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Thema: Aprikosen selber aus Kernen ziehen

  1. #1

    Idee Aprikosen selber aus Kernen ziehen

    Hallo zusammen,
    ich weiß nicht ob ich hier in dieser Rubrik richtig bin - aber probieren wir es erst mal:

    meine Frau möchte "just for fun" mal probieren aus gekauften und natürlich verzehrten Aprikosen selber aus den Aprikosenkernen Sämlinge zu ziehen.
    Im Internet stehen jede Menge, sich aber widersprechende Angaben, wie so was vonstatten gehen soll.
    Hat jemand von euch schon mal probiert Aprikosenkerne zum keimen zu bringen und dann einen Sämling heranzuziehen und kann hier ein paar Tipps reinstellen?
    Um rege Mithilfe wird gebeten.

    LG
    Dieter

  2. #2

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    Hallo Dieter,

    auf diese Weise einen Aprikosenbaum zu bekommen ist schwerer als im Lotto zu gewinnen.

    Dazu müsste man erst einmal wissen, auf welcher Unterlage der Aprikosenbaum, von dem die Früchte stammen, veredelt wurde; nur wenn das auch ein Aprikosensämling war, kommt auch Aprikose heraus. Ansonsten kann man alles bekommen:
    • eine stachelige Myrobalane;
    • irgendetwas Grünes, das nach 30 Jahren fruchtet;
    • nicht lebensfähige Sämlinge, die nach ein paar Blättern eingehen
    • eine wilde Aprikose, die in unserem Klima kaum reife Früchte produziert;
    • usw.

    Auf jeden Fall keimen die Kerne nur, wenn sie kalten Temperaturen ausgesetzt waren, z.B. einen Winter lang auf dem Balkon standen - ausfrieren dürfen sie aber wahrscheinlich nicht. Vielleicht hilft auch ein bisschen Anfeilen, aber so, dass der Keimling nicht beschädigt wird.

    Gruß
    Irisfreundin

  3. #3
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    Hallo Dieter

    Ich versteh Irisfreundins Antwort ja nicht so ganz, denn die Frage hat ja nichts mit Unterlage zu tun…

    Den Kern einfach irgendwo im Beet versenken, am besten markieren, damit man – falls dann nach langem etwas spriesst – nicht an Unkraut denkt und es versehentlich jätet… In der Regel sollte es im nächsten Frühjahr, nach der Wintereinwirkung, keimen.

    Habe ich mit Aprikose, Nektarine und Pflaume schon gemacht, hab die Pflänzchen später aber geschrottet. Wie lange so ein Bäumchen bis zur Blühreife bräuchte, weiss ich nicht, und welche Fruchtqualität man bekäme, wäre eine Überraschung.

    LG
    Vroni

  4. #4

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    Zitat Zitat von GrüneVroni Beitrag anzeigen
    Hallo Dieter

    Ich versteh Irisfreundins Antwort ja nicht so ganz, denn die Frage hat ja nichts mit Unterlage zu tun…
    Die Unterlage schlägt in der Regel beim Kern durch, d.h. das Erbgut eines Kerns entspricht nicht dem Aufgepropften, sondern ist ein Gemisch aus Unterlage und Pfropf. Wenn du also z.B. Pflaumenkerne sähst, bekommst du Wildpflaumen entsprechend der Unterlage.

    Gruß
    Irisfreundin

  5. #5
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    Hallo Irisfreundin

    Dazu müsste sich ja das Erbgut des Edelreises irgendwie mit jenem der Unterlage vermischt haben, aber dem ist ja nicht so...

    LG
    Vroni

  6. #6

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    Mir ist die Biologie dahinter auch schleierhaft. Aber ich habe jetzt keine Zeit, das nachzusuchen. Fakt ist, wenn du Samen eines gepfropften Baums sähst, bekommst du neben lebensunfähigen Krüppeln auch Exemplare der Unterlage.

    Gruß
    Irisfreundin

  7. #7
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    Nein... und ja, aber anders... wenn man eine Zuchtform auf deren Wildling veredelt, ist die Wahrscheinlichkeit gut, dass bei den Nachkommen wieder Wildlinge dabei sind. Aber nicht, weil sich die Unterlage in die Blüte geschmuggelt hätte, sondern weil die Zuchtform nicht stabil ist. Das gleiche hätte man, wenn die Zuchtform auf eigenen Wurzeln stünde. Wenn man also z.B. Birnen auf Quitten veredelt, sind in den Sämlingen der Birne auch "wilde" Birnen dabei, aber keine wilden Quitten. Oder wenn man F1-Kürbisse aus eigenen Samen vermehren will. Da hat man dann wieder bittere Früchte dabei, ohne dass Mama-Kürbis veredelt gewesen wäre.

    Es gibt ein paar Propfchimären, und die werden meines Wissens nach nicht durch Samen, sondern vegetativ vermehrt. https://de.wikipedia.org/wiki/Pfropfchim%C3%A4re

  8. #8

    Standard

    Das leuchtet mir ein. Es ging ja in der Ausgangsfrage um Aprikosen, und die werden eben auch auf Sämlinge von Wildaprikosen veredelt.

    Gruß
    Irisfreundin

  9. #9
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    Aber das Ganze hat noch immer nichts mit dem Genmaterial der Unterlage zu tun, sondern mit dem der Veredelung und des Bestäubers...

    LG
    Vroni

  10. #10
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    Wikipedia sagt vorsichtig:
    >>>Eine veredelte Pflanze ist eine Chimäre, also ein Organismus, der aus genetisch unterschiedlichen Geweben aufgebaut ist und dennoch ein einheitliches Individuum darstellt.[1] Ein Austausch von genetischer Information zwischen den genetisch verschiedenen Zellen der Chimäre findet nach gegenwärtiger Lehrmeinung nicht statt.[1] Eigenschaften der Unterlage beeinflussen allerdings sehr wohl beispielsweise die Früchte des Edelreises, jedoch sind diese Veränderungen die Folge von unterschiedlichen Angeboten an bereitgestellten Nährstoffen. Eine bleibende Veränderung der veredelten Sorte ist nicht zu beobachten, würde man die gleiche Sorte nacheinander auf unterschiedliche Unterlagen übertragen, wären einzelne variable Eigenschaften zu beobachten (z. B. Fruchtgröße) und gleichzeitig viele nicht variable Eigenschaften (wie Form und Färbung der Blüten und Früchte)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenveredelung

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