirklich die eine oder andere Trauermücke auftritt, wird sie bekämpft. Eine erzeugte sterile Pflanzerde
    ist sicher nicht besser für die Pflanzen als handelsübliche Pflanzerde. Die Verhältnismäßigkeit sollte man nicht außer Acht lassen.

    LG Chris

  5. #5

    Standard

    Zitat Zitat von Chris Karl Beitrag anzeigen
    Da wird auf den Torfabbau hingewiesen. Die Ersatzstoffe für Torf sind mir nicht gleichwertig, in Preis und Qualität. Den Torf brauche ich um die Speicherfähigkeit von Wasser
    in der Anzuchterde zu erhöhen.
    Gute Kokosfaser (z.B. die für Hydroponikanlagen) ist viel besser geeignet. Torf ist so hydrophil, dass er seiner Umgebung Wasser entzieht, wenn er mal trocken wird. Als Gärtner zur Umweltzerstörung beizutragen ist in meinen Augen nicht tragbar.

    Zitat Zitat von Chris Karl Beitrag anzeigen
    Die Gefahr von Trauermücken sehen ich hauptsächlich in der Pflanzerde. Wenn da wirklich die eine oder andere Trauermücke auftritt, wird sie bekämpft. Eine erzeugte sterile Pflanzerde ist sicher nicht besser für die Pflanzen als handelsübliche Pflanzerde. Die Verhältnismäßigkeit sollte man nicht außer Acht lassen.
    Du hast nicht richtig gelesen. Ich hatte geschrieben, dass Pflanzerde gerade nicht steril sein darf. Und wie bitte bekämpfst du Trauermücken?

    Gruß
    Irisfreundin
    Geändert von Irisfreundin (14.01.2018 um 19:03 Uhr)

  6. #6
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    1.467

    Standard

    Ich habe in diesem Jahr so viele Trauermücken wie noch nie u. selbst gegen "Chemie" scheinen sie teilweise immun zu sein.
    Nun habe ich aus erfahrener Quelle (Eigenversuch) gehört, daß man mit extrem wenig gießen das Problem zu 90 % in den Griff bekommt. Man soll den Boden so austrocknen lassen bis die Pflanzen
    schon die Blätter hängen lassen u. erst dann wieder gießen. Die Larven würden das öftere Austrocknen in den meisten Fällen nicht überleben. Ich gieße meisens sowieso zu viel, also probiere ich es nun.

    Leider habe ich einige Pflanzen (meistens Australier), die immer etwas feucht sein müssen. Da streue ich eine 1-2 cm Schicht aus gut gewaschenem Lavagruss auf die Oberfläche. Das hilft recht gut.

    Gruß
    Teddy

  7. #7
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    3.795

    Standard

    Wo es grade um Trauermücken geht...
    Ich habe kürzlich den Tipp bekommen, Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in die Töpfe zu stecken. Der Schwefel würde die Larven abtöten. Hat das schon mal jemand ausprobiert?
    Liebe Grüße
    Sabine

    "Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!"

  8. #8

    Standard

    Chemie hat immer den Nachteil, dass ein gewisser Prozentsatz der Biester gegen die eingesetzte Menge resistent ist - auch wenn das weniger als ein Prozent ist, vermehren sie sich anschließend umso ungehinderter, und dann hat man eine noch schlimmere Plage.

    Am Ende habe ich meine Trauermücken nur mit Nematodenbrühe wegbekommen und seitdem friere ich alle Blumenerde für mindestens 48 Stunden ein, lasse sie auftauen und verwende sie dann sofort. Bis jetzt habe ich Ruhe.

    Gruß
    Irisfreundin

  9. #9
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    1.467

    Standard

    Ja, die Methode mit den Streichhölzern habe ich probiert. Da es mit einigen Hölzern nicht funktioniert hat, habe ich vieeele genommen. Erfolg: 0 (Null) !!!
    Nematoden war bisher der absolut durchschlagende Erfolg. Zweimal gegossen und wirklich alles war bereinigt. Da ich aber jetzt so ca. 150 Töpfe und
    Kübel habe, habe ich mich vor dem Kauf der Mengen Nematoden abschrecken lassen.
    Nun warte ich mal, was das Trocknen zwischen dem Gießen bringt.
    Gruß
    Teddy

  10. #10
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    Beiträge
    4

    Standard

    Da ich doch eine größere Anzahl Pflanzen ziehe, müsste ich eine größere Menge an Anzuchterde und Pflanzerde behandeln. Außer, dass ich die
    Erde durchsiebe, lasse ich die Erde, wie sie ist.
    Irisfreundin, dir muss ich Recht geben, du verwendest keine sterile Erde. Ob der Bodenaktivator die Bodenlebewesen gleichwertig ersetzt, kann ich nicht sagen.
    Die Trauermücken bekämpfe ich mit Insekten-Spray.

    LG Chris

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